Bummsti!

So lange hat er durchgehalten, aber jetzt ist er doch gekippt, mein Lieblingssee. Obwohl die Amper eigentlich unten durchfließt und für Frischwasserzufuhr sorgen sollte. Aber, habe ich mich beim Queren der Brücke auf der Hinfahrt schon gefragt: „Amper, wo bist du?“

Der See stinkt böse nach Verwesung. Möge der für morgen angesagte Regen den Dreck wieder wegspülen!

Luhustig ihist das Rentnerleheben

Kleiner erläuternder Exkurs zum Einstieg: Ich bin dazu übergegangen, die Rentnerei als meinen “Zustand der Gnade” zu bezeichnen, am einfachsten zu beschreiben mit einer Wendung, wie man sie sonst nur aus dubiosen Kontaktanzeigen kennt: Alles kann, nichts muss.

Genau so.

Herrlich ist das. Ganz und gar herrlich!

So, nachdem das nun hinreichend geklärt ist, zum eigentlichen Thema: „Mord, Moral und Mortadella“, der Jubiläumsproduktion zu 30 Jahre Lustspielhaus.

Doch, es besteht ein Zusammenhang zur Vorrede. Geduld.

Ich habe in grauer Vorzeit einmal Theaterwissenschaft studiert. Die Studenten und Studentinnen dieser Disziplin wurden ermuntert, Praxiserfahrung zu sammeln. An einem der vielen vielen Kleintheater, die München damals bevölkerten und die sich immer über ausbeutbare Arbeitskräfte für Regieassistenzen, Technik und dergleichen freuten. Hab ich auch viel und gerne gemacht, denn man lernte ein Stück von Anfang an kennen. Idealerweise in der Entwicklung, über die Auswahl der Spielenden, Proben, Generalprobe, Premiere, 2. Vorstellung, viele andere Vorstellungen (wie gesagt, idealerweise) bis hin zur Derniere, der letzten Vorstellung, in der alle Beteiligten einander harmlose Streiche spielten, wie es die Tradition verlangt. Ich habe diesen, wie man heutzutage sagen würde, Prozess geliebt. Wie es am Anfang rumpelt, wie sich Bühnenbild und Licht und Kostüme entwicken, wie manchmal sogar der Text irgendwann sitzt, wie das Werk in die Welt ent- und auf Publikum losgelassen wird. Und wie jeder Abend anders ist als der davor und der danach. Weil Menschen beteiligt sind. Schauspieler und Innen, unausgeschlafen oder himmelhochjauchzend oder beides oder keins, Publikum begeistert und müde, glücklich und traurig, johlend oder taubstumm und ein jeder und eine jede mit seinem oder ihrem Leben, das abends vor die Bühne mitgebracht wird.

Weil Frau Rothmüller, die Regisseurin von “Mord, Moral und Mortadella” und ich in der vorhin angesprochenen grauen Vorzeit einmal miteinander studiert haben, und weil ich jetzt im Zustand der Gnade bin (da isser, der Zusammenhang!), und, wie damals als Studentin, Zeit, Zeit und Zeit habe, durfte ich nach so vielen Jahren einmal wieder dabei sein. Von Alpha bis Omega, vom Anfang bis zum Ende. Hach! Was habe ich es genossen!

Lieber Alex, liebe Gabi, lieber Robert, lieber Roland, liebe Sonja (alphabetisch, wg. Gerechtigkeit), lieber Bud-Spencer-Heart-Chor und liebes Lustspielhaus-Team: vielen vielen vielen Dank!

Ich weiß noch nicht genau, wie das jetzt wird und was ich ab kommende Woche abends so vorhaben soll… Ideen?

Schwabing

sei, so ein zu Tode zitiertes Zitat der Gräfin zu Reventlow, “kein Ort, sondern ein Zustand”.

Ich möchte das mit diesen beiden Fotos (selbst gemacht) belegen.

An einem Mittwoch. Da sitzt ein sehr armer Kerl am U-Bahn-Ausgang vor dem Plakat mit der Aufschrift “Du verdienst mehr” und die Ironie ist mehr als bitter.

    Am Samstag drauf, wenn alle die schönen Menschen ausgehen, sieht das schon ganz anders aus…

    Witzitsch

    Auf den Kinderseiten der Süddeutschen Zeitung gibt es immer ein Witzeduell. Die Scherze sind meist so mittelkomisch, aber heute, heute habe ich schon sehr gelacht:

    Optimist: Dieses Glas ist 1/2 voll.
    Pessimist: Dieses Glas ist 1/2 leer.
    Excel: Dieses Glas ist der 1. Februar.

    Zuagroast

    Er, sagt mein neuer Bekannter, sei ja viel rumgekommen, so als Arzt bei der Marine, aber jetzt habe er beschlossen, im Süden seßhaft zu werden und habe, um sich seine neue Heimat zu erschließen, einige Stadtführungen mitgemacht.

    Heute Abend werde er wieder im Biergarten verbringen, ganz traditionell unter ganz alten Eichen. Hmmm. So ganz gut aufgepaßt hat er wohl nicht, der Leichtmatrose der. Habe ihm empfohlen, Eichen zu weichen und stattdessen nach Kastanien Ausschau zu halten, habe damit Erfahrung, wohne ja hier schon länger.

    Kennt wer einen Merkreim für Kastanien?

    Die Zeit ist aus den Fugen

    Rentnerin, die ich bin, hatte ich am zurückliegenden ein Doppel-Feature-Wochenende. Eins bei den einen Freunden am Freitag auf Samstag, eins bei den anderen von Sonntag auf Montag.

    Führt jetzt gerade allerdings zu höchster Kalenderkonfusion, weil ich ja doch noch davon geprägt bin, dass ich früher mal berufstätig war und die Woche damals zuverlässig am Montag begann. Und da steh ich nun und es ist Mittwoch und die Sonnenfinsternis, die ich mir morgen anschauen wollte, hat gerade in der Minute angefangen. Nun aber hurtig auf einen Hügel…

    Gelesen: Ian McEwan – “Unschuldige”

    Der Roman hat es als 44. in die Auswahl der “50 großen Kriminalromane” der “Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek” geschafft.

    Man muss wissen: Mit dergleichen Anläufen zur Kanonisierung verdienten sich Zeitungsverlage damals ein Zubrot, seinerzeit konnte man die Bände im Abo unter einer gebührenpflichtigen Rufnummer für 12 Cents die Minute (“Ruf mich an!” – Fragt Oma.) zum Schnäppchenpreis bestellen. Für meinen Begriff gildet ein Kanon immer erst, wenn ich informiert werde, wer welchen Band wieso aufgenommen und welcher es warum nicht geschafft hat. Eigentlich müßten immer die Kontaktdaten des Aussuchers dabei stehen, damit man im Bedarfsfall wen zum Schimpfen hat.

    Im Klappentext wird der Titel wie folgt angepriesen: “‘Unschuldige’ (1989) ist ein packender Krimi aus dem Frontstadt-Milieu des Kalten Krieges und zugleich eine ergreifende Liebesgeschichte.” Klarer Fall von Diegeschmäckersindverschieden. Wobei ich betonen möchte, dass ich guten Geschmack habe und weder gepackt noch ergriffen bin, wenn ein mittelalter weißer Mann säftelnde Vergewaltigungsphantasien von heranrückender Roter Armee und jungen Berlinerinnen breittritt und mit viel Freude eine Retraumatisierung 10 Jahre später ausführlichst schildert. Bää-äääh!

    Einzig interessant ist die historische Tatsache, dass es den “Berliner Tunnel”, die sogenannte “Operation Gold”, eine gemeinsame gegen die russischen Alliierten gerichtete Abhöraktion von CIA und M16 wirklich gegeben hat. Wen’s interessiert, findet dazu sicher Fachliteratur. Den Roman zu lesen erspare man sich.