Meine Freundin Frau L. hat sich vor langer Zeit meiner angenommen, als ich noch ein Küken in der Welt des Großkonzerns war und unterweist mich nun schon seit Jahren im Umgang mit der Rentnerei. Seit ich selbst in diesem Zustand der Gnade angekommen bin, unternehmen wir vieles gemeinsam und so stand vor ein paar Wochen der Besuch der Jahrgangsinszenierung der Otto Falckenberg Schule “Anna, Mascha und Julia – (K)ein Stück von Tschechow” an.
Wir wären auch zu allem bereit gewesen, allein, an diesem Tag wurden die Öffentlichen Verkehrsmittel bestreikt. Die Kammerspiele waren nett genug, unsere Karten auf den Termin der nächsten Vorstellung, am Donnerstag dieser Woche zu übertragen. Nun ist es aber so, dass es irgendwie mit dem Teufel zugeht, denn Übermorgen ist wieder Streiktag. Also habe gestern nach zwölf Anläufen endlich die Kasse der Kammerspiele erreicht und die Karten noch einmal übertragen lassen, dieses Mal auf die Derniere, Anfang Mai. Ich hoffe, dass sich Gewerkschaft und kommunale Arbeitgeber bis dahin geeinigt haben werden.
Offen bleibt nur die Frage: Was hat Verdi gegen Tschechow?