Seit 2006 nicht mehr im Kino: “Flushed Away”

Keine Ahnung, warum ich seinerzeit Flushed Away aus dem Hause Aardmann, dem wir so feine Dinge wie Wallace & Gromit und Shaun the Sheep zu verdanken haben, verpaßt habe. Ist auch wurscht. Gestern hats ja dann geklappt. Und es hat sich so gelohnt: In der Zusammenarbeit mit DreamWorks ist da ein ganz wunderbar lustiger kurzweiliger Animations-Film entstanden. Meine allerliebste Figur ist der Henchman-Frog, ein französischer Attentäter, gesprochen vom Profi, Jean Reno. Einfach ‘errlisch!

Man braucht übrigens nicht einmal ein Alibikind auszuleihen. Einfach anschauen, Spaß haben und die DVD hinterher zur wachsenden Rattenfilmsammlung aufs Regal neben Ratatouille stellen.

All new in Utah

In Utah, dem Mormonenbundesstaat in den USA, wo Vielweiberei zwar inzwischen per Gesetz verboten ist, inoffiziell aber unter dem Deckmantel der religiösen Tradition durchaus weiterhin betrieben (und toleriert) wird, in Utah also ist Sex außerhalb der Ehe strafbar. Sünder oder Sünderin erwartet bis zu einem halben Jahr im Knast sowie eine Geldstrafe von $1,000.

Möglicherweise nicht mehr lange. Der dortige Senat hat mit einer 41:32-Mehrheit die Abschaffung dieses Gesetzes beschlossen; der Gouverneur, Gary Herbert, ein halbwegs moderater Republikaner, muß die Entscheidung jetzt nur noch ratifizieren.

Holla, Utah! Sieht aus, als wolltest du zum 21. Jahrhundert aufschließen. Herzlich willkommen!

“Schleife deine Maus, denn jetzt kommst du!”

Nein, das tu ich nicht. Ich lasse vielmehr meine Maus in Ruhe und bin verwirrt. Was will mir der Autor dieser Stellenanzeige sagen? Beschließe, dass mir das wurscht sein kann, weil ich in einem Unternehmen, das sich nicht entscheiden kann, ob es seine neuen Mitarbeiter Duzen oder Siezen will und in Ermangelung einer Lösung Anreden bunt und ohne Logik mischt, dafür aber Fachkenntnisse nicht voraussetzt, eh nicht arbeiten mag. Aber es hilft denen bestimmt, dass Bereitschaft zum ständigen Dazu Lernen sind Teil unserer Firmen-DNA. Dann lernen sie vielleicht irgendwann dazu, dass dieses Wort auch gemäß der allerneuesten Rechtschreibung noch zusammengeschrieben wird. In einem nächsten Schritt gilt es zu erkunden, wo der Plural herkommt.

Überhaupt scheinen die hipperen Arbeitgeber zur Zeit gerade alle DNA zu haben. Unsere DNA ist es, unsere Kunden zu unterstützen, jederzeit und überall. Schön. Von mir aus. Und? Team ist unsere DNA. Oh je. Vielleicht gibts da was von Ratiopharm? Das ist genau Deine DNA? Nein, Recruiter, ist es nicht. Geh weg. Und an dem Arbeitsplatz in einem der modernsten Gebäude Münchens mit Ausblick auf die Stadt und die Alpen bin ich nur interessiert, wenn die Stellenbeschreibung “Gutbezahlt aus dem Fenster schauen” ist.

Sonst noch? Für die Position fexible Allroundkraft (m/w) mit Russisch bin ich wahrscheinlich nicht flexibel genug und für Dagobert Duck zu arbeiten kann ich mir nicht leisten: Wohlh. Untnr su. Priv.skt. f. alles. Chiffre: 1234567. Habe ohnehin genug damit zu tun, herauszufinden, welcher Algorithmus bei Monster Stellenanzeigen, die zu meinem Profil passen, mit diesem Bild verknüpft. WTF?

ran an die jobs

Wie gehabt: alles, was kursiv hervorgehoben ist, ist wörtlich aus Stellenanzeigen entnommen.

Haare schön

Seit Fadi aus Baalbek heute Hand an mich gelegt hat, sehe ich aus wie die Hauptfigur aus dem Märchen “Silvilocks”.

Es mag daran liegen, dass Waschen und Schneiden miteinander in einer Viertelstunde erledigt waren, das Föhnen hingegen unter Einsatz mehrerer Rundbürsten und seltsamer Haarheizgeräte fast eine Stunde dauerte. Zahnarzt ist schneller.

Schwein gehabt

Wie ich grad vorhin aus der U-Bahn aussteige, drängt von draußen ein Knappzweimetermann in High Heels, Netzstrümpfen und einem sehr knappen Kranke-Schwester-Kostüm* mit tiefem Ausschnitt (links) und einer freistehenden Riesenplastikbrust mit palomapicassorotem Riesenhartnippel (rechts) in den Waggon. Hätte ich nicht schon seit Kindertagen immer eine Brille auf, dann müßte ich wahrscheinlich hinfort eine Augenklappe tragen. Und der behandelnde Notfallmediziner hätte auf seinem nächsten Kongreß einen Vortrag gehalten, mit einem sehr kuriosen Tittenbild mit Auge als Höhepunkt.

Gerade noch einmal gutgegangen. Puuuhhhh!

* Das vergleichbare US-Modell heißt “slutty nurse” und Nipplegate ist wg. Mayflower dort verboten.

Gelesen: Lissa Evans – “Small Change for Stuart”

Neulich hat sich im Feuilleton der Süddeutschen eine Autorin recht gefreut, dass jetzt endlich auch Lissa Evans Kinderbücher ins Deutsche übersetzt worden sind. Das habe ich mir gemerkt, weil ich ja immer fürs Jungvolk meines Vertrauens vernünftige Lektüre finden will.

Als guter Scout lege ich Wert darauf, zu kennen, was ich empfehle. Also hab ichs schnell weggelesen. Das Buch ist… liebenswürdig. Weniger geneigte Menschen würden möglicherweise sogar von altmodisch sprechen. Keine Drachen, keine Hexerei, keine elektronischen Helferlein. Nur ein kleiner, erfreulich intelligenter Junge, der sich durch die komplizierten Rätsel seines Magier-Großonkels löst, zur rechten Zeit ein kluges Mädchen mit ins Team holt und zum Schluß verdient belohnt wird.

Man kann es vorlesen oder einem ab ca. 9 Jahre alten Kind zum Selberlesen geben und es sollten alle Freude dran haben. Der deutsche Titel “Stuart Horten: Acht Münzen und eine magische Werkstatt” hat leider im Zug der Übersetzung das hübsche Wortspiel verloren und verrät dafür die ganze Handlung; die Übersetzung an sich soll aber gut geraten sein.

Ich freu mich auf und über Rückmeldungen.