Witzitsch

Auf den Kinderseiten der Süddeutschen Zeitung gibt es immer ein Witzeduell. Die Scherze sind meist so mittelkomisch, aber heute, heute habe ich schon sehr gelacht:

Optimist: Dieses Glas ist 1/2 voll.
Pessimist: Dieses Glas ist 1/2 leer.
Excel: Dieses Glas ist der 1. Februar.

Zuagroast

Er, sagt mein neuer Bekannter, sei ja viel rumgekommen, so als Arzt bei der Marine, aber jetzt habe er beschlossen, im Süden seßhaft zu werden und habe, um sich seine neue Heimat zu erschließen, einige Stadtführungen mitgemacht.

Heute Abend werde er wieder im Biergarten verbringen, ganz traditionell unter ganz alten Eichen. Hmmm. So ganz gut aufgepaßt hat er wohl nicht, der Leichtmatrose der. Habe ihm empfohlen, Eichen zu weichen und stattdessen nach Kastanien Ausschau zu halten, habe damit Erfahrung, wohne ja hier schon länger.

Kennt wer einen Merkreim für Kastanien?

Die Zeit ist aus den Fugen

Rentnerin, die ich bin, hatte ich am zurückliegenden ein Doppel-Feature-Wochenende. Eins bei den einen Freunden am Freitag auf Samstag, eins bei den anderen von Sonntag auf Montag.

Führt jetzt gerade allerdings zu höchster Kalenderkonfusion, weil ich ja doch noch davon geprägt bin, dass ich früher mal berufstätig war und die Woche damals zuverlässig am Montag begann. Und da steh ich nun und es ist Mittwoch und die Sonnenfinsternis, die ich mir morgen anschauen wollte, hat gerade in der Minute angefangen. Nun aber hurtig auf einen Hügel…

Gelesen: Ian McEwan – “Unschuldige”

Der Roman hat es als 44. in die Auswahl der “50 großen Kriminalromane” der “Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek” geschafft.

Man muss wissen: Mit dergleichen Anläufen zur Kanonisierung verdienten sich Zeitungsverlage damals ein Zubrot, seinerzeit konnte man die Bände im Abo unter einer gebührenpflichtigen Rufnummer für 12 Cents die Minute (“Ruf mich an!” – Fragt Oma.) zum Schnäppchenpreis bestellen. Für meinen Begriff gildet ein Kanon immer erst, wenn ich informiert werde, wer welchen Band wieso aufgenommen und welcher es warum nicht geschafft hat. Eigentlich müßten immer die Kontaktdaten des Aussuchers dabei stehen, damit man im Bedarfsfall wen zum Schimpfen hat.

Im Klappentext wird der Titel wie folgt angepriesen: “‘Unschuldige’ (1989) ist ein packender Krimi aus dem Frontstadt-Milieu des Kalten Krieges und zugleich eine ergreifende Liebesgeschichte.” Klarer Fall von Diegeschmäckersindverschieden. Wobei ich betonen möchte, dass ich guten Geschmack habe und weder gepackt noch ergriffen bin, wenn ein mittelalter weißer Mann säftelnde Vergewaltigungsphantasien von heranrückender Roter Armee und jungen Berlinerinnen breittritt und mit viel Freude eine Retraumatisierung 10 Jahre später ausführlichst schildert. Bää-äääh!

Einzig interessant ist die historische Tatsache, dass es den “Berliner Tunnel”, die sogenannte “Operation Gold”, eine gemeinsame gegen die russischen Alliierten gerichtete Abhöraktion von CIA und M16 wirklich gegeben hat. Wen’s interessiert, findet dazu sicher Fachliteratur. Den Roman zu lesen erspare man sich.