Eben im Supermarkt

Eine Gruppe Greise holt sich Einkaufswagen. Eine und ein jeder die FFP2-Maske korrekt auf dem Gesicht justiert. Bevor ich mich fragen (oder sie) fragen kann, warum, höre ich auch schon in altersgerechter Lautstärke einen der Herren trompeten, dass man dieses Mal (wohl auf das Hantavirus bezogen) nicht wieder wie bei Covid darauf hereinfalle, dass Masken nutzlos seien – die hätten doch damals erst was gebracht, als hinreichende Mengen vorrätig waren. Alles Betrüger, die da oben. “Deswegn hamma mia gnua aufg’hom”, sagt er.

Hatten die Dinger nicht ein Ablaufdatum?

Noch nicht fertig gelesen: Ryan Gattis – “Das System”

Wie ich immer sage: Bücher ziehen Bücher nach. Vor Jahr und Tag hatte mir ein Freund “All involved” von Gattis ans Herz gelegt und das war dann auch eines der wenigen Bücher, die mich in den letzten Ferien wirklich vom Hocker gerissen haben (s. https://flockblog.de/?p=53306). Habe ich dem Freund natürlich berichtet, woraufhin er mir aus seiner Bibliothek “Das System” geliehen hat.

Dessen Handlung spielt nach den “LA Riots” und befaßt sich mit dem Strafvollzug in den USA – wobei einzelne Figuren aus dem ersten Buch Erwähnung finden. Es ist irgendwie nett, beiläufig zu erfahren, dass sich die Krankenschwester und der Feuerwehrmann gekriegt haben und aus dem Gang-Ghetto weggezogen sind, andere von ihren Verletzungen besser genesen sind, als ursprünglich zu erwarten war und wieder andere, nachdem nach den Morden während der Riots Positionen vakant geworden waren, in den Rängen aufgestiegen sind und jetzt, auf Anweisung ihrer Mobbosse, in den Knast sollen.

Leider ist die Übersetzung grottenschlecht. Zum einen, weil diese Gangs eine ganz eigene Sprache mit ganz eigenem Vokabular haben und das wirklich schwer ins Deutsche zu übertragen ist (da hilft auch das ausführliche Glossar am Ende nicht), zum anderen, weil ich den Übersetzern unterstellen muss, dass sie nicht allzu viel Erfahrung mit US-spezifischen Themen haben. Beispielsweise erwärmt man in der Mikrowelle nicht “einen Mac mit Käse”, sondern “Mac’n Cheese”, also kurze Röhrchennudeln mit Kunstkäsepampe. Man geht auch nicht zum “Platz” der Freundin, sondern in ihre Wohnung oder ihr Haus (“her place”). Insgesamt ist es so mies, dass es mir das Lesen so richtig verleidet, obwohl der Inhalt mindestens ebenso interessant ist, wie bei “All involved”. Ich werde mir das Buch nun auf Englisch besorgen und nochmal von vorne anfangen. So gehts einfach nicht.

Aufi muas i

Wir haben ja hier in der Wohnanstalt finkelfunkelniegelnagelneue Aufzüge bekommen, die den Auflagen hinsichtlich Barrierefreiheit genügen dürften und außerdem zu ihren Fahrgästen sprechen. Mit einer ganz entsetzlich sympathischen weiblichen Stimme (diese Modell “Plombenschmelzer”, wenn ihr wißt, was ich meine), die nun darüber informiert, in welchem Stockwerk wir uns befinden und in welche Richtung es geht, nach oben oder unten.

Besonders, wenn sie “Aufwärts” sagt, hat sie sowas jubelndes, positiv bestärkendes im Ton, dass ich mich jedes Mal, wenn ich das höre, dabei ertappe, dass ich die Mundwinkel nach oben verziehe. Doch nicht alles schlecht, in diesem unserem Lande…

Wiedergelesen: Paolo Bacigalupi – “Windup Girl”

Der Titel der deutschen Übersetzung ist “Biokrieg” – damit läßt sich der Inhalt leichter nachvollziehen. Es geht um eine Erde in einer Zeit nicht lang nach der heutigen: die fossilen Rohstoffe sind aufgebraucht, die Welt wieder in Nationalstaaten zersplittert, in denen jedem sein eigener Stamm der nächste ist und “Fremde” nicht eingelassen, vertrieben und getötet werden. Der prosperierendste Markt ist der mit Kalorien, also gentechnisch veränderten Lebensmitteln, deren Saatgut teuer, anfällig, aber dafür auch nur einjährig und in der nächsten Saison noch teurer ist und dessen Schädlinge im selben Labor entwickelt werden. Die Geschichte spielt in Thailand, in einem Bangkok, das sich, im Gegensatz zu vielen anderen Staaten in Asien, schon früh mit hohen Seewällen und Deichen gegen die steigenden Ozeane abgesichert hat und durch eine radikale Quarantänepolitik (niederbrennen und töten) die vielen mutierten Krankheitserreger, die Flora und Fauna (inkl. der Menschen) befielen, weitestgehend ausmerzen konnte.

Ich hatte das Buch das erste Mal kurz nach seinem Erscheinen im Jahre 2009 gelesen und jetzt beim Wiederlesen mit Grauen festgestellt, dass wir dieser Zukunft einfach nur näher gekommen sind.

Man sollte Bacigalupi unbedingt lesen! Lesen! Lesen!

Morgen, halb sechs, auf meinem Balkon

Die Guruh-Guruhs rücken an. Einzeln und in Kleingruppen. Wenn sie da sind, machen sie “guruh-guruh”. Einzeln und in Kleingruppen. Irgendwann halte ich es nicht mehr aus, stehe auf und gehe scheuchen. Einmal, zwei Mal, fünf Mal. Dann sind sie genervt und suchen sich einen anderen Balkon zum Krachmachen.

Wenn ich Glück habe, finde ich danach noch einmal in den Schlaf. Widrigenfalls bin ich den Resttag über genervt. Das mag ich nicht.

Darum werden nächste Woche Fähnchenketten und Windschläuche und Glitzervorhänge installiert. Vielleicht hilfts ja.

Nach den Ferien ist vor den Ferien

Als Rentnerin muss man seine Freizeit sorgfältig planen, nicht, dass einem da Termine durcheinander geraten. Deswegen informiere ich mich am besten schon jetzt, wohin die nächste Reise führen könnte, richtig?

Island vielleicht? Secret Escapes hätte da einen interessanten Vorschlag:

Oder doch dem Lauf eines großen europäischen Flusses bis nach Asien folgen?