Ich bin immer wieder verblüfft, dass es Menschen gibt, die den Konsum von Büchern wie einen Wettbewerb, neudeutsch: “Challenge” angehen. Mit einer Mindestmenge, die pro Zeitraum X “zu schaffen” sein soll. Als ob man sich zum Lesen zwingen müsse.
Aber, wie meine weise Oma zu sagen pflegte, jeder Jeck is anders jeck und wenn es dazu führt, dass wieder mehr gelesen wird, dann sollen sie ruhig Bücher produzieren, mit farbigem Buchschnitt und der dann noch verziert mit Tupfen, die an im Regen aufgelöste Konfetti gemahnen und Buchumschlägen mit Spotlack und Glitzer.
In diesem Kontext kann ich so dermaßen tolerant sein. Da lasse ich sogar den Trend „Performative Reading“ (“Schaut hin: ich lese. Ein Buch, gar.”) gelten. Die machen das nämlich schweigend und telefonieren mir nicht in der U-Bahn die Ohren weg. (Toleranz schon wieder vorbei.)
