Ob der frühe Vogel den Wurm gefangen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kann hingegen bestätigen, daß er seit dem ersten Licht* alle Anstrengungen unternommen hat, ihn tot zu brüllen.
* Die Sonne geht gegen halb sechs auf. Meine Fresse!
Ob der frühe Vogel den Wurm gefangen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kann hingegen bestätigen, daß er seit dem ersten Licht* alle Anstrengungen unternommen hat, ihn tot zu brüllen.
* Die Sonne geht gegen halb sechs auf. Meine Fresse!
Weder bekränzte Jungfrauen noch Blasmusikkapellen waren zugegen als am Samstagmorgen meine neue Titanhüfte zu Wasser gelassen wurde, nur Desha und Die Dicken Damen und wir haben gemeinsam gespratzelt wie ehedem. Wir hatten auch richtig Spaß an diesem sonnigen Morgen, so lange, bis die Pool-Schedule-Verantwortliche am Beckenrand erschien und uns eröffnete, daß unser Kurs zwischen 14. Juni und 10. August nicht stattfinden werde – man habe im Gremium entschieden, daß Kinderschwimmkurse wesentlich einträglicher seien. Nein, antwortet sie überrascht, ein Mitspracherecht gebe es nicht, und nein, man werde weder eine andere Uhrzeit noch eine Alternative in Betracht ziehen. Das sei schließlich eine Mehrheitsentscheidung und der müßten alle folgen. Daß wir weder an der Abstimmung beteiligt waren, noch, daß mit diesem Verdikt Berufstätige für den Sommer von der Aquafitneß ausgeschlossen sind, rührt sie. Ich vermeine aber, ein leichtes Zucken um die Augen zu erkennen, als ihr aus der Gruppe das böse D-Wort (Diskriminierung) und “Ageism” (Altersdiskriminierung) zugerufen werden, doch sie bleibt hart. “Enjoy your summer and see you all back in August.”
Desha ist ziemlich am Boden zerstört. Sie lebt von den Kursgebühren und mal ein paar hundert Dollar weniger machen es für sie nicht gerade einfach. Es wäre aber auch nicht Amerika, wenn nicht sofort auf Selbsthilfe gesonnen würde. Mal sehen, vielleicht spratzeln wir bald in einem Condo-Pool (Condo = Eigentumswohnung) in San Mateo. Daumen drücken.
June Gloom!
Wolken quellen, meergeboren,
verhüllen die Hügel.
Gestern Abend beim Duschen gurgelt und tut es in den Wasserleitungen wie nicht gescheit und als ich mich halb blind (wer duscht schon mit Brille?) und ungelenk an der Transferbank aus der Wanne hangele, stehe ich in einer Pfütze und das Badezimmer gut einen Zentimeter hoch unter Wasser. Extra ärgerlich ist das, wo doch Fee Zucely nachmittags alles auf Hochglanz gebracht hatte. Dammit! Was ist nun wieder? Die Frage ist selbstverständlich rhetorisch gemeint, hier im Haus ist alles original “antique”, also in dem Zustand, in dem es vor Urzeiten eingebaut wurde. Auch die Wasserleitungen.
Pümpel aus der Garage geholt (der ist nicht mehr original, da habe ich mir mal eine neuerzeitliche Luxusversion gegönnt), und alternierend in jedem Abfluß (Badewanne, Waschbecken, Toilette) eingesetzt. Aus jedem Überlauf spratzeln Wasser und Kalkbröckerl, eigentlich bräuchte ich einen zweiten Mann. Denn während ich an einem Abfluß vermeine, einen Durchbruch zu verspüren, läufts woanders schon wieder über. Eine schweißtreibende Stunde später scheint die Verstopfung sich zu ergeben, zumindest fließt Wasser wieder da ab, wo’s der Installateur vorgesehen hat. Wischen, Waschmaschine mit triefenden Tüchern beladen und – ja, genau, nochmal duschen.
Hoffentlich wars das jetzt, weitere Feierabende würde ich gerne wieder anders gestalten.
https://www.youtube.com/watch?v=f0jpImbkR5c
Vollkommen richtig, Toni: (facepalm) ist der einzig mögliche Kommentar zu diesem Fox-Schwachsinn…
Toni, sowieso der Allerbeste unter den Tonis, chauffiert mich seit Tagen zwischen Häuschen und Büro hin und her. Und weil ich ein Feierabendoxy eingeworfen habe und ohne Punkt und Komma dahinplappere, kommt er in den fragwürdigen Genuß meiner laut vorgetragenen Überlegungen, ob die Hügel heute eher aussehen wie kalbende Gletscher oder doch noch mehr wie eine Jodeldihü-Gführiger-Schnee-Juchee!-Winterlandschaft. Sonst mach’ ich das ja eher im Stillen mit mir ab.
Morgen hat ers hinter sich. Da fahre ich wieder selbst.
Wenn man hier sagen will, daß das aber ganz was anderes ist, gaaanz anders, dann spricht man nicht von Schuhwerk, sondern von Fischkochtöpfen: Ein ganz anderes Paar Stiefel ist im Angelsächsischen a different kettle of fish.
Wenn man, ach was, man… Richtig muß es heißen: Wenn ich des Sonntags am Spätnachmittag unser Auto unter Tonis Fahrlehrer-Argusaugen aus dem sonnigen aber kaltwindigen San Bruno nach Pacifica fahre, dann passiert, was hier im Spätfrühling gerne passiert: auf dem Berg steht eine dichte Nebelwand und die will auch nicht mehr weggehen. Am Steg angekommen, schlagen hohe Wellen ans Ufer, alles ist grau (keine 50 shades, vollkommen einheitliches Schmiergelbgrau), die Grenzen zwischen Wasser und Horizont haben sich eh schon längst aufgelöst und der Wind pfeift, als stehe er im Finale der Windpfeifmasterschaften.
Kalt isses und grauslig. Huiii, da spurten wir den Steg lang, ohne Stock und schneller hin- und zurück als beim letzten Mal vor zwei Wochen noch die einfache Strecke mit Stock. Hätte ich auch nicht gedacht, daß ich von einem langbeinigen Sachsen so schnell zu hören bekomme: “Was rennst du denn so?”
Ich bin noch nicht weit genug, um mir eine Meinung über das ganze Buch gebildet zu haben, bin aber, wie immer, schon jetzt von den Namen der Culture-Raumschiffe begeistert: Eines heißt Sense Amid Madness, Wit Amidst Folly, ein weiteres Me, I’m Counting. (Es wird komischer, wenn man weiß, daß in einem früheren Werk ein Schiff namens But Who’s Counting? eine wichtige Rolle spielt.)
Falls wer sich einen ersten Vorgeschmack auf Banks und seine Culture Space World holen möchte, unter diesem link http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_spacecraft_in_the_Culture_series hat ein fleißiger Mensch alle Schiffsnamen zusammengetragen.
Ich lese viel. Und irgendwann in den letzten Wochen hat ein Autor meines Vertrauens den englischen Film “Attack the Block” lobend erwähnt. Sehr zurecht. So unangestrengt und logisch wie hier SciFi (Alien Invasion), Komödie, Coming-of-Age-Geschichte, Schnelle-Schnitte-Action-Film und Sozialkritik ineinander verwoben sind, habe ich das vorher noch nie gesehen.
Augenlose Gorillas from Outer Space mit leuchtenden Doppelzahnreihenmonstergebissen fallen in einen Prekariatshochhaussilo irgendwo am schlechteren Ende von London her und eine Halbstarkengang aus gemixten Ethnien und mit unterschiedlich gebrochenen Biographien nimmt den Kampf auf. Sehr schön besetzt mit lauter unbekannten jungen, sehr guten Schauspielern und Nick Frost als schmierigem Mid-Level-Pot-Dealer, atmosphärisch angesiedelt im Siebziger Jahre B-Movie Genre.
Der Film paßt nicht so ganz in unsere aktuellen Sehgewohnheiten, aber wer sich eineinhalb Stunden auf ungewöhnliche Art gut unterhalten will, ist damit sehr gut bedient. Anschauen!