Shrinkflation

Mein Teig fällt nicht, wie das Backbuch vorschreibt, “schwer reißend vom Löffel”, sondern schlonzt irgendwie unbestimmt Richtung Schüssel. Hmmm.

Als ich die leere Gemahlene-Nuß-Verpackung aus dem Müll hole, verstehe ich auch, warum das Zutatenmischverhältnis aus den Fugen geraten ist: statt bisher 250g sind nur noch 185g drin und mehr als ein Fünftel weniger ist mehr als ein Fünftel weniger und macht sich bemerkbar.

Herrschaften, wenn ihr aus Not, wegen Mißernte oder doch nur reiner Geldgier weniger Nüsse in die Packung tun könnt, dann ist das eben so. Ihr seid ja nicht die einzigen. Mögen muss ich das nicht und tu ich das nicht. Aber schreibt es drauf, zefix! Wir sind ja hier nicht in Amerika, wo man sich am Sonntagnachmittag schnell Nachschub besorgen kann. Mann!

Familienplanung

In den Industrienationen sinken die Geburtenraten und im Schnitt sterben mehr Menschen, als neue nachgeboren werden. So weit, so bekannt.

In letzter Zeit häufen sich Meldungen, was Regierungen gegen den Bevölkerungsschwund unternehmen. In Frankreich zum Beispiel erhalten 29jährige Mahnbriefe, damit sie nun aber zügig zur “demografischen Aufrüstung” beitragen. In den USA hat sich Doktor Oz (dessen langjährige Fernsehkarriere ihn in der aktuellen Administration für die Rolle des “Administrator for the Centers for Medicare & Medicaid Services” qualifiziert) dieser Tage an junge Frauen gewandt, die in seinen Augen deutlich “under-babied” seien und das doch bitte ändern sollen. Hierzulande spricht der Experte Dr. Per Kropp davon, dass vor allem Menschen in Ostdeutschland ihre “demographische Tätigkeit” eingestellt hätten.

Allen gemeinsam ist, dass sie sich fragen, woran das bloß liegen könnte.

Echt jetzt?

Ich höre Stimmen…

… und zwar aus der Restauranttoilettenkabine nebenan, wo eine Dame ihre Verrichtungen mit aus voller Brust gestöhntem “Oh, oh Tschisaß, oh Tschisaß, oh, oh Tschisaß (Da Capo)” vornimmt.

Ein bißchen befremdlich ist das schon, aber andererseits: wer ganz ohne Macken ist, werfe die erste Klopapierrolle…

Ahoi!

Immer, wenn ich dieser Tage aus dem Fenster schaue, und das mache ich immer, wenn ich am Computer sitze, also oft, dann spielt der Ohrwurm in meinem Kopf in Dauerschleife “Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön”, weil mein Blick auf bunte windgeblähte Wedelwimpelketten fällt und nur noch ab und zu, aber eher kaum noch, auf im Anflug abdrehendes Taubenpack.

Und jetzt alle: “Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön”!

Ganz neu zum Strömen: “Good Omens – The Finale”

Statt eines weiteren Sechsteilers haben sich die Macher von “Good Omens” offensichtlich entschieden, die Serie in einer einzigen spielfilmlangen Folge abzuwickeln. Hmmm. Die ist so… mittel. Also nicht so ganz schlecht, aber auch nicht so richtig mitreißend gut. Der Bentley darf wieder brennend durch die Gegend (inklusive Universen) heizen, Michael Sheen und David Tennant dürfen in diversen Kostümen glänzen, und Jung-Jesus (Bilal Hasna), dessen Wiederkunft (“The Second Coming”, inklusive Apokalypse) die Handlungsbasis bildet, ist ein ganz reizender naiver junger Mann aus dem Nahen Osten und verschwindet irgendwann und ohne Sinn und Zweck wieder. Das war gar nix. In einer IMDB-Kritik schreibt ein User: “Jesus was underused.” Genau richtig und in sich ein affenkomischer Satz.

Es war sicher gut gemeint, nach all den Widrigkeiten, die die Fortsetzung erfahren hat (wer mehr wissen will, konsultiere das Internet) die Fans nicht mit einem Cliffhanger allein zu lassen sondern ihnen eine Art Abschlussfilm zu geben, halt das, was der Angelsachse “Closure” nennt. Es ist ja auch kein schlechter Film. Aber, siehe oben, gut ist er eben auch nicht.

Schade.

Bye Bye Birdie

With a lot of help from a friend haben wir gestern meinen Balkon mit knatschbunten Windschläuchen, Wedelwimpeln, Holzvögelchen, reflektierenden in mühseliger Kinderarbeit zusammegesteckten Blumenrädchen, tibetischen Gebetsfahnen und sonstigem Haut-ab-ihr-Mistviecher-Gebimsel vollgestopft.

Seit ich heute gesehen habe, wie die ersten Tauben in der Luft abbremsen und dann die Richtung ändern, weiß ich, welch tiefe innere Befriedigung Schadenfreude einem Menschen geben kann.

Ätsch!

Okay, es mag sein, dass die Paloma-Brigade (es sind immerhin schon seit Generationen abgebrühte Urbanvögel) sich schnell gewöhnt und dann doch wieder Wege findet, auf meinem Balkon rumzukacken. Aber fürs erste haben wir es ihnen sehr viel schwerer gemacht.

Danke, danke, danke, Herr S. aus O.

Eben im Supermarkt

Eine Gruppe Greise holt sich Einkaufswagen. Eine und ein jeder die FFP2-Maske korrekt auf dem Gesicht justiert. Bevor ich mich (oder sie) fragen kann, warum, höre ich auch schon in altersgerechter Lautstärke einen der Herren trompeten, dass man dieses Mal (wohl auf das Hantavirus bezogen) nicht wieder wie bei Covid darauf hereinfalle, dass Masken nutzlos seien – die hätten doch damals erst was gebracht, als hinreichende Mengen vorrätig waren. Alles Betrüger, die da oben. “Deswegn hamma mia gnua aufg’hom”, sagt er.

Hatten die Dinger nicht ein Ablaufdatum?