Keira Knightley, immer noch so klapperdünn, dass man mit Michi Mittermaier versucht ist, ihr ein Wurschtbrot zu machen, aber, und das macht sie zu einem ausgesprochen angenehmen Anblick: sie hat eine Stirn, die sie in Falten legen kann (macht (wenige) Momente des Nachdenkens glaubhaft). Und Sarah Lancashire, immer noch großartig in sparsamer ausdrucksstarker Mimik und den kleinsten Gesten und so wunderbar böse und lakonisch, wie man sie schon in “Happy Valley” kennen- und lieben gelernt hat. Außerdem London; Weihnachten; MI5, MI6, CIA, namenloser chinesischer Geheimdienst; London; Weihnachten; Attentäter aus der Assassinenschule (weil sie alle noch so jung sind) und ihre Aushilfsrefendare (weil sie auch alle noch so jung sind); Mob-Familien, in denen die Chefs immer böse alte Weiber sind, immer; Downing Street N°10; auch Weihnachten; große Lieben; eiskalte Killer; ganz böse Verschwörungen (keiner ist, was er zu sein scheint, whoo-hoo!); schurkische Schurk-Schurken; Weihnachten mit Neuschnee zu Heilig Abend. Alles da, um eine wenn schon nicht großartige, aber doch ordentliche Mini-Serie draus zu machen.
Und dann verfilmen die ein Drehbuch, das mehr Löcher hat als ein durchschnittliches Schleppnetz, nichts, aber auch gar nichts ist glaubhaft, falls die Schauspieler und Innen je gefragt haben sollten, was ihre Figuren motiviert, haben sie keine Antwort bekommen und auf gut Glück irgendwas gewurstelt und wenn die Handlungsfäden gerade mal wieder rettungslos verknotet sind, hilft man sich mit Pyrotechnik (Explosionen und Massenschießereien) aus der Patsche, Keira schaut dramatisch und runzelt die Stirn und dann gehts weiter. Bis fünf Folgen abgedreht sind. Nein, stimmt nicht. Für die letzten 20 Minuten der letzten Folge ist keinem mehr was eingefallen, es schneit und sie walzen Weihnachten mit der Familie platt. Aaarrghhhh!
What an utter shyte. Nicht anschauen!