Alles wieder wie immer: viktorianisches England, komplizierte Kleidung, strenge Sitten und eine junge nunmehr Frau, die selbstbestimmt leben, einen Beruf ausüben und sich auch noch gegen ihren großen Bruder, den anerkannt Besten in der Branche, behaupten will. Außerdem heiraten. Geht das überhaupt? Den Namen und damit die Identität aufgeben?
Das Team um Millie Bobbie Brown findet, dass das geht und setzt die Geschichte recht glücklich um. Schöne Location, Malta, und lauter große Themen. Kolonialismus und Krieg. Ehre und Empire. Besitz und Bereicherung. Sowie, drunter geht es nicht, Schuld und Sūhne. Ja, doch, gutes Buch (Jack Thorne, Nancy Springer) und die Regie (Philip Barantini) setzt auf das, was das Publikum schon kennt und liebt. Kampfszenen in üppigen Gewändern und den geschickten Einsatz der vierten Wand. Geschickt, weil dieses Mal viel sparsamer und nicht so inflationär wie im zweiten Teil.
Das Holmes-Universum ist erweitert worden. Neben den bekannten Gesichtern Louis Partridge (Tewkesbury, love interest; mei, ist der Bub groß geworden), Henry Cavill (Sherlock, dieses Mal eher im Geiste dabei, weil gleich zu Beginn entführt), Helena Bonham Carter (Mama – gleich der erste Auftritt mutet an wie Jack Sparrows Wiederauferstehung, hach!), übt sich nun Himesh Patels Dr. Watson als väterlicher Freund (macht er gut) und Sharon Duncan-Brewster rampensaut als Professor Moriaty mit einem Grinsen, das den Joker neidisch machen würde.
Doch, sehr nett geworden. Selbst das Happy End ist erträglich.
Kann man anschauen.

