Vermißtenanzeige

“Mein” Schwimmbad, das Stäblibad in Forstenried, gleich ums Eck mit Bus oder Auto, nett, harmlos und unaufgeregt, wurde letztes Frühjahr ohne lange Ankündigung geschlossen. Einfach so. Seitdem bin ich auf der Suche nach ebenso nahgelegenen Alternativen.

Seit heute ist das Westbad für mich endgültig gestorben. Meine Fresse! Ich will wieder einfach ein Becken mit Wasser und einen Schattenplatz für wenn ich nicht im Wasser bin. Kein Beachvolleyball, kein Fitneß und schon gar keinen Wasserspaß mit Rutschen und sonstigem Spaß. Ey.

Ja, ich weiß, heißester Tag des Jahres (bisher) und es sei auch allen die Abkühlung gegönnt. Aber das geht doch auch ohne Krach und Durcheinandergerenne und hier Gebrüll und da Pommes. Mensch! Um die Mittagszeit entnervt aufgegeben. So nicht.

Noch keine sechs Uhr früh…

…und ich bin schon wach. Warum? Weil mich friert. Ja doch, kalt ist es mir, weil ich ohne mich zuzudecken eingeschlafen bin. Eigentlich ein schönes Gefühl. Hmmm.

Noch dazu dröhnen die Scheißvögel lauthals Guruh-guruh durch den Innenhof. Offensichtlich hat die Brut Frühstück bestellt. Die Altern kollern und gurren und schwirren und flattern und auf den umliegenden Balkons findet eine Schlafmodenschau statt. Man grüßt sich, leicht verlegen und stark zerzaust in den unterschiedlichsten Knappmodellen und allen ist sichtlich der Wunsch gemein, nach dem Scheuchen noch einmal Schlaf zu finden.

So auch ich. Gähn.

Schon ganz lang nimmer neu im Fernsehen: “Vier Frauen und ein Todesfall”

Man hätte es sich eigentlich denken können: der ORF hat auch eine Mediathek. Die heißt dann halt nicht Mediathek, sonden “ON” (https://on.orf.at/), aber das ist ja wurscht. Gut, wissen wir das jetzt auch.

Aber nun zu den vier Frauen, die, nach einer Idee von Wolf Haas und Annemarie Mitterhofer sowie Büchern von Uli Brée und Rupert Henning, immer dann “recherchieren”, wenn ihnen ein Todesfall verdächtig scheint. Und das sind im wunderschönen Dorf Ilm im Mondseeland quasi immer alle.

Sehr schöne, oft herrlich skurrile Morde, wie der vom Drachenflieger Engl, der ganz in weiß einen Brautstrauß abwerfen soll und stattdessen unsanft mit der Kirchenglocke kollidiert. Aber dann sind die “Beerdigungsweiber”, angeführt von der wunderbaren Adele Neuhauser, zur Stelle und lösen in einer Dreiviertelstunde den Fall. Hochintellektuell ist die Serie nicht, aber sehr lustig, ganz besonders, wenn sich Bürgermeister Joseph (Beppi) Nothdurfter (Georges Kern) wieder in einer Redewendung verhaut.

Besonders geeignet für mattes Hirn bei Hitzewelle. Es sind allerdings derzeit nur die ersten beiden Staffeln verfügbar.

Aus dem Vokabelheft

Sprache, wie wir wissen, lebt und entwickelt sich ständig weiter. Und wenn’s dem Google Translator nicht schnell genug geht, dann erfindet er sich halt was neues.

In Wirklichkeit wird “groundswell” meist im übertragenen Sinne verwendet, und bedeutet eben nicht nur Grunddünung (lange, tiefe Ozeanwellen, die durch Stürme weit entfernt vom Strand entstehen), sondern eine spontane Welle der Unterstützung (z. B. bei Abstimmungen oder Wahlen) oder ein rasches Anschwellen (z. B. der öffentlichen Meinung).

Oder halt Bodenschwell. Ist auch hübsch.

Social Media

Für den frisch renovierten algenverseuchten Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial kursiert die hübsche Umbenennung “Strait of Warm Ooze”.

Und das, wo ein Großteil der Amerikaner (und der restlichen Weltbevölkerung) vor ein paar Monaten noch nie von der “Strait of Hormuz” gehört hatten…

Es ist doch noch nicht alles verloren, wenn die Schwarmintelligenz mit so hübschen Sprachbildern aufwartet.

Etymologie

Für mich gibt es kaum eine spannendere Wissenschaft als die von der Herkunft, Geschichte und Entwicklung der Wörter und als mir neulich der Gleichklang zwischen den Völkermord-Begriffen “Holocaust” und “Holodomor” auffiel, wollte ich natürlich wissen, ob es, und wenn ja, welchen Zusammenhang gibt.

Vorausgeschickt: Nein, es gibt keinen. Habe ich mir von ein paar Quellen bestätigen lassen.

Ich finde es nämlich nicht leicht, der aufdringlichen und unaufgeforderten KI bei Google irgendwas zu glauben, wenn sie gleich in der Überschrift von “sprachlichen Ursprüncken” faselt…

Nebenwirkung?

Mein Spamfolder läuft gerade ständig über – schlimmer als zu Weihnachten oder Ali Babas Feiert-den-Single-Feiertag. Woran liegt das?

Möglicherweise ist es den Bots auch zu heiß und sie sitzen in ihren schattigen Kellern und hauen Dreck raus, weil ihnen fad ist?

Schnell, schnell,

noch Besorgungen erledigen, bevor die Temperaturanzeige aus dem noch halbwegs kühlen Zwanzigerbereich auf heiße Dreißiger hüpft. Wintermantel (eigenartiges Konzept: dicke warme Kleidung) in die Reinigung gebracht, Rezept bei der Ärztin abgeholt (doch, das gibts noch. Kann es mir nur so erklären, dass der Extra-Weg schon Teil der Physiotherapie ist) und beim Viktualientandler Melonen, Tomaten und – endlich – türkische Zuckeraprikosen erstanden.

Daheim ist es kühl und dunkel. Nehme meine Beschwerde von gestern zurück.

Im Dunkeln munkeln

Jetzt sitze ich schon den zweiten Tag in Folge im abgedunkelten Zimmer, starre auf den Monitor und erzähle einem Auditor, wie super wir vorbereitet sind und was wir alles können.

Wenn mich das eins gelehrt hat, dann, dass die Rentnerei eine Supersache ist.

So, Mittagspause um. Weiter gehts.