And the Oscar goes…

mir sowas von am Derrière vorbei.

Ich bin ganz bestimmt nicht weniger Cineastin als früher, aber möglicherweise inzwischen alt genug, mir meine Meinung ganz alleine zu bilden, unabhängig von dem, was die da in Südkalifornien auskaschpern.

Ha! Academy, jetzt guckst du aber, was?

Mehr Licht!

Ich hatte es möglicherweise schon erwähnt: es ist duster. Viel zu duster und weil es auf der Wiese am See viel zu kalt zum Lesen ist, brauche ich an meinem Bett eine bessere Lampe als die, die aktuell da herumfunzelt. Also auf zum Onlinehändler meines Vertrauens: “Heda, Ladenschwengel, kann Er mir ein Licht reichen?”

Lampe_Willkommentext

Wie schön, wenn man so warm empfangen wird. Und wie ist es nun um die Leuchten bestellt?

Lampe_Produktbeschreibungtext

Auch das ist sehr brav von Ihm, dann zeige Er mir, was Er zu bieten hat.

Lampe_Stil

[Hinweis: einfach doppelklicken, wenn schlecht lesbar.]

Hmmm. Da bin ich jetzt ein wenig überfordert. Ich suche eher etwas Schlichtes…

Lampe_ländliche Persönlichkeit

Nein, nicht doch. Als ländliche Persönlichkeit würde ich mich nicht sehen… Was hat Er denn anderweitig im Angebot?Lampe_onefitsall

Nein, keine Tiere. Auch nicht ein Wellkleidhirschgiraffenalpakaeinhorn. Überhaupt, Einhorn. Ja mir geh Er weiter! Ich sagte doch schon, der ländliche Typ bin ich nicht. Ich suche ja auch eher eine Leselampe…

Lampe_Roboter

Ja. Nein. Das ist wirklich gut gemeint. Vielleicht sollte Er damit bei Herrn Düsentrieb vorsprechen. Ich brauche wirklich nur eine ganz schlichte Lesel…

Lampe_Faust

Kann es sein, dass wir aneinander vorbeireden? Lampe. Leuchtmittel. Ganz was Einfaches, Praktisches. Ja?

Lampe_Swarowski

Wie bitte? Ich bin doch nicht aus Österreich. Nimm Er das weg, bevor ich Augenkrebs bekomme. Noch einmal, ganz langsam. Das Ding soll neben meinem Bett stehen und gutes Leselicht machen. Hat Er das jetzt begriffen?

Lampe_Hinweis 2

Richtig. Sehr gut. Eine Lampe eben. Einen Versuch hat Er noch, dann geb ichs auf…

Lampe_Raumpartei

Wie bitte? Wer oder was ist die Raum-Partei und was habe ich mit denen zu tun? Drehe Er sein Glump gefälligst anderen an, ich bin dahin!

[Wütend, mit wehenden Mantelschößen nach hinten ab.]

Stärken und Schwächen?

Jetzt, wo ich wieder auf dem Bewerbungspfad bin, erzähle ich potentiellen Arbeitgebern gerne, wie offen ich für Neues bin (dermaßen) und wie flexibel erst (voll).

Ja, schon. Bin ich auch. Aber doch nicht, wenn es um mein heiliges samstags-zum-Frühstück-die-Wochenendausgabe-der-Süddeutschen-lesen-Ritual geht. Da kommt erst der erste Teil mit Politik, Leitartikel und Kommentaren, dann die “Seite 2”, dann das Feuilleton usw. Das wird alles Stück für Stück in der vorgesehenen Reihenfolge weggelesen und dann zu handlichen Päckchen gefaltet und gestapelt, um dem Papiermüll zugeführt zu werden. Das ist immer so. Jeden Samstag. Nicht verhandel- und nicht änderbar.

Es geht doch nicht, dass man mir alles zusammengematscht und ohne ordentliche thematische Trennung und teilweise anderer Reihenfolge als sonst in einem Stück Zeitung vorsetzt? Ich war doch überrascht (und auch ein bißchen entsetzt), wie sehr mich das beim Lesen irritiert hat. Der Grund dafür, sagt die Redaktion, sei ein Streik gewesen. Ich bitte die Herrschaften, sich sehr schnell gütlich zu einigen. Noch so eine Wochenendausgabe, und ich müßte mir tatsächlich eingestehen, dass ich zwanghaft veranlagt bin. Und wer möchte das schon, ey?

Aus der Reihe: Filme, die wir lieber nicht sehen wollen – “Bible Bees”

Bible Bees

Plot: Two little curious bees, Sunny and Petal are about to have the best time of our lives. Sharing stories is a great past time, but sharing stories about God is greater than anything. Join in on the fun, as they hear awesome story after awesome story about their Holy creator above. You know bumblebees, and you know honeybees…now get ready to meet the Bible Bees.

Winterblues 5

Erst der ganze Tag grauverhangen düster und dann machen die abends auf dem Heimweg in der irre vollen U-Bahn auch noch das Licht aus. Manno! Erst als ich mich in eine Bank dazuquetsche und anfange, mein Buch zu lesen, merke ich: nein, nicht die Beleuchtung ist schwächer. Vielmehr saugen die dicken dunklen Plusterkälteabwehrklamotten alles Helle weg.

Hiermit schließe ich mich der Totenbettforderung des Geheimen Rats aus Weimar an. “Mehr Licht!” Und füge hinzu: “Endlich wieder Farben! Bitte, bitte, bitte.” Ich habe diese Jahreszeit so satt!

Reschbeckt

Ich schimpfe sonst ja gern über die Schwachsinnsideen des Autovervollständigers auf meinem Handy. Aber heute muß ich ihn doch mal loben. Ich tippe “Bella” und er schlägt vor: “ciao”, “Block” und “Vista”.

Nicht übel, Maschine. Da hast du beim Lernen brav aufgepaßt.

Neu auf Netflix: The Umbrella Academy

Das ist mal eine sehr gelungene Comic-Verfilmung!

Ganz kurz zusammengefaßt: schwer dysfunktionale Familie, bestehend aus Adoptivkindern mit Superkräften sowie Supermacken, einer vom Alten eigens für sie gebauten Robotermutter im Fünfziger-Jahre-Design (Pettycoat + Milch&Kekse) sowie dem stilvoll gekleideten und sprechenden Butlerschimpansen Pogo, kommt nach dem Tod des Patriarchen in dessen Großstadtvilla zusammen.

Wen das schon anlacht, der darf sich außerdem auf die sehr schrägen Agenten einer sinistren Organisation für temporale Integrität, Cha-Cha und Hazel sowie ihren Handler (Kate Walsh, immer am besten, wenn sie böse Weiber spielen darf. Hach!), richtig harte Cops mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, eine edle Donutbäckerin in Rosa und jede Menge anderer herrlich überzeichneter Figuren freuen. Außerdem Zitate (ich nenne das jetzt mal so, weil ich der Produktion gegenüber freundlich gesinnt bin) aus dem Filmschaffen der letzten 50 Jahre und einen sensationellen Soundtrack.

Das Medium Film hat den Comics die bewegten Bilder voraus und die Macher dieser Serie nutzen diesen Vorteil weidlich. So ein schöner Vietnamkrieg mit Choppers, Geschützdonner und Feuer, so eine ausgesprochen hübsche Apokalypse mit verheerten Landschaften, soweit das Auge sehen kann, so knallbuntlaute Raves. Doch, das ist sehr hübsch geworden. Sehr.

Die erste Staffel endet, wo die Graphic Novels enden, aber weil Netflix schon eine zweite eingekauft hat, machen auch die Buchautoren weiter. Man darf gespannt sein. Und hoffen, dass Ellen Page (die ich schon seit Juno sehr mag), mehr als zwei Gesichtsausdrücke spielen und sich was netteres anziehen darf. Man reiche ihr bitte außerdem ein Wurschtbrot.

Man muß das Genre mögen, aber wenn man es tut, dann sollte man anschauen! Anschauen! Anschauen!

Noch in der ARD-Mediathek – Tatort “Murot und das Murmeltier”

Nachdem ich diese Woche jeden Abend aus war, hatte ich gestern Abend endlich Gelegenheit, den Tukur-Tatort zu gucken und habe mich auf meiner Couch vor Lachen fast weggeschmissen.

Murot ist in einer Zeitschleife gefangen, in der er jeden Morgen viel zu früh wieder mit der Nachricht geweckt wird, es habe einen Banküberfall gegeben und jedes Mal im Lauf der Ermittlungen mit mehr oder wenigen vielen anderen zu Tode kommt. Um rauszukommen, müssen er und mehr oder wenige viele andere einfach nur am Leben bleiben. (Buch und Regie: Dietrich Brüggemann.)

Unbedingt anschauen, wie herrlich Tukur erst die wachsende Verzweiflung seines Murot spielt, dann die zunehmende Wurschtigkeit (warum nicht einmal im Schlafanzug ermitteln?) und Experimentierfreude (hey, ich kann alles machen, warum also nicht mal blau? Oder einem Kind ein Bein stellen?) und nebenher, denn Kriminaler bleibt er natürlich auch in den Zeitschleifen, den Fall aufklärt.

Sehr sehr sehr hübsch. Unbedingt anschauen! Anschauen! Anschauen!

Neu im Kino: “How to Train Your Dragon: The Hidden World”

Es wird wohl nie mehr wieder so poetisch und zauberhaft werden, wie das Kennenlernen von Hickup und Toothless im ersten Film. Hach. Da wars für uns alle noch neu, für das Publikum genauso wie für Kind und Drachen und einfach wunder-, wunder-, wunderschön. Dies gesagt habend*: “The Hidden World” ist in manchen Momenten nah dran und ein gutes Ende geworden.

Es war gar nicht so leicht, in München ein Kino zu finden, das die Originalversion zeigt. Das wollte ich aber unbedingt, für mich sind die deutschen Synchronstimmen so fremd, das hätte nicht gepaßt. Und trotz Originalstimmen bin ich am Anfang richtig erschrocken, als das villakunterbunte Berk und seine fröhliche Drachenschar ins Bild kamen. “Meine Fresse”, habe ich gedacht, “wird das jetzt womöglich diese zuckerbonbonfarbene Veranstaltung, vor der ich mich insgeheim gefürchtet habe? Hatte ich am Ende Recht mit meinen Bedenken, dass der Abschluß der Trilogie eine Riesenenttäuschung wird?” Nein, hatte ich zum Glück nicht. Die Geschichte stimmt und dank der sagenhaften CGI sind die Bilder so wunderschön und unvergeßlich, wie man sie sich nur wünschen kann. Der Schurke Grimmel (optisch angelehnt an den jungen Donald Sutherland und sehr schön diabolisch gemein gesprochen von F. Murray Abraham) ist ein würdiger Gegner für den letzten Teil und erhält postwendend seine gerechte Strafe ohne irgendwelche Reichenbach-Falls-Optionen. Gut so.

Gibts an dem Film also gar nichts auszusetzen? Doch, natürlich, ein paar Kleinigkeiten. Die “Lightfury” ist arg glitzerig und glatt geraten, Ausstattung und Kostüme a weng steampunky (ich) bzw. sehr fantasylastig (mein Begleiter) und hätte nicht eines der Drachenjungen kariert sein können? Oder wenigstens gescheckt?

Sonst nix zu meckern. Kind leihen (oder einen Menschen mit Kindergemüt) und anschauen!

 

* “Dies gesagt habend” ist die wörtliche Übersetzung des Englischen “Having said that”, das immer auch ein Signal dafür ist, dass der/die Sprecherin nun aber möglicherweise das Gegenteil seiner vorherigen Aussage behaupten wird und die erste deswegen dennoch nicht falsch ist. Ich kenne keine deutsche Phrase, die das so gut kann – und nein, “was geht mich mein saudummes Geschwätz von gestern an” ist es nicht, weil viel zu abwertend.