Brrruuuummm, Brrruuuummm

In die hehre Gilde der Hausmeister wird nur aufgenommen, wer a) ein Style-Bekenntnis zu Engelbert Strauss ablegt (“Will nie nie wieder was anderes tragen immerdar.”) und b) schon als Kleinstkind Frühförderung für seinen Enthusiasmus für Frischluftlautgerät erfahren hat.

Der Anlagenhausl muß einer der Gildenmeister sein. Das letzte Schneefeld ist noch nicht abgetaut und er lärmt schon wieder seit den frühesten Morgenstunden mit dem Rasenmähtraktor durch die Außenanlagen.

Schlimmer als mit einem Elektroflüstergerät könnte man diesen Mann nicht strafen. Brrruuuummm, Brrruuuummm!

Zeigt her eure Füßchen

So, mein Tagwerk für heute ist vollbracht (geht ein bißchen schneller als bei erwerbstätigen Tagen) und vor der abendlichen Freizeitgestaltung noch Zeit. Also rasch eine Buchauswahl getroffen (Killerroboter? Seethaler? Europa zwischen zwei Weltkriegen?) und dann nichts wie raus auf den Südbalkon, ein Stündchen lesen.

Wie jetzt? Über den Himmel treiben dicke Wolken, ein Kaltwind zwirbelt den Sonnen(!)schirm und meine textilfreien Arme ganseln. Halt a mal, Feburar. Das war so nicht ausgemacht. Und du konntest es doch schon so viel besser, ey. Mensch! Monat! Echt jetzt? Weil du Blödhornung nicht mehr Sonne kannst, hab ich jetzt Strafarbeit?

Dann komme ich wohl nimmer aus und muß tatsächlich Schuhe shoppen. (Frau braucht ja für Vorstellungsgespräche was Anständiges an den Füßen und meine Lieblingstreter fallen demnächst auseinander.). Aber das hätte doch, weiß Gott, Morgen noch gereicht. Oder Übermorgen. Oder nächste Woche…

…ist, wenn man trotzdem lacht

Ob jetzt “Humor” die beste Kategorie ist, die Variety hätte wählen können, um über 45s Forderung nach Vergeltung gegen den anderen Präsidentendarsteller zu berichten, sei dahingestellt. Ich hätte vielleicht “Revenge” gewählt oder “Mortally Miffed Liverwurst (MML)”

Falls es wer noch nicht kennt: Baldwin hat eine ganz ganz wunderbar gelungene Parodie auf die Notstandserklärung abgeliefert. Da: https://bit.ly/2GyddOn und im Gegensatz zum Rest der Welt ist 45 ganz offensichtlich “not amused”.

Humor

Gelesen: Attica Locke – “Blue Bird, Blue Bird”

Wem die “Aufarbeitung” (ja, muß leider in Anführungszeichen stehen) des Rassismus in Amerika in “Green Book” zu flach war, der ist gut beraten, “Blue Bird, Blue Bird” zu lesen.

Locke beschreibt den alltäglichen Rassismus in Smalltown, Texas in der Zeit nach dem ersten schwarzen Präsidenten des Landes, indem sie einen schwarzen Texas Ranger zwei Mordfälle ermitteln läßt. Den an einem schwarzen Mann von auswärts, den der lokale Sheriff ohne weitere Untersuchung längst als “Autodiebstahl mit Todesfolge” zu den Akten gelegt hat und den an einer weißen Frau aus der Region, für den ein Schwarzer verantwortlich sein muß. Irgendeiner von “denen”. Wer sonst? Wie sie den Ranger tiefer und tiefer in die Geschichte der Kleinstadt und die eng miteinander verknüpften Schicksale der Protagonisten eindringen läßt, ist so atmosphärisch dicht und beklemmend geschrieben, dass man manchmal gar nicht weiterlesen mag. Weil es doch nicht sein kann, dass allein Hautfarbe das Schicksal eines Menschen bestimmt. Immer noch.

Darren, der Ranger. muß schon früh zu der Erkenntnis kommen, die das ganze Buch durchzieht:

Darren hatte schon immer glauben wollen, dass ihre Generation [die seiner Eltern] die letzte war, die so leben musste, dass der Wandel vom Weißen Haus durchsickern könnte. Tatsächlich hatte sich das Gegenteil bewahrheitet. Nach Obama hatte Amerika sich selbst verraten.

(Original: “Darren had always wanted to believe that theirs was the last generation to have to live that way, that change might trickle down from the White House. When in fact the opposite had proved to be true. In the wake of Obama, America had told on itself.”)

Nicht nur “immer noch”. Nein, auch “schon wieder”. Und keine Änderung in Sicht.

Das Buch ist, wie gesagt, harte Kost, aber unbedingt lesenswert!

Heiteres Ratespiel

Stadt? Wien. Land? Österreich. Flughafen? Schwachmat.

Hab ich vorhin erfunden und bin sehr stolz darauf. Hat auch allen ausgesprochen gut gefallen. Nur dem Wiener neda so.

Wehrkundetagung

Selten so gut bewacht gefühlt, wie gestern beim Kaffeetrinken in der Münchner Innenstadt. In der Kunsthalle waren wegen SiKo die Schließfächer gesperrt, auf der Straße kamen gefühlt auf einen Bürger mindestens zwei bis an die Zähne bewaffnete Mitglieder der Ordnungsmacht. (Und nicht einer davon so schön wie ein Samurai, wo selbst die Helme Bärte tragen.)

Wäre es nicht einfacher, dergleichen auf abgelegenen Inseln zu veranstalten, statt mitten in einer Millionenstadt?

Ausstellung in der Kunsthalle München: Samurai

Sehr schön kuratierte und aufgestellte Ausstellung, beginnend in der Zeit, als Japan eine Hochkultur war und man sich hierzulande gerade so halbwegs aus dem Mittelalter herauswurschtelte. Unbedingt gleich zu Anfang die Tafel studieren, auf der zu lesen ist, was gerade sonstwo auf der Welt los war. Und die Filme über Metallbearbeitung und Bogenschützenturniere anschauen. Alles hochinteressant.

Der Exit ist through the giftshop und man kann dort Light-Saber-Eßstäbchen kaufen. Oder Origami-Sumarai.

Sehr sehenswert! Geht noch bis Ende Juni.

Belobigung

So, Februar, da ist ja schon ganz viel Schönes dran. So ein feines Wetter! So viel schöne Sonne! So viel, dass wir heute den Sonnenschirm aus dem Winterquartier geholt und ihn wieder auf dem Balkon aufgestellt haben. Sehr brav.

Weitermachen!