Venceremos

“Shake it out”, der neue Hit von Florence and the Machine mag zwar im harmlosen Pop-Gewand daherkommen, doch Toni mit seinem schon in frühester Kindheit von sozialistischem Liedgut geprägten Gehör hat’s ganz klar erkannt: hier wird im Refrain der Revolutions-Commandante Che Guevara besungen.

Check it out: http://bit.ly/noYs4S

“Breitband im Sauerland- Die Aussätzigen haben jetzt Internet”

titelt der Spiegel am Samstag einen Artikel über die Einführung von Breitband in Meschede und Umgebung. Es reiche zwar nur zu Bandbreiten von sechs Megabit pro Sekunde, aber “das Sauerland [sei] endlich angekommen im 21. Jahrhundert.”

Sauerländer, ich beneide euch: für viel mehr Geld im Monat werden mir 16 Mbps versprochen und im Durchschnitt maximal 1,5 gewährt, hier, in der digitalen Diaspora im Silicon Valley. (Man muß es wirklich täglich erleben, um es zu glauben zu können.)

It’s Magic!

Neulich hat meine Kollegin Wei mir dieses Video geschickt http://bit.ly/zdsjtS (wahrscheinlich weil sie weiß, daß ich a) an Schals Spaß habe und b) immer total begeistert bin, wenn irgendetwas multifunktional ist). Und weil 神奇围巾围脖 wirklich alles kann und mir gar so gut gefallen hat, hat sie sich von einer Freundin aus China gleich zwei mitbringen lassen, um sie mir zu schenken.

Sobald ich das Wandelspiel ebenso gut beherrsche wie die kleine Quietschechinesin will sie ein Video von mir drehen. Ich hoffe sehr, daß der Schal wirklich so dehnbar ist, wie die tut und wir nicht etwa einen Film für die “Dummer Laowai”-Reihe des chinesischen Staatsfernsehens produzieren.

Superbowl 2012

Die Giganten aus New York haben in letzter Minute die Patrioten aus Boston 21:17 geschlagen. Und weil die NFL zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen kostenlosen Live-Stream angeboten hat (bei der vielen Werbung rechnet sich das trotzdem), habe ich’s mir zu Hause am Rechner angesehen.

(Wie bei jedem Ballspiel habe ich in Wirklichkeit nebenher gelesen und nur hingesehen, wenn der Lärm indiziert hat, daß was los ist… – aus mir wird einfach kein Sportfan mehr werden.)

Madhivanan

ist, glaube ich, das Hindi-Wort für “schnell und effektiv”.

Es kann natürlich auch der Vorname des Mitarbeiters beim Dell Technical Support sein, der in einem nicht ganz halbstündigen Telefonat die Wurzel des Übels beim DVD-Laufwerk nicht nur identifiziert, sondern auch repariert und auf Funktionsfähigkeit getestet hat. Ein Treiber hatte sich selbsttätig zerschossen.

Nun ist alles wieder heil.

Die süßesten Früchte

Wer kennt nicht das Dilemma, in der Obstabteilung gerne auch mal eine exotischere Frucht als einen Apfel erstehen zu wollen, aber davor zurückzuschrecken, weil er nicht erkennen kann, ob das Obst im optimalen Verzehrzustand ist. Man sehe sich hierzu den wunderbaren Sketch von Eddie Izzard an, in dem er wahllos auf den ausgelegten Waren herumdrückt und andere Kunden in einer Mischung aus verzweifelt und beifallheischend befragt: “Is that good squeezing?” (http://bit.ly/3PrVg 4:48)

Weil der Supermarkt-Manager von “fruits and vergs” nun entweder Eddie Izzard kennt oder wieder einmal nicht mit der Urteilsfähigkeit seiner kalifornischen Landsleute rechnet, muß keiner mehr seinen eigenen Sinnen trauen und etwas anfassen, drücken, schütteln, riechen – halbfruchtgroße Aufkleber lesen zu können reicht hier völlig.

Herr Winter geh hinter!

Welches Tief ist denn aktuell Schuld an der Saukälte in Deutschland? Irgendwie habe ich den Überblick verloren, was unter anderem daran liegt, daß man ja zu nix mehr kommt, wenn man samstags in Früh schnell den nötigsten Wochenendhaushaltspflichten nachkommt, damit viel Zeit für den “Bitch” bleibt (O-Ton Sam – so sprechen Mexikaner den Strand aus). Nun aber hurtig, Ebbe in Moss Beach ist um halb drei.

Die Sonne strahlt, kaum ein Lüftchen ist fühlbar, Windbreaker und warmer Pulli können im Auto bleiben, ein Hoodie für später reicht. Ich hüpfe den lieben langen Nachmittag von Tidepool zu Tidepool und finde: einen Seestern, sehr viele Seeschnecken, -schlängelein und -Anemonen, noch mehr Steine in allen Farben mit einem, zwei, drei, vielen Löchern, Einsiedlerkrebse, winzige Fischlein, Bagels, einen Gummistiefel, dicke Wichtigtuerkrebse, Tanginstallationen, Rotblattpflänzlein, Blaublattpflänzlein, einen Fisch in Familiendinnergröße … Die hereinkommende Flut spült stetig Neues nach und die Möwen machen einen Mordsradau, wenn man frech zwischen ihnen und ihren Frischfutternachschub steht und üben sich im Zielkacken.

So, nun aber los, zum Sunsetkaffee in Pacifica. Oben auf dem Bänkchen noch schnell den Sand aus den Crocs geschüttelt (häßliches Schuhwerk, aber ideal für tidepooling) und dabei mit Ann und Steven ins Gespräch gekommen. Sie sind vor einem Jahr aus Detroit, Michigan in die Bay Area umgezogen, weil er für GM und jetzt für Tesla Motoren entwickelt. Darum kennt Steven auch Deutschland gut (Zuffenhausen, Ingolstadt und Wolfsburg). So nach und nach zieht es die Familien mit Kindern, Eimerchen und Schäufelchen nach Hause, es wird still, Kormorane, Pelikane und Möwen lassen sich am Ufer nieder, um abendzuessen, Wellenberge türmenn sich hoch und zerstieben in Gischtwolken, Seelöwen lassen sich zu Wasser und es wird kühler (ich bin so dankbar um das Hoodie und Schuhe und Strümpfe). Unsere Bank ist nach Westen ausgerichtet und in trautem Schweigen sehen wir die Sonne sinken, kitschpostkartengemäß in Glutrot. Einfach schön.

Ob ich nicht manchmal Heimweh nach Deutschland hätte, hat mich neulich ein Kollege gefragt. An Tagen wie heute (20° plus incl. Pazifik) weiß ich nicht einmal, was das Wort bedeutet.

Aufstehen!

Heute war in Punxsutawney richtig was los, denn Phil wurde aufgeweckt. Phil ist zuständig für die mittelfristigen Wettervorhersagen und nicht etwa Meteorologe, sondern ein Murmeltier. Wem jetzt Bill Murray eingefallen ist, der hat recht: Am 2. Februar ist “Groundhog Day”. Man sagt, wenn Phil so wie heute seinen Schatten sehe, dann dauere das aktuelle Winterwetter noch mindestens sechs weitere Wochen an.

Bei uns ist es tagsüber um die 20°C warm, die Sonne scheint und die Aussicht auf Regen ist Null.

Also, ich habe damit ü-ber-haupt kein Problem. Gar kein bißchen!

Die Bewerberin des heutigen Tages

ist ein Individuum. Und zwar ein individual with passion, motivation, skills and experience.

Ihr Selbstbild ist das einer Die-Hard-Pragmatikerin:
* I’m a kind of person who wants get to the end result regardless.
* I’m a kind of “Do it anyway!” person.
* I’m a kind of “Get it done” person.
* To me, there is always a solution to every single problem.
Ihre Lieblingsfreizeitbeschäftigungen sind: Hiking, reading and listening to audio books about personal, professional and motivational books. Java kann sie nicht. Für sie ist das wahrscheinlich kein Problem. Für uns schon. Absage.

Für den 2. Platz hat sich der junge Mann qualifiziert, dessen wesentliche Lebensleistung bis dato darin bestand, Most Valuable Player on Sparcstation 10 gewesen zu sein. Er studiert noch, wird voraussichtlich 2014 überragend abschließen (sagt er). Zwischenzeitlich kann er sich aber vorstellen, nebenher bei uns den erfahrenen Vollzeit-Software-Entwicklern zu zeigen, wo’s lang geht.

Den haben wir auch nicht genommen.