Neu im Kino: The Dark Knight Rises

Spoiler Alert!

Christopher Nolan hat einen würdigen Abschluß für seine Trilogie gedreht. Gotham (sehr authentisch gegeben von New York City) wird von Batmans Gegenspieler Bane in Schutt und Asche gesprengt und geschossen und übrig bleibt – wie immer – Manhattan Island (alle Brücken sind gesprengt) als Schausplatz für eine terroristisch-anarchistische Diktatur mit Volksgerichtshof im Stile der Französischen Revolution und dem Sturm der “Wir sind die 99%”-Massen auf Reiche und Reichtümer (an Laternen baumelnde Aristokraten inbegriffen).

Der Plot ist ein wenig lahm (die Guten sind wieder mal vollkommen überrascht, daß die Bösen es vorziehen, Nuklear-Reaktoren als Massenvernichtungsmittel statt zur Stromversorgung für alle guten Gothamer Bürger einzusetzen und dann tickt die Bombe…) und ein Bane ist, trotz schlimmer Kindheit und grauseliger Maske, noch nicht einmal ansatzweise ein so würdiger Gegenspieler wie Heath Ledgers Joker. Außerdem sollte es für Batman kein Happy End geben dürfen. Finde ich.

Meine Lieblingsszene spielt im Footballstadion, die wird, wenn ich meinen Gewährsleuten trauen darf, in jedem Trailer gezeigt.

Trotzdem: Anschauen. Und gleich anschließend daheim noch einmal “The Dark Knight” ansehen. Und dann mit mir beschließen, daß in dieser Trilogie der zweite Teil der beste ist.

On the road again (Wochenende)

Am Samstag stand das Aquarium in Monterey auf unserem Ausflugsprogramm. Eigentlich eine schöne entspannte Zweistundenfahrt nach Süden, wenn man statt des Scenic Highway Number One (wo man eh nix sieht, denn es ist Sommer und der Pazifik hüllt sich in Nebel) den Highway One-O-One (101) nimmt. Dort steht man dann allerdings erst mal im Stau, weil alle – außer uns – nach Gilroy wollen, zum Garlic Festival. Jeder, der mal dort war, schwärmt davon, daß es “garlic icecream” gebe und sogar für umsonst. Will ich nicht. Mir langt’s schon, daß wir bei beim Vorbeifahren wegen der “Stinking Rose” die Autofenster geschlossen halten müssen.

Endlich sind die Knoblauchfans weg von der Straße und wir zuckeln gemütlich weiter, auf die dicke Nebelwand zu (das Aquarium liegt am Meer und… siehe oben). Und in den nächsten Stau. In Laguna Seca ist nämlich Motorrad-Grand Prix und der Straßenrand dicht zugeparkt mit Pick-ups und Anhängern. Schnell durchgewurschtelt und dann umgehend in der Warteschlange auf dem Gehweg vor dem Aquarium angestellt. Da sind wir dann positiv überrascht. Die Amerikaner sind schon sehr gut im Verwalten und Steuern von Menschenmassen. Obwohl sich hier viele viele Wartende ballen, haben wir binnen 10 Minuten unsere Eintrittskarten und können Fischerl schauen.

Wenn man’s nicht in echt sehen kann, lohnt ein Blick auf die hervorragende Website (http://www.montereybayaquarium.org/);  uns ist in den fast fünf Stunden im Aquarium keinen Moment langweilig geworden. Ich mag ganz besonders die Quallen-Ausstellung (heißen hier “Jelly Fish”) und den Kelp Forest und das riesige Open Sea Aquarium und die “Touch Pools”, das ist sowas wie ein Streichelzoo für Wassergetier. Wie überall, wo es was zum Anfassen oder Drehen oder Drücken gibt, muß man immer erst die kleinen Kinder wegkicken und -drängeln, um auch mal einen Seestern zu berühren oder einen Rochen zu streicheln. Wenn ich’s recht bedenke, mag ich eigentlich alles dort, besonders Quallen. Wie schön, daß die Aquariumsleitung eine zweite Ausstellung aufbauen hat lassen: “The Jellies Experience”, die den Besucher mit einem Motto von Jimi Hendrix – “You have to give people something to dream on” – nahtlos in die Swinging Sixties katapultiert, psychedelische Klänge und wilde Farben in verwirrenden Mustern inbegriffen. (Es können auch verwirrende Farben in wilden Mustern gewesen sein – war alle so schön bunt und durcheinander.) Stimmt schon, Jellies sehen aus, wie während eines LSD-Trips herbeihalluziniert. Vom Rest-LSD hat der Lampenmacher was abbekommen und sich sehr hübsche Jelly-Fish-Beleuchtungskörper ausgedacht. So hübsch, daß ich erwogen habe, mir tatsächlich einen für zu Hause anzuschaffen. Also ganz kurz vor Torschluß in den Giftshop geeilt, Lampe kaufen. Alles haben sie da, allen Kruscht, den man sich denken kann. Bloß die Lampen nicht. Ich habe die Menschen dort so lange bekniet, bis die Store-Managerin hinzugeholt wurde. Die war am Boden zerstört und hat sich mehrfach entschuldigt (“I apologize for your inconvenience”), mich aber doch auch einen Schritt weitergebracht und mir die Telefonnummer des Museumsmitarbeiters gegeben, der vielleicht mehr über die Verkäuflichkeit von Quallenlampen weiß. Mal schauen. Man weiß ja, daß mein Mittelname “Persistence” ist, möglicherweise kann ich dem eine abschwatzen. Ich wäre nötigenfalls netterweise sogar bereit, so lange zu warten, bis die Sonderausstellung wieder abgebaut wird.

Draußen wartete dann das dritte Großereignis des Wochenendes auf uns: immer, wenn in Laguna Seca Motorrad-Grand Prix gefahren wird, ist anschließend Biker-Treff auf der Cannery Row in Monterey. Neben dem Vorzeigen von Tattoos scheint zu den Teilnahmebedingungen zu gehören, daß jeder Biker alle paar Minuten seinen Motor aufheulen und knattern läßt – es war unwahrscheinlich voll und laut.

Toni hat uns heil und zügig zurückgefahren und dann war auch schon fast Sonntag und Zeit für das Kite-Festival auf der Marina in Berkeley. Die Kite-Fest-Veranstalter haben immer einen Saudusel mit dem Wetter: strahlende Sonne, tiefblauer Himmel und eine ordentliche Brise. Wir waren gerade genau rechtzeitig auf dem Gelände, um uns Formationsflüge anzusehen. Ich bin ja schon stolz, meinen Drachen einfach zu fliegen, umso mehr habe ich vier “Arizones” dabei bewundert, wie sie ordentlich starten, landen, am Boden oder in der Luft stehen, auseinander- und zusammenfliegen und das alles, ohne ihre Schnüre zu verwirren oder sich gegenseitig vom Himmel zu holen. Nach ein paar großartigen Solo-Vorführungen (als Musikuntermalung greifen Kiter gerne zu Queen oder Bizet), bei denen es mir schwerfiel zu entscheiden, ob ich mich auf auf den Drachen oder auf den mit dem Drachen tanzenden Mann konzentrieren soll (ist beides gleichermaßen faszinierend) , gab’s eine “Rokkaku Kite Battle” mit 40 Teilnehmern. Erklärtes Ziel ist es, alle Gegner zu eliminieren und als letzter seinen Drachen noch in der Luft zu haben. Gekämpft wird mit allen Mitteln, es ist sogar erlaubt, die Schnur eines feindlichen Drachens mit der des eigenen durchzuschneiden (sonst vollkommen verboten). Ich habe auf Pink Mama gesetzt (eine sehr kämpferische Dame um die 40 im rosa Jogging-Anzug) und sie hat’s tatsächlich unter die ersten fünf gebracht, bis sie bei einer bösen Attacke mit abgestürzt ist. Sehr spannend.

Dann wurden wir selbst aktiv. Also vielmehr Toni. Er hat mit Christophs Unterstützung seinen Drachen montiert (das dauert bei den vielen Schnüren eine Weile) und dann dieses schwere Teufelsteil ewig geflogen. Ich habe nur zugesehen, die Sonne und den bunt gefüllten Himmel genossen.

Zum Abschluß gab’s Schnitzel im “Gaumenkitzel”, wo man Spirituosen eigentümliche Namen gibt.

Und dann war das Wochenende vorbei. Bilder gibt’s demnächst.

Slow for The Cone Zone

Was ein bißchen klingt wie der Titel eines Sommerhits aus Jamaica (Yaman!) ist in Wirklichkeit ein Warnschild und soll verhindern, daß man Bauarbeiter auf der Autobahn umfährt. (Cones sind orange-weiß gestreiften Pelonen).

 

 

 

Und weil Amerikaner immer am besten folgen, wenn man mit dem Sheriff droht, blinken alternativ auch diese Schilder.

 

 

 

Straßenarbeiter sind selbstverständlich nirgends zu sehen. Auch keine Pelonen. Die möchten wahrscheinlich die schönen historischen Schlaglöcher nicht kaputtmachen.

Noch mehr Schwachsinn

Dieser Tage meldete Christoph vom Rücksitz: “Do, schaut’s. An dem Auto vor uns hängen Hoden. Schaut aus wie Chromhoden.” Man weiß ja, was Jetlag mit einem Menschen anrichten kann (Halluzinationen sind noch das geringste), also haben wir ihn einfach ignoriert. Bis heute früh. Da habe ich sie dann nämlich ohne jeden Jetlag auch gesehen, baumelnd an der Anhängerkupplung des Wagens vor uns, in einem fleischfarbenen Naturton, mit liebevoll herausgearbeiteten Adern und Falten. Echt, jetzt? Was soll das? Was ist das? Und wie googelt man sowas? Hab’s probiert mit “Testicle Auto Gear” und bin sofort fündig geworden: http://thatsnutz.com/.

Balls gibt’s für unsere bärtigen Bikerfreunde mit der Harley (hier mein Lieblingsmodelle Chamäleon http://bit.ly/MkWTul und rotes Titan http://bit.ly/O53nS2 – “great balls of fire”, oder was?), in Tarnfarben (“Camo Nuts” http://bit.ly/PF8195) oder – weil man hierzulande ja so ungern klingelt – als Türklopfer (http://bit.ly/ME7MtS – “Guess Who’s Knockin’ At Your Door”). Die Leute im Vertrieb von That’s Nutz halten die Dinger für großartige Geschenke für Geburtstage, Wedding Showers, Einzugsparties oder Firmenweihnachtsfeiern (!).

Die haben doch einen an der Waffel!

Big Brother?

Eine indische Outsourcing-Firma teilt mir heute in einer e-mail mit: “We would like to collect your thoughts so that we could show you our creativity.”

Ich werde denen nicht zurückschreiben. Wahrscheinlich habe ich viel zu viele schlechte Filme gesehen, denn bei mir hat das sofort Assoziationen zu phantasievollen Foltermethoden ausgelöst…

Noch ein Ding, das die Welt nicht braucht

Heute “Edifi”.

Edifi ist kein sündiges iPad, sondern ein christliches Android-Tablet: “Our full-color touch display e-reader puts thousands of ebooks at your fingertips! Download your favorites through our pre-loaded Family Christian Reader app and enjoy edifi’s suite of family-friendly features including: Safe Search Wi-Fi web browsing, access to nearly 30 English Bible translations with the YouVersion Bible app and Christian internet radio via apps by K-LOVE and Air1. Plus, check email, social networks and display photos.”

Echt gott-optimiert und das Heiligste Tablet seit Moses’ Rückkehr vom brennenden Dornbusch.

Duck-Easy*

Seit 1. Juli ist Gänseleberpastete in Kalifornien verboten (http://bit.ly/PwmCjH). In ganz Kalifornien? Oh nein, der Presidio Social Club serviert die Delikatesse weiterhin, denn das Presidio (ein Park in der Nähe der Golden Gate Bridge) gehört den Vereinigten Staaten von Amerika – und damit gelten dort bundesstaatliche Gesetze nicht.

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis sich die ersten Nobelrestaurants zu Freistaaten ausrufen.

* http://bit.ly/3zpRgi

Lazy Saturday Afternoon

Christoph reklamiert sehr zu Recht einen Anspruch auf Jetlag (am Dienstagabend nach einem elendslangen Flug angekommen und von Mittwoch bis Freitag voll im Einsatz im Büro) und ich fand die Woche auch nicht wenig anstrengend. Also haben wir für heute Power-Faulenzing ausgerufen, höchstens unterbrochen von kleinen Mahlzeiten.

Wir können mit Freude und sehr entspannt melden: Plan übererfüllt. Seeeehr faul gewesen. Noch nicht mal mit Lyn ins Senior Center gegangen und der Vorstellung des 79-jährigen Elvis-Imitators beigewohnt.

Geek-Humor

Es ist soweit: ich lache nicht nur über sehr nerdige Witzle, nein, ich blogge sie sogar weiter. Einen zum Einstieg, damit ihr euch ein Bild machen könnt:

  • Was sagt die Null zur Acht? – “Hübscher Gürtel.”

Noch einer, für die Physiker im Publikum.

  • Unendlich viele Äpfel hängen am Baum. Einer fällt Sir Isaac auf den Kopf. Wieviele Äpfel hängen jetzt am Baum?
    Unendlich viele Äpfel hängen am Baum… (ad. inf.)

Der letzte für heute ist für Fortgeschrittene, die Englisch sowie die Konjugation des unregelmäßigen Verbs “to eat” beherrschen.

  • Why is Six afraid of Seven? – Because Seven Eight Nine.

Ich bin ein klein wenig in Sorge: http://www.thinkgeek.com/ finde ich nämlich auch gut. So gut, daß ich schon mal ein T-Shirt bestelle. Nerdismus scheint ansteckend zu sein – ist das eigentlich schon Gegenstand einer Versuchsreihe?

Kann das bitte mal wer für mich googeln?