Herzlichen Glückwunsch!
Noch schlägt der Googlevorschläger bei der Eingabe von “Jens” den unsäglichen Spahn vor, aber das wird sich sicher bald ändern, theaterbegeistert wie wir Deutschen sind.
Herzlichen Glückwunsch!
Noch schlägt der Googlevorschläger bei der Eingabe von “Jens” den unsäglichen Spahn vor, aber das wird sich sicher bald ändern, theaterbegeistert wie wir Deutschen sind.
Wer kriegt denn nun den verdammten Iffland-Ring? Die Spannung ist ja kaum mehr auszuhalten!
Im allgemeinen kann man die Kenntnisse und Fertigkeiten eines Menschen aus seiner Berufsbezeichnung herleiten. Ein Fliesenleger zum Beispiel wird in den seltensten Fällen ein wegen Mehlstauballergie schlecht beratener und widerwillig in die Baubranche umgeschulter Bäcker sein. Sollte die Berufsbezeichnung Fragen offen lassen, kann man fragen. Zum Beispiel im Verlauf des Telefonats, mit dem man eine Kandidatin zum Vorstellungsgespräch einlädt.
Ganz ganz schlecht ist die Methode, einen Termin zu vereinbaren, die Kandidatin anreisen zu lassen, zu zweit ein knapp zweistündiges sehr intensives Interview mit ihr zu führen und erst in den letzten paar Minuten zu erkennen zu geben, man habe eigentlich immer gedacht, jemand der eine gewisse Position in seinem Lebenslauf zu stehen hat, habe sich vorwiegend mit einem bestimmten Thema auseinandergesetzt. Dem Thema, das der Dreh- und Angelpunkt für die zu besetzende Stelle sei. Und dann ganz und gar fassungslos zu reagieren, wenn einem die Kandidatin sagt, dass die Welt nicht so funktioniert, wie man sich das so zusammenspintisiert.
Meine Fresse! Inklusive Anfahrt mehr als drei Stunden Lebenszeit vergeudet, bloß weil jemand anderer glaubt (!), etwas hätte zu sein, wie er will und dann vollkommen verschreckt reagiert, wenn (seine) Theorie mit der Praxis kollidiert. So eine Erfahrung kann ich mir noch nicht mal als Vorstellungsgesprächstraining schön reden.
* Julius Cäsar: “Libenter homines id, quod volunt, credunt” – “Gerne glauben die Menschen das, was sie wollen”.
Das ungute Gefühl wird immer stärker. Mich beobachtet doch wer? Oder? Zwischen “Arm hoch”, “Bein hoch” und “Wechseln” lasse ich vorsichtig meinen Blick kreisen und er fällt auf ein kleines Mädchen im rosa Rüschenbadeanzug, das stocksteif am Beckenrand kauert. Oben starrt sie (Zwieback-Werbekind-Blaukugelaugen), auf Brusthöhe Hello Kitty (Axenfeld-Rieger-Syndrom). Ah, geklärt. Weitermachen. “Arm hoch”, “Bein hoch”, “Wechseln” und Kind starren lassen.
Das (nämlich ältere wohlbeleibte Menschen beim Wassertritscheln), so erklärt ihre Mutter einer anderen, die gerade ihr tropfnasse Brut Richtung Duschen bugsiert, sei nämlich das Beste, was es gibt. Da schaue die Kleine jede Woche nach dem Babyschwimmen “wie angenagelt” ein Weilchen zu, lasse sich dann einseifen, abwaschen und anziehen und schlafe spätestens im Auto tief und fest. Ohne dieses Unterhaltungsprogramm ginge nichts davon ohne Gebrüll.
Gern geschehen. So einfach bin ich noch nicht oft an meine gute Tat für den Tag gekommen.
Meine liebe kalifornische Aqua-Yoga-Instruktorin Desha hat mit ihrer Musikauswahl den Grundstein dafür gelegt, dass ich ein breites ABBA-Repertoire textsicher vortragen kann. Lebenslänglich. Bislang habe ich damit gehadert, seit heute jedoch bin ich geneigt, mich mit diesem Umstand zu versöhnen.
Da sieht man mal, was eine halbe Stunde Wasserhampeln durchgehend Modern-Talking-beschallt mit einem Menschen machen kann. Oh Brother Louie Louie!
Herrschaften, aus Münster erwarte ich Klamauk und Wortwitz und eine vorgebliche Krimihandlung. Wenn das so weiter geht, dass man die Späße mit der Lupe suchen muß und dafür ernsthaft ermittelt wird, mit zeitweise sowas wie Tiefgang und einem ausgezeichneten böse-perfiden Schurken (Arnd Klawitter) als Gegenspieler, dann aber Gute Nacht, Ernie und Bert!
In einem Konzert wie diesem realisiere ich immer wieder, welche Lücken es in meiner Bildung noch zu stopfen gilt: von klassischer Musik verstehe ich einfach zu wenig. Noch. Kissin gilt als Ausnahmepianist und es sagt viel über meine Lücken aus, dass ich, als ich die Eintrittskarten zum Geburtstag geschenkt bekam, den Namen zum ersten Mal hörte. Das macht aber nix und kann nur besser werden.
Auch ohne Fachwissen konnte ich hören, dass es ein sehr schönes Konzert war, mit Werken aus der Romantik und dem Impressionismus (Frédéric Chopin: Drei Nocturnes, Robert Schumann: Klaviersonate f-Moll op. 14, Claude Debussy: 8 Préludes aus Heft I und Heft II, Alexandr Skrjabin: Klaviersonate Nr. 4 Fis-Dur op. 30) und habe mich, wie alle anderen, sehr gefreut, dass Kissin sogar noch drei Zugaben gab.
So ein schönes Geschenk! Vielen Dank nochmal!
Am Samstag war ich zum ersten Mal seit einer Ewigkeit wieder in der Innenstadt. Das ist da, wo Menschen shoppen, Hunde ausführen und auf bereiften Fahrzeugen durch die Massen mäandern, Touristen rücksichtslos Selfies machen, auf dem Odeonsplatz eine Wagenburg von fettigem Rauch ausstoßenden Foodtrucks trutzt, herum um große Mengen essender, trinkender, lärmender Menschen an Bierbänken und überraschend viele Hiesige den Namenstag des irischen Schutzheiligen begehen.
Eine Wand aus Lärm, Gestank und Leuten. Ich bin schier rückwärts die Rolltreppe heruntergefallen und habe ganz kurz erwogen, ganz schnell umzudrehen, Ausstellung Ausstellung sein zu lassen und wieder heimzufahren. Habs dann natürlich nicht getan, wäre auch schade gewesen um die schöne Ausstellung und die mit dem Freund verbrachte Zeit. Bin aber trotzdem ins Grübeln gekommen. Liegt es an mir? Den Anderen? Muß man alles beschallen? So dermaßen, dass der Soundcheck auf dem Wittelsbacherplatz beinahe den Reiter von seinem Denkmalpferd gehoben hätte? Hat Tucholsky* recht? Werde ich wunderlich? Oder die Welt immer lauter? Hört’s ihr alle schlecht oder was?
Dabei wäre es so einfach. Liebe Evolution: gib uns endlich Ohrenlider. Und zwar pronto!
* Aus dem schon häufig zitierten Aufsatz “Der Mensch” aus dem Jahre 1931. “Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. […] Im übrigen ist der Mensch ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.”
Wenn ein amerikanisch sprechender Mensch behauptet, er sei “all peachy”, dann will er damit sagen, dass die Welt gut zu ihm ist und es besser gar nimmer geht. Bruce Willis knurrt das in seinen Filmen gern, wenn er gerade aus dem umpfzigsten Stockwerk möglicherweise durch Fremdeinwirkung zu Fall gekommen ist und im blutbeschmierten ehemals weißen Feinrippfetzenunterhemd in einem Bett aus zersplittertem Glas auf dem Asphalt liegt.
Wer nicht Held, sondern bloß Präsident ist, kann ggfs. entpfirsicht werden.