Meister aller Klassen?

Schon seit Jahren ist das Häuschen unangefochtener Champion in der “Two-Bedroom-Staubfänger”-Klasse. Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie so ein kleines Ding so dermaßen verstauben und verspinnweben kann – wobei die Lage (10 Minuten vom Flughafen und ein paar Steinwürfe von der CalTrain-Großbaustelle sowie ein Garten, in dem nur im Winter mal für zwei Monate nichts sprießt und blütenstaubt) sicher sehr dazu beiträgt.

Ich habe in den letzten Tagen einen eigenen Meistertitel im Staubsaugen, -wischen und -wedeln erkämpft und jetzt ist alles blitzeblank. Fürchte aber, daß auf längere Sicht das Haus siegen wird. Haa-aapt-schi!

Bettenplan

Heute in genau zwei Monaten kommen Uli und Enno, um das Gästezimmer zu beziehen. Nach Christoph, der in neun Tagen einfliegt. In drei Monaten wird Karin eintreffen, in der zweiten Oktoberhälfte steht das Haus leer, weil ich in Deutschland sein werde. Was will uns die Autorin damit sagen? Richtig: für November, Dezember und das ganze nächste Jahr werden jetzt Anmeldungen angenommen.

Und morgen fahre ich bei “Arrivals” vor und hole mir einen Toni.

Aktenzeichen XY – gelöst

John Hancock (einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung und schillernde Figur in der amerikanischen Geschichte) ist nicht etwa, wie bei Wikipedia und anderen Quellen zu lesen, eines natürlichen Todes gestorben (“With his wife at his side, he died in bed on October 8, 1793, at 56 years of age”), er wurde vielmehr mit einer Plastiktüte erstickt.

Der Mord wäre niemals als solcher erkannt worden, wenn der Porzellanfigurenhersteller nicht so schludrig und ich nicht so aufmerksam gewesen wäre.

Bei meiner zweiten Runde über den Antik-Markt trug Mr. Hancock Haupt und Haar zwar wieder unbedeckt, aber da hatte ich den Fall längst aufgeklärt: der Täter war ein Zeitreisender aus dem 20. Jahrhundert.

Bilderrätsel

Was ist das?

Kleiner Tip: es handelt sich weder um eine Monster-Hüpfburg noch sind Christo und Jeanne-Claude vor kurzem zugezogen.

Na?

Genau: Das ist ein Pest-Haus.

Also vielmehr ein Haus, in dem die Pest gerade bekämpft wird. Wobei es hilft zu wissen, daß “Pest” hier der Oberbegriff für vielbeiniges Flieg- und Krabbelungeziefer aller Art ist und als ultima ratio ausgeräuchert wird. Angeblich völlig unschädlich für die Bewohner und Lebensmittel brauche man auch nur mit einem Tuch abzudecken. Wobei, bei amerikanischen Lebensmitteln reicht das möglicherweise sogar, um den Giftpegel nicht wesentlich zu erhöhen.

Da bleibe ich doch lieber bei meinen altherbrachten Methoden und besprühe die aktuelle Ameiseninvasion mit kalklösendem Badewannenreiniger.

We the people (zum 4. Juli)

In meiner Straße wohnen außer ein paar versprengten kaukasischen (das ist der hiesige Euphemismus für weiße Hautfarbe) Rentnern vorwiegend Latinos mit einer fest in den Genen verankerten Neigung zum Feuerwerken. Dieses Jahr scheint ihnen die stärker pigmentierte Familie am Anfang der Straße den Rang abzulaufen: die böllern schon seit Tagen und konnten heute das Einbrechen der Dunkelheit gar nicht abwarten.

Sirenen heulen seit dem späten Nachmittag ununterbrochen, die Luft ist so rauchgeschwängert, daß der dichteste San Franziskaner Nebel nicht mithalten kann und statt nach Oakland zu fahren, wo man “Patriotic Fireworks” abbrennt (nur echt in rot-weiß-blau), bin ich zu Hause geblieben, habe Sonne und Garten genossen, lang geschlafen, einen Mittagsschlaf eingelegt und dazwischen gelesen und gesät.

Happy 4th!

Große Ferien (oder so ähnlich)

Vor mir liegen 5 (fünf) freie Tage. Also gut, einer davon Feiertag, dazu ein Wochenende – aber immerhin: mit zwei Brückentagen fünf Tage am Stück frei. Was man damit alles anfangen könnte…

  • Ganz schnell online noch ein Get-Away suchen und morgen früh in den Flieger hüpfen?
  • Einen Auto-Kurztrip in die mittelnahe Umgebung planen – zum Beispiel ein, zwei, drei Tage in den Hot Springs von Calistoga vor mich hinkochen?
  • Ganz viel von dem erledigen, was in den arbeitsgefüllten Wochenenden des ersten Halbjahres liegengeblieben ist? (Schlechte Option – es sei denn, es regnet.)
  • Den Ungelesene Bücher Stapel ablesen? (Am Strand, im Garten, in einem schönen Café in der City… – San Francisco soll ja um diese Jahreszeit ein begehrtes Reiseziel sein und als “local” weiß ich um die Notwendigkeit, Schal und Hoodie immer mit sich zu führen.)
  • Endlich die Saaten aus den Blumensamentütchen ausbringen und im Garten herumwerkeln?
  • 350 Photos nun aber wirklich von der Kamera herunterladen und für Ordnung im Photo-Archiv sorgen? (Der Kalender vom letzten Jahr ist schon in der zweiten Hälfte und ich sollte mir langsam Gedanken über die 2013-Motive machen.)
  • Gar nix vorhaben, schauen, wonach mir der Sinn steht und dann machen oder lassen?

Die letzteren Optionen heißen hierzulande “Staycation”, das ist sowas wie Ferien auf Balkonien. Klingt im Moment verlockend. Schau ma moi.

Wieder what learnt (Lektion 3)

Das Äquivalent zum unsäglichen deutschen “Naja, ich denke mal…” (In Anwendungen wie “Bist du sicher, daß wir da vorne rechts abbiegen müssen? – “Ich denke mal schon…”) ist im Amerikanischen “I assume”. Weil Fakten überprüfen meist hilfreicher ist, lernen schon die hiesigen Kinder:

“When you assume you make an ass out of u and me.”