…ist aber nicht leicht, wenn die eine Freundin vormittags anruft, um von ihrem entzückenden französischen Feriendorf zu berichten, wo man ihr frische Austern und Crevetten geradezu nachwirft und die größte Herausforderung darin besteht, bei wohltemperierter Luft und freundlich herbstwarmem Meer herauszufinden, wo es wohl die besten Croissants im Ort gibt. Die andere wartet dann bis zum Abend, bis sie in ihrer Mail “aus dem wunderschönen, warmen, sonnigen Griechenland” von ihrem ausgesprochen herrlich faulen Tagesablauf berichtet und das ganze mit viel zu schönem Bildmaterial belegt. Grummel.
Erschwert wird mir das Gönnen eigentlich nur dadurch, dass ich mir für nach meinem heißen Bad zum ersten Mal seit weiß ich nicht mehr ein langärmliges Nachthemd sowie eine Strickjacke rausgelegt habe, damit ich beim Genuß der nebenher aufgewärmten Kartoffel-Lauch-Suppe von gestern nicht frieren muss. Und eine Extra-Wolldecke fürs Bett. Ich armes, armes, armes Ding.
Ein anderer häufig zitierter Sinnspruch meiner weisen Großmutter (ich komme nach ihr) lautet: “Der Gerechte muß viel leiden”. (In ihrer rheinischen Diktion: “Der Jerechte”.)
Janz jenau.