Gelesen: Emily Tesh – “Some Desperate Glory”

Das ist mal richtig gute Science Fiction! Holla, the Forest Fairy! Military SF und Weltenbauen und ein sinniger Umgang mit Paralleluniversen. Doch, ich habe Teshs Erstling, der auch gleich den Hugo Award bekommen hat, sehr gerne gelesen.

Sehr schön das von ihr ausgedachte Zuchtprogramm, wonach nur die bestaussehendsten jungen Frauen mit dem vermeintlich wertvollsten Erbgut der “Nursery” zugewiesen um dort, natürlich nur von den höheren Dienstgraden, zur Repopulation benutzt zu werden. Sowie zur Brutpflege, bis die Kinder im Alter von sieben Jahren ihre militärische Ausbildung beginnen. Als in der Heldin, einer strenggläubigen vom und im System erzogenen Siebzehnjährigen die Erkenntnis dessen wächst, was eigentlich geschieht, kann sie das nur so ausdrücken, dass der Kommandeur ihrer Schwester “wehgetan” habe (“he hurt her”). Bis sie das Wort Vergewaltigung (“rape”) laut ausspricht, dauert es einige Paralleluniversen und Erkenntnisschritte, unter anderem der, dass sie als nächste dran sein soll.

Einschränkungen? Ja. Dass Zwillingsheldin und -held unbedingt lesbisch respektive schwul sein müssen? Nun ja. Ich schreibs der Jugend der Autorin (30 beim Schreiben) zu. Wie auch die langanhaltende Diskussion über das “richtige” Pronomen (they/them) für die Zuordnung des Alien. Da hätte das Lektorat ein bißchen mehr eingreifen dürfen. Weil’s aber insgesamt ein guter Wurf ist, empfehle ich, darüber den Mantel des Schweigens zu legen und zu lesen! Lesen! Lesen!