Zur Telenovela fehlt bloß noch der lang verschollene Zwilling, von dem außer der treuen Haushälterin niemand gewußt hat, aber sonst: alles da. Untreue Männer, eine am Altar zweifelnde Braut, uneheliches Kind, Witwer mit dunkler Vergangenheit (der hochverehrte Sanjeev Bhaskar), Monsoon Wedding, schmutzige Immobiliendeals, unterschiedlich gut geratene Kinder, Bigamie, ein Schwiegermonster (die herrliche Sindhu Vee), ein schwuler Sohn, und wenn noch wer fehlt, dann liegt es an mir und nicht an der auf der Serie “The Split” aus dem Jahr 2018ff basierdenden Neuverfilmung, damals mit der unübertroffenen Nicola Walker in der Hauptrolle (wird jetzt gegeben von Ritu Arya).
Dieses Mal ist das Drama um die reiche Familienrechtsanwaltsfamilie in Manchester angesiedelt und die Hauptfiguren kommen aus der britisch-indischen Oberschicht (man denke Rishi Sunak, dann hat man den richtigen Eindruck). Das erlaubt im Drehbuch ein paar Extravolten wie den Konflikt zwischen den religiösen Ritualen aus der “alten Heimat” und dem Wunsch, in der modernen britischen Gesellschaft angekommen zu sein. Außerdem trotz aller Aufklärung patriarchale Strukturen und – natürlich – alltäglicher Rassismus in den unterschiedlichsten Ausprägungen, aber sonst hält sich die Story streng an den Vorgänger.
Warum sollte man sich auch mehr Arbeit machen? Wer “The Split” kennt, weiß, was er mit “The Split Up” kriegt, plus Mango Lassi.
Guckt sich leicht weg und will auch nicht mehr.