Hier in der Wohnanstalt werden seit ca. einem Jahr längst überfällige Reparaturen und Wartungen vorgenommen (Schließanlage, Wasserleitungen, Aufzüge usw. usf.). Die meisten davon sind mit Geräusch verbunden, fast alle auch mit ordentlich Staub und Dreck und müssen anscheinend, um gut zu gelingen, ganz früh morgens begonnen werden.
Das ist gar nicht gut. Weil, ich habe doch, auch so vor ca. einem Jahr, meine Rentnerei angetreten. Entgegen manch irriger Annahmen ist dieser Umstand nicht automatisch mit seniler Bettflucht gekoppelt. Vielmehr im Gegenteil. Es gilt die Devise “Ausschlafen”. So lang, bis ich dem neuen Tag gerne entgegen sehe. Und genau jetzt dröhnt euer Unsere-Anstalt-muss-schöner-werden-Trupp mich alle Nase lang am hellerlichten Morgen aus dem Schlaf. Am liebsten mit Schlagbohrhämmern, die in diesem Betonbau hier genau auf mein Kissen geschallt werden. Und meine Zahnbürste. Selbst meine Morgenkaffeetasse.
Werte Hausverwaltung, verstehen Sie mich nicht miß: was immer Sie da tun, ist löblich. Fehlende Bewegungsmelder hatte ich beispielsweise schon im Monat meines Einzugs angemerkt (s. https://flockblog.de/?p=29399) und jetzt, da sie endlich da sind, machen sie das Leben sehr viel komfortabler. Aber doch ned so früh, ey!
Ich darf hierzu noch einmal aus Kurt Tucholskys Aufsatz “Der Mensch” zitieren: “Im übrigen ist der Mensch ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.”
Und Misanthropie ist ein Menschenrecht!