Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. In den wirren Zeiten nach dem Ende des 2. Weltkriegs finden sich in Deutschland Juden, teils Überlebende der Konzentrationslager oder anderer Grauen, teils Abgesandte aus Palästina, um als “Nakam” (hebräisch für Rache) Rache am Mördervolk zu nehmen. “Sechs Millionen für sechs Millionen”. Sie treffen auf die jüdische Brigade der britischen Armee, die verborgen vor den Vorgesetzten in Einzelaktionen Schuldige hinrichtet, wenn deren Schuld aus zwei unabhängigen Quellen bestätigt ist. Deren Anführer und spätere Haganah-Offizier Mikhail (Michael Aloni) will den Massenmord (Plan A: Gift in den Wasserwerken der großen Städte Hamburg, Frankfurt am Main, München, Nürnberg und Berlin) verhindern, weil er davon ausgeht, dass danach für die Anerkennung des Staates Israel durch die Vereinten Nationen keine Unterstützung mehr zu bekommen sein wird.
Zwischen diesen beiden Fronten steht Max (großartig: August Diehl), dessen Frau und Kind bei einer der frühen Massenerschießungen der Wehrmacht ermordet worden waren und der selbst in Auschwitz lächelnd an der Rampe dafür zu sorgen hatte, dass die Ankömmlinge aus den Viehwaggons geordnet und ruhig in den Tod gingen. Er tendiert mal zu einen, mal zur anderen Lösung und ist in seiner Zerrissenheit die glaubhafteste Figur in diesem Film. Es tut einem fast leid, dass er eine Art “Happy End” spielen muss.
Ich bin aus der Generation, die quasi in jedem Schuljahr Faschismus und vor allem Nie wieder! auf dem Lehrplan hatte. Trotzdem wußte ich nichts über diesen jüdischen Widerstand in Deutschland. Es ist also gut und richtig, dass diese Geschichte endlich erzählt wird. Leider taugt der Film nicht viel. Er wurde auf englisch gedreht und dann mangelhaft nachsynchronisiert. Ich bin sicher, dass man das Drehbuch wörtlich übersetzt hat, aber der Imperfekt wird in der gesprochenen Sprache halt mal so gut wie nicht verwendet und so bleiben die Dialoge immer immer künstlich, wie abgelesen. Schon das nichts rechtes, aber dass dann auch die Figuren ohne jede Entwicklung bloß so in die grau-staubigen Nachkriegstrümmerlandschaften gedemmelt werden, die einen dauerfanatisch, die anderen dauerabwägend, und die Deutschen allesamt Antisemiten, noch oder schon wieder, aaahhhh!
Ganz arg gut gemeint, ganz bestimmt, aber gar nicht gut gemacht. Dann vielleicht doch lieber eine anständige Dokumentation, statt eines schlechten Spielfilms?

