Städtebauliches

Über den im Münchner Südwesten gelegenen Harras verlaufen zwei Hauptverkehrsstraßen, im Bahnhof halten BOB, S- und U-Bahn und an den Haltestellen “Harras” und “Am Harras” halten irgendwas in der Größenordnung von 10 Buslinien. Viel los hier. Der Platz selbst liegt ein bißchen unglücklich, hat aber dafür auch keine schöne Form und es haben sich nicht die edelsten Geschäfte drumherum angesiedelt, wohingegen der Drogenhandel, vor allem in den Abendstunden, gut floriert. Sagt man. Dennoch hat die Stadt vor einem guten Jahrzehnt Geld in die Hand genommen, ihn zu verschönern und die “Aufenthaltsqualität” zu steigern. Ein paar Bäume, ein paar Sitzgelegenheiten, Papierkörbe, Trinkwasserbrunnen und dergleichen und einen zunächst einmal eigenartig anmutenden “ebenerdigen Zier- und Sitzbrunnen mit Wassertechnik” (sagt der Architekt).

Die Bäume sind inzwischen gewachsen und geben sich weidlich Mühe, Schatten zu spenden, die diversen Sitzgruppen werden angenommen, manche Menschen wohnen dort sogar und der Bezirksausschuß läßt regelmäßig Märkte veranstalten, wegen der Belebung. Und dann ist da noch das Wasserkunstwerk.

Zugegeben, der Brunnen sieht nach nichts aus, ist aber der Grund, warum ich jedes Mal, wenn ich im Sommer am Harras zu tun habe, Pufferzeit einplane. Dann sitze ich auf der langen Bank, gleich gegenüber (am Brunnenrand selber geht nicht, der ist platschnaß) und sehe vollkommen enthusiastischen Zwergeln dabei zu, wie sie sich kreischend vor Glück am barrierefreien Wasser verlustieren und gar nicht mehr einkriegen – die Beckenhöhe ist selbst mit Windelhintern zu schaffen und dann ist es bis in die Mitte flach-flach-flach.

Pure Glückseligkeit.

Okay, länger als eine Viertelstunde ist soviel Lebensfreude nicht auszuhalten, man weiß ja, was man seinem Ruf als griesgrämige alte Dame schuldig ist. Aber so in kleinen Dosen ist das auch Sommer in der Stadt. Danke, Günther Sigl. (Fragt Oma.)

Lernkurve 2

Möglicherweise bin ich heute früh ein besonders intelligentes Exemplar seiner Gattung getroffen. Alle anderen sind nach einem Pumpschub sofort vor dem Wasser geflüchtet. In den strömenden Regen.

Doch doof.

Lernkurve

Soweit ich das beurteilen kann, lernt niemand schneller als eine Münchner Stadttaube. Warum? Vor ein paar sehr wenigen Tagen noch sind sie erschreckt aufgeflogen, wenn ein Wasserstrahl aus meiner nagelneuen Superpumppistole auch nur in ihre Richtung ging. Sie mußten nicht mal einen Treffer abbekommen haben.

Jetzt? Jetzt rutschen sie auf dem benachbarten Balkongeländer nur ein paar Zentimeter weiter, sind damit nicht mehr im Platschbereich und schauen noch nicht einmal mehr auf.

Wenn ich mich nicht so ärgern müßte, täte ich sie bewundern.

Gut gemeint

Danke, werter Onlinehändler, dass Sie den Datenschutz ehren und in einer e-mail (an mich) meine persönlichen Daten, im speziellen meinen Namen zu schützen suchen (vor mir). Ich weiß ja, es liegt nicht an Ihnen, sondern vielmehr an mir oder noch viel viel mehr an meinen Eltern, dass es aussieht, wie es aussieht.

Für heute bin ich dann mal dankbar, dass Vorvater und -mutter weder Cornelia noch Karoline in Erwägung gezogen haben. Und erst recht nicht Fulberta.

Besten Dank, oh Wettergötter,

für das Erhören meines Gebets. Hat ja super funktioniert: Wetterleuchten auf tiefschwarzem Wolkenhimmel, Blitze aus jeder Richtung und Donnergrollen auch und schließlich Wassergüsse, die jeden Zauberlehrling doppelt erblassen lassen. Sehr schön. Man hats ja gut so als Mensch mit Dach über dem Kopf, nebendran statt mittendrin, kühle feuchte Windschübe auf der schwitzigen Haut, ein Schleckeis zur Wetter-Show, und reingehen können, wenn das Wasser schließlich knöchelhoch auf dem Balkon steht. Doch, alles sehr fein. Bin zufrieden.

Nur eine Frage treibt mich um: wieso heißt in der Hochsprache diese Art von Wetter “Unwetter”? Weil, im Dialekt, also im süddeutschen Sprachraum inklusive Österreich (sorry) ist das (nur?) ein “Wetter”?

Falls wer diesbezüglich sprachwissenschaftlich bewandert ist, würde ich mich über eine Erklärung freuen.

Erkenntnis

Wer gerade mit Stadttauben auf dem Kriegsflügel steht und darum schon aggressiv wird, wenn nur ein Gurren oder Schwirren zu hören ist, sollte keinen Film anschauen, bei dem der Hauptdrehort der Markusplatz ist.

Ist nicht gut fürs Gemüt.

Donner, Blitz und Wolkenbruch

Jaha, die Reihenfolge ist falsch, aber, aber… der Rhythmus. Super, oder?

Gut, soweit zur Überschrift. Hinsichtlich der Inhalte bin ich bereit zu konzedieren, dass es sich bei der Meteorologie nicht um die exakteste aller Wissenschaften handeln mag. Aber man hat mir ein Ende der Hitzewelle versprochen mit, eben, Donner, Blitz und Wolkenbruch. Und? Nix. Nada. Niente. Nitschewo. Ein paar kurze Windschwälle (wahrscheinlich die Ausläufer, wenn’s woanders gscheid runterging), um 2:00 Uhr früh immer noch knappe 30° und jetzt schon wieder auf dem Weg dorthin. Wozu mach ich denn Kühleres-Wetter-Pläne? Hmmm?

Soll sich doch um Haushalt und Wäsche und Einkäufe und so Zeug kümmern, wer will. Ich fahre an den See.

Sondervermögen

Der flockblog’sche Haushalt hat ein Sondervermögen “Flugabwehr” errichtet und in die Verteidigung der Süd/Ost- sowie der Süd/West-Flanke der Außenanlagen investiert.

Heute morgen um kurz nach sechs ist es soweit:

Der erste Taubenunverschämtling landet auf dem Balkongeländer an und guruh-guruht seine Kumpane herbei. Ich bin quasi sofort hellwach, muss nur noch mit der einen Hand die Brille aufsetzen, mit der anderen die geladene Waffe schnappen (nein, nicht unterm Kopfkissen, aber auf der Fensterbank, nah dabei), leise leise im Rahmen der Balkontür Stellung nehmen, zielen uhund – Volltreffer! Das, um den großen Reinhard Mey zu zitieren, “das war, bei Hubertus, ein prächtiger Blattschuss!” (Fragt Oma.)

Die beiden, die 20 Minuten später auf der Südwestseite krakeelen, erwische ich nicht ganz so gut, aber naß geworden sind sie auch. Hah! Langsam wird mir klar, wie befriedigend diese Ego-Shooter-Games sein müssen…

Ich schlafe dann noch mal ein bißchen. In aller Ruhe. Hah!

Man muss das verstehen, das Balkongeländer ist keine zwei Meter Luftlinie von meinem Kopfkissen entfernt und mein Haß auf diese Drecksviecher inzwischen lange und gut gewachsen. Was werden die erst schauen, wenn ich dem Wasser noch ein paar Tropfen Pfefferminzöl beimische…

Auch in der ORF-Mediathek: “Vorstadtweiber”

Von einer gewöhnlich gut unterrichteten Quelle erfahre ich, dass “der Uli Brée (Co-Drehbuchautor von “Vier Frauen und ein Todesfall”) das Buch zu “Vorstadtweiber” geschrieben” habe und die Quelle die Verfilmung ganz lustig findet. In der Ösi-Mediathek sind die ersten fünf Folgen verfügbar, und wo grad nicht mehr mehr Folgen von den Vieren zu haben sind, dann schau ma doch amoi.

Brée ist vom Dorf in die Stadt, vielmehr in deren schlimmste Variante, die Vorstadt gegangen und wir lernen nicht mehr nur vier, sondern fünf Frauen kennen (Inflation läßt halt keinen aus), deren Aufgabe Luxus ist (man denke Ken: “I do beach”), Shoppen, Friseur, Zumba sowie Intrige, Klatsch und Ehebruch. Gut geschrieben, gut besetzt (Simon Schwarz spielt einen ganz herrlichen Arschlochgatten), gut gespielt – ganz lustig. Kann ich bestätigen.

Darüber hinaus fällt auf, nicht zuletzt durch die zeitliche Nähe, in der ich die Serien angeschaut habe und ein trotz Hitze noch halbwegs funktionierendes Kurzzeitgedächtnis, dass Herr Brée ein ausgesprochen talentierter Wiederverwerter seiner Scherze und Gags ist. Falls er mal eine Karriere auf einem Recyclinghof anstreben sollte, hat er gute Chancen. Ist nicht schlimm, denn sie funktionieren ja hier wie dort, sollte man aber wissen, wenn man sich auf das Double Feature einläßt.

Kann man anschauen.