In der Mediathek: “Babylon Berlin”

Anläßlich der aktuell veröffentlichten fünften und letzten Staffel der Serie hat die ARD für Nachzügler dankenswerterweise auch die ersten vier Staffeln in der Mediathek bereitgestellt. Das ist gut so, denn ich hatte damals den Hype verpaßt? Verweigert? Was weiß ich? Auf jeden Fall nichts gesehen vom Welterfolg “Babylon Berlin”. Die ersten paar der als Vorlage dienenden Bücher von Volker Kutscher hatte ich selbstverständlich gelesen, aber irgendwann die Freude daran verloren, warum weiß ich eigentlich gar nicht mehr. Ist auch nicht so wichtig.

Weil ich eine Neigung zur Vollständigkeit habe, fange ich am Anfang an, 1. Staffel, 1. Folge und bin jetzt mit den ersten beiden Staffeln durch. Ja. Hmmm. Also. Ich bin sicher, dass es den Machern gelungen ist, das Lebensgefühl der Zeit ziemlich authentisch einzufangen (die Serie beginnt mit der Versetzung des Kommissars Gereon Rath im Frühjahr 1929 von Köln nach Berlin, nach Babylon Berlin), Quellenmaterial gibt es schließlich mehr als genug (und ich keine einiges davon).

Es ist ein ganz großer Kessel ganz Buntes geworden. Vor meinem geistigen Auge habe ich immer wieder die Whiteboards gesehen, an denen mit allem was der Moderationskoffer hergibt, mit vielen bunten Klebezetteln in allen Farben und Formen und bunten Stiften und Pfeil- und sonstigen Symbolen die Ergebnisse des Brainstormings “Was fällt dir zum Berlin der frühen Dreißiger ein, es gibt keine falschen und dummen Antworten” festgehalten wurden. Und dann eins zu eins abgefilmt.

Was will ich eigentlich? Internationaler Riesenerfolg, mutiges neues deutsches Fernsehen, mit Preisen überhäuft… Was paßt denn nun schon wieder nicht?

Nichts. Es passt alles. Die ersten beiden Staffeln waren ganz genauso wie erwartet.

Die komplette Serie, alle fünf Staffeln, ist noch bis September 2027 in der Mediathek verfügbar. Das ist gut. Ich brauche jetzt nämlich eine Pause von Verruchtheit in Tateinheit mit Elend, Politik und schönen Hüten. Vielleicht kann ich mir nach der nächsten Etappe eine Meinung bilden, ob mir die Serie nun gefällt oder nicht. Vielleicht muss ich das aber auch gar nicht.