Anschauen! http://bit.ly/OceOr9
(Vielen Dank an Annette für dieses Fundstück!)
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(Vielen Dank an Annette für dieses Fundstück!)
Riesenschilder informieren, daß demnächst der Frühling kommt und der Mensch nie genug Grills, Gartenmöbel und Rasenmäher haben kann – KAUFEN! KAUFEN! KAUFEN! Um die Ecke stapelweise Saatgut und Pflänzchen und einmal mehr das Gebot KAUFEN! KAUFEN! KAUFEN!
Nehmen wir nicht. Auch wenn die amerikane Kundin neben mir sich fast nicht mehr einkriegt: [Hüpfen und Wedeln:] “Isn’t that tooo cuuuute? [Ernst werdend:] And soooo helpful.”
Nix da! Die Vögel in meinem Garten sind clever genug, sich ihrer Nistmaterialen direkt aus dem Angebot von Mutter Natur zu bedienen.
Der Film zeigt die wahre Geschichte der Befreiung von sechs Amerikanern, denen zwar seinerzeit nachdem Khomeini und seine Revolutionsgarden im Iran an der Macht waren, die Flucht aus der Geiselhaft in der Teheraner Botschaft gelingt, aber nur, um anschließend ein paar Straßen weiter in der Residenz des kanadischen Botschafters zu stranden. (Man ist unwillkürlich versucht, Parallelen zu “Wag the Dog” zu ziehen, wo sich die Große Politik auch der Traumfabrik Hollywood bedient. Weil das Leben, im Gegensatz zur gängigen Meinung, eben nicht die besten Geschichten schreibt. Für die wirklich guten Stories werden schon Profis gebraucht.) Als Tarnung für die sechs Flüchtlinge läßt sich die CIA eine kanadische Location-Scout-Film-Crew erfinden, die nach getaner Arbeit (location gescoutet) das Land legal mit einem Linienflug verlassen soll, und zwar mit allem was zu einem Film gehört – Drehbuch, Produzent, Maske (John Goodman) Regisseur, Castings, Pressearbeit und Storyboards.
Regisseur und Hauptdarsteller Ben Affleck hat sich mit Tony Mendez eine Einsamer-Wolf-Rolle auf den Leib schneidern lassen, der, wie Marlowe und Sam Spade, seine Brüder im Geiste, seinen Auftrag und seine Schützlinge nicht im Stich läßt, auch wenn die da oben die Richtung wechseln und an der Befreiungsaktion auf einmal nicht mehr interessiert sind.
Argo ist klassisches Unterhaltungskino, in einem zeitgeschichtlichen Rahmen angesiedelt, mit ein paar Seitenhieben auf Filmgeschäft, Politik und Geheimdienste sowie die unmöglichen Klamotten und Brillengestelle der Siebziger. Man muß dafür nicht ins Kino, gemütlich daheim auf dem Sofa langt vollkommen.
Anschauen.
(Sieben Oscar-Nominierungen halte ich allerdings für ein bißchen übertrieben.)
Da schlägt man einen Begriff nach, nämlich “Tchotchke” und bekommt mit der Erklärung noch einen ganzen Sack extra schöner neuer Vokabeln dazu: small bauble, doodad, doohickey, gewgaw, gizmo, goolya, kitsch, knickknack, lagniappe, swag, thingamabob, thingamajig, toy, trinket, whatchamacallit, whosie-whatsit, widget
Kurz gesagt, Tchotchkes sind dasselbe wie der von mir so sehr geliebte “Kruscht”.
Trotz einer unglaublichen Aufholjagd der Niners hat es ganz knapp nicht gereicht (Endstand 34:31 für Baltimore). Harbaugh-Bruder Jim hat gegen John verloren. Daß die San Franziskaner nach dem Blackout auf einmal solchermaßen erstarkt waren, liege, so die Kommentatoren, daran, daß die Spieler das von daheim so gewöhnt seien. “It’s either a power outage or an earth quake, you gotta get used to it and carry on.”
Ich kontempliere seit dem Spiel eine Henne-Ei-Materie: Obwohl ich Bett abge- und wieder bezogen, Wäsche gewaschen und auf- und abgehängt sowie in den Schränken verräumt, gekocht, gegessen und gespült, Blog geschrieben, Steuerunterlagen zusammengesucht und Time Magazine gelesen habe, ist es mir gelungen, das gesamte Spiel (netto) zu sehen. Man muß wissen: Footballspiele haben keinen Fluß, sondern werden nach jedem Spielzug unterbrochen, und, wg. Superbowl, noch zusätzliche Werbe- und Expertenschwätzpausen sowie ein Stromausfall eingefügt.
Frage: Sind die Spielregeln so, weil Amerikaner an sich eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne haben oder ist dieses Konzentrationsdefizit solchen Spielregeln zuzuschreiben? (Im Baseball ist es nämlich nicht anders.) Oder geht es ihnen wie mir und sie haben einfach alle auch noch was anderes zu tun?
P.S. A bissele enttäuscht war ich, daß die “parent cam” für die Eltern der beiden Trainer-Brüder kein einziges Mal eingeblendet wurde.
Kaum ist die Halbzeitpause vorbei, fällt der Strom aus. Der halbe Mercedes Benz Superdome in New Orleans liegt im Dunkeln. (Wie lange war die Stadt nach Katrina ohne Strom? Und wieso verliert kein Mensch ein Wort darüber?)
Schalten wir halt nochmal ein bißchen Werbung extra und reden über das Spiel. Und darüber, welche Konsequenzen der Verantwortliche für den Stromausfall zu fürchten hat. (Rausschmiß auf jeden Fall und nie mehr wieder seinen Beleuchterfuß auf den Boden kriegen – die Stimmung ist so aufgeheizt, daß ich mich nicht wundern würde, wenn jemand anregen würde, ihm einfach eine Pistole aufs Zimmer bringen zu lassen.)
Gaanz ruhig! Nach ca. 35 Minuten ist das Licht wieder an und das Spiel geht weiter.
Die Baltimore Ravens liegen mit 21:6 vor den San Francisco 49ers.
Für die Pausenschau hatte die NFL Beyonce engagiert und die Welt hing an ihren Lippen – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei der Inaugurationsfeier für den Präsidenten im Januar hatte sie die Nationalhymne Playback vorgetragen (was auf englisch “lip-sync” heißt) und für den Superbowl war dem Publikum Live-Gesang versprochen worden.
Holla! Monsterlightshow, bissele Pyrotechnik und viele gutaussehende stark geschminkte junge Frauen in knappsten tiefdekolletierten schwarzen Lacklederspitzenkostümchen, die mit wehendem Langhaar auf High Heels in aufreizenden Posen in bester Animierdamentradition zu hämmernden Beats tanzen und zweideutige Texte sing-stöhnen (kein Wunder, daß man bei der Rennerei außer Atem kommt).
Mission accomplished.
Der Kinderchor der Sandy-Hook-Elementary und Jennifer Hudson singen “America the Beautiful”. Und echten Footballkerlen laufen die Tränen der Rührung über die Kriegsbemalung.
Alicia Keys in Rot an weißem Flügel intoniert eine sehr reduzierte Version der Nationalhymne (aber dafür länger als sonst) – und die Kerle heulen schon wieder.
Das fängt ja gut an.
Ich mache das nicht oft, aber diesen Artikel aus dem Time Magazine fand ich so lesenswert, daß ich ihn im ganzen in Englisch poste:
Road to Nowhere
By Michael Grunwald Monday, Feb. 11, 2013
It’s easy to see why Republicans are freaking out. The electorate is getting more diverse, less rural, more educated, less evangelical–in short, less demographically Republican. It’s also getting less hostile to gays, gun control, even government–in short, less ideologically Republican.
So ever since President Obama gave them a second drubbing, despite a supposedly disqualifying unemployment rate, GOP elites have admitted that America isn’t producing enough angry old white guys for them to win national elections, that they can’t be the party of no or the Tea Party party or the stupid party. That’s progress! The problem is figuring out what needs to change.
Predictably, some Republicans have concluded that what needs to change is the electorate. So they’re pushing more of the voter-ID laws and other purported antifraud measures that they designed to suppress Democratic turnout in 2012. Some of them even want to gerrymander the Electoral College: in Virginia, GOP apparatchiks proposed replacing a winner-take-all system with rules that would have given Mitt Romney nine of the state’s 13 electoral votes even though Obama got more actual votes.
But reality-based Republicans understand that banana-republic shenanigans won’t restore their majority. Artful redistricting may have persuaded some politicians that they can choose their voters, but voters usually choose their politicians.
These days, the party line is that Republicans need to change their approach to politics–message, tone, technology, strategy. They shouldn’t make repulsive comments about rape, question Obama’s birth certificate, brag about their unwillingness to compromise or suggest that 47% of their fellow citizens are moochers. They should repair their relationship with data so they won’t be flabbergasted when election night doesn’t ratify the predictions of their pundits. They need to use Skype, improve minority outreach and stop behaving like crotchety reactionaries who ridicule the First Lady’s efforts to promote healthy eating.
Again, this is progress. But while it may be comforting for Republicans to blame salesmanship rather than product, their salesmanship has been quite impressive. In the 2010 midterms, they successfully portrayed Obama’s stewardship of a recovering economy as an epic disaster and his promotion of Romney-style health care reforms as unprecedented socialism. They’ve rebranded themselves as an antideficit party after creating huge deficits in the Bush era, even though they’ve continued to push deficit-exploding tax cuts. After four years of their fighting unemployment benefits, highway projects, Wall Street reforms, disaster relief, insurance protections, millionaire tax hikes and other popular policies, it’s a tribute to their political skills that Republicans remain as competitive as they are.
No, Republicans need to change what they’re selling. For one thing, they’re selling buggy whips. Undeterred by the Iraq debacle, the meltdown of 2008 or the warming of the planet, they’re still peddling rah-rah neoconservatism, deregulation and climate denialism. They’re still carrying water for fossil-fuel industries, anti-gay activists and other interest groups on the wrong side of history while doubling down on the austerity measures that created double-dip recessions in Spain and Britain.
Republicans are also selling hypocrisy. They attack Obama for refusing to cut entitlements but also for cutting Medicare, because their elderly supporters like Medicare. They rarely propose their own spending cuts, except for PBS, NEA and other small-dollar liberal favorites; they often defend wasteful farm subsidies, because ag states tilt Republican. They warn that cutting military spending will kill jobs, the same Keynesian logic they mock when it comes to abstract government spending.
So far, the only policy that most Republicans seem interested in revising is their hostility toward immigration reform, partly in hope of revising Latino hostility toward them. But so far that’s mostly another messaging effort. It’s not clear how a GOP that has shed its centrists can offer a more modern product when its antigovernment base punishes any deviation from the buggy-whip line. And it’s not clear how a GOP dominated by that base can offer a more honest product when even antigovernment Americans seem to enjoy the services government provides. Ultimately, it’s hard to see what could deliver the change the party needs.
Except, perhaps, more drubbings.