Die langjährige flockblog-Leserschaft weiß, wie sehr ich auf Rothmüller-Reisen schwöre. Die Agenturinhaberin betreut und schippert Reisende persönlich, inklusive eines selbst inszenierten Kulturprogramms und Unterweisung für Zugereiste. Dieses Mal haben wir die Selbstfahrer-Option gewählt, sind am Freitagmorgen gen Brixen aufgebrochen und…
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Die langjährige flockblog-Leserschaft weiß, wie sehr ich ein paar Sommer lang meine Dreiländer-Theaterreisen genossen habe, Brixen (Südtirol), Braunau (Österreich) und Unterröhrenbach (Niederbayern) und wie traurig ich war, wie erst Italien, dann Österreich wegfiel. Könnt’ sich dieses Jahr ganz anders ausgehen, denn…
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Die langjährige flockblog-Leserschaft weiß, wie ernst ich meinen Bildungsauftrag als Chronistin und Magisterin der Theaterwissenschaften nehme und so arbeite ich an einer Schrift zur Werktreue am Beispiel von William Shakespeares “Sommernachtstraum” unter besonderer Berücksichtigung der Reimverpflichtung, welche…
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Was keiner weiß und trotzdem stimmt: gleich hinter der Engelsburg gehts teuflisch zu….
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Was Sie schon immer über die Fusion von Weinbau und Hotellerie wissen wollten und sich aus gutem Grund nicht zu fragen getraut haben…
Da! Kaum fange ich an, habe ich schon umpfzig Einleitungen und eine jede ist korrekt. Bringt mich aber meinem Ziel nicht näher, wo ich doch…
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Alles Quatsch! Einfach mittenhinein springen und gut is.
Das Eisacktaler Volkstheater (https://volkstheater.it/), eine Theatergemeinschaft von 33 Bühnen spielt alle zwei Jahre groß auf und nutzt den Sommer und allerschönste Locations, um sein Publikum mit Freilichttheater zu unterhalten. In diesem Jahr das ausgesprochen schöne Kloster Neustift, fangen wir doch hier schon einmal an mit dem ersten Hach! So schee scho.
Dort fand am Freitagabend die Premiere des Shakespear’schen Sommernachtstraums statt, in der Bearbeitung des angeblich (per Wahl) “lustigsten Österreichers” und Wieners Michael Niavarani und der sehr intensiven Nachbearbeitung des Regieduos Gabi Rothmüller und Alexander Liegl sowie der Schauspieltruppe. Erst einmal großes Kompliment an die im Hintergrund: Bühnenbildner und -bauer, Lichtdesign (großartig, diese Lichtsäulen. Und der Mond, hach!), Kostüm und Maske – Holla, die Waldfee, Herrschaften! Das war aber mal Hach im Quadrat!
Die im Lichte haben wie um ihr Leben gespielt – eine und ein jeder mit Elan und Spielfreude dabei, die quasi direkt aufs Publikum übersprangen. Mein Nebenmann ist fast erstickt vor Lachen und konnte sich bei den erfreulich schlüpfrigen Szenen vor Ah und Oh fast nicht mehr einkriegen. Nein, ich übertreibe nicht. Ich hab mit euch unten schon “Stayin’ Alive” mitgezählt, nur für den Fall, dass ich es gleich brauche, ah, ah, ah. Er hat aber knapp überlebt.
Ich habe wahnsinnig viel gelernt:
- Der Sommernachtstraum kann bequem in eineinhalb Stunden erzählt werden, ohne dass wesentliche Informationen fehlen.
- Wenn der Barde gewußt hätte, wie super die drauf sind, hätte er Oberons Obos (auf jedem verfügbaren Zweirad von Motorrad bis Roller) und Titanias Blumenkinder-Titis (Love, Peace, Imagine) wahrscheinlich eh gleich selbst erfunden.
- Außerdem bin ich sicher, dass er sich statt elisabethanischer Säusel-Ditties zur Lautenbegleitung auch lieber im italienischen Schlagerfundus bedient hätte – herrlitsch! Die ganze Truppe singend und tanzend und mindestens ebenso schön wie der Herr und seine Entourage am Ende des blogposts.
- Dass es zwei Pucks geben kann, habe ich schon einmal gesehen. Dass aber Pucks eine Regelarbeitszeit haben nach der sie in Rente geschickt werden (unter Verlust ihrer Privilegien wie Unsichtbarkeit) und die sich nicht vom Job lösen können, das war neu und unwahrscheinlich komisch. Vor allem der Senioren-Striptease (“mich sieht ja keiner”) und der anschließende Abtransport auf der Sackkarre – noch nie zuvor dagewesen und schon gar nicht bei Shakespeare. Das Publikum mußte kollektiv nach Taschentüchern suchen, um sich die Tränen aus den Augen zu wischen.
- Dass Oberon seine Titania zu überlisten sucht, indem er sie durch Zauberei dazu bringt, sich in einen dummen Mann zu verlieben, der in Eselsgestalt daherkommt, setze ich als bekannt voraus. Dass sich die Shakespeare-Experten in den Siebziger und Achtziger Jahren im wesentlichen über die Sexualsymbolik (jahaha, der Eselspenis) besabbert haben, erzähle ich für umsonst, weil man es mich seinerzeit zwangsgelehrt hat. Aber dass der Esel Schläfenlocken haben kann, die, wenn man an ihnen zieht, ihm die Ohren (auch einzeln) aufstellen. Das… das weiß ich erst seit Freitag in Neustift. Mei, war des nett. Außerdem, habe ich auch im Kloster gelernt, wer “enteselt” wird, muss auch den Schwanz abgeben. Wär das was gewesen für die Herren Experten damals, war auf jeden Fall was für meinen Nebenmann. Der hat sich am Schwanz fast verschluckt.
- Wissen ja eh alle, wenn der Esel wieder der Zettel ist, dann ist es bald vorbei. Die Waldläuferpaare finden sich, Elfenroyalty verträgt sich auch wieder, die Fusion drüben im Menschenreich kann stattfinden. Noch zwei große Sing- und Tanznummern, Ricchi E Poveris “Sarà perché ti amo” und “The Lion sleeps tonight”, den die ausgepowerte Mannschaft dann trotzdem als Zugabe noch einmal wiederholt und dann ist schon aus.
War das schön! Ich habe kaum Einzelheiten erwähnt und nicht die Schnürsenkel oder das lustige Schattenspiel hinter Titanias Lotterbett und niemandem im Team namentlich. Weil es nämlich eine sehr gelungene schwungvolle lustige Ensemble-Leistung geworden ist und das schließt ausdrücklich alle ein. Alle. Auch Regie. Der ich aber natürlich noch einmal separat für die “Jackerl mitbringen”-SMS danke. Ohne wärs zu kalt geworden. So war auch die Körpertemperatur optimal.
Ja, dankeschön. Molto, molto grazie, mutiple Hachs! Das hätte nicht schöner sein können. Ich wünsche, dass alle Vorstellungen so super laufen mögen wie die Premiere und mindestens so ausverkauft sind.
