Sag mir, wo?

Ungefähr seit zwei Wochen, seit draußen alle Vöglein da sind und den Frühling in allen Ton- und Stimmlagen herbeizwitschern, sind sie weg, von meinem Balkon und ihrem Klo verschwunden. Quasi spurlos – und das will was heißen! Kein Guruh-guruh mehr, das mich morgens aus dem Bett holt oder irgendwann im Laufe des Tages zum Auf-den-Balkon-hinaus-rennen-und-hysterisch-mit-dem-Handtuch-scheuchen zwingt. Und das nicht nur bei mir, sondern auch bei den befallenen Nachbarn, wie wir uns gegenseitig erzählen, noch fast nicht bereit, es wirklich glauben zu können. Nicht, nachdem jeder und jede von uns alle möglichen Abwehrmaßnahmen durchexerziert hat. Ohne Erfolg, übrigens. Und nun wären die Kackbratzen auf einmal wirklich weg? Ehrlich wahr?

Gestern, an einem fast schon sommerlich trägen ruhigen Nachmittag höre ich es doch wieder in die Stille hinein grölen: Guruh-guruh. Ich springe mit einsatzbereitem Handtuch auf und da! Vom öberen (ich weiß, das Wort gibt es in der Hochsprache nicht, es passt aber) Dachfirst beäugt mich eine Einzeltaube und verlagert ihr Gewicht unruhig von einer Kralle auf die andere. Nix da! Hier ist besetzt.

Flieg doch rüber! Dahin, wo alle deine Kumpels jetzt ihre Bedürfnisse erledigen. Und bleibt gefälligst dort! Hah!

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