Bisher habe ich die Sommersonnenwende eigentlich nie gemocht. Warum sollte man sich freuen, daß die Tage kürzer werden und der Winter kommt? In diesem Jahr ist das Datum für mich mit einem Fünkchen Hoffnung verbunden. Wenn die Nächte ab jetzt wieder länger werden, dann heißt das im Umkehrschluß, daß der Ohrengraus auf dem Dachgiebel vielleicht auch wieder später aufsteht und mich nicht mehr um kurz nach fünf Uhr früh wachbrüllt.
Aus dem Vokabelheft
Heute lernen wir “doodad” kennen. Das ist dasselbe wie gizmo, gubbins, thingamabob, thingamajig, whatchamacallit, whatchamacallum, whatsis, widget, doohickey, doojigger, gimmick.
Ein Dingsbums.
1000 x Nebel
Heute bereiten wir einen Dreischichtpudding zu.
Zunächst bedecken Sie den Boden der Glasform mit grobgehackter Borkenschokolade. Anschließend geben Sie die feingemörserten Meringen in die glänzend fest geschlagene Sahne und tragen die Masse vorsichtig löffelweise auf die Schokolade auf. Abschließend lösen Sie Gelantine in frischgepreßtem Zitronensaft, gießen die angedickte Mischung auf die Meringensahne und lassen Sie im Kühlschrank erstarren.
Guten Appetit!
Neu im Kino: “How to Train Your Dragon 2”
Gut gemacht. Die nennen den zweiten Teil einfach Teil 2. Das verstehe ich, das verwirrt mich nicht und ist mir sehr sympathisch.
Sonst tut der Film nichts, der will nur spielen und das macht unheimlich Spaß. Fünf Jahre sind seit dem ersten Teil vergangen. Hickup und seine Drachenreitergang sind herangewachsen, Bartschatten, Stimmbruch, Brüste. Natürlich wird Berk wieder bedroht und natürlich (Spoiler Alert) geht’s ganz kurz vor Filmende doch noch gut aus. Außerdem Familie, ein paar Anleihen bei “Avatar”, Puppy Love und viele viele bunte Smar… ach Quatsch, viele viele bunte Drachis. Dazu wirklich witzige Dialogsequenzen, von guten Schauspielern gesprochen, vielleicht ein kleines bißchen zu viel Liebesgesülze für meinen Geschmack (es wird auch gesungen…), aber wieder wettgemacht durch die Vielfältigkeit der Drachen und den wirklich eindrucksvoll schurkischen Schurken Draco.
Ich schau mir “How to Train Your Dragon 2” bestimmt nochmal an. Gleich, nachdem ich “How to Train Your Dragon 1” nochmal angesehen habe.
Für Mick Jagger, zum 71. Geburtstag im Voraus

Ich kenn’ mich nicht so aus mit Fitneßstudios. Und noch weniger weiß ich, ob die Musik, die dort zwecks Moralhebung sowie Taktgefühl gespielt wird, irgendwelchen Moden unterworfen ist. Logisch wärs ja. Also ist es wohl so. Aber warum aktuell gerade in jeder Bewegungsanimierinstitution Jumpin’ Jack Flash ‘rauf und ‘runter genudelt wird, das verstehe ich nicht. Selbst Desha legt das Hampelmannlied beim Wasserspratzeln auf. Wie alt ist das jetzt?
Woher ich weiß, welche Musik in solchen Läden läuft? Ich bin heute bei einem PT (das steht in dem Fall mehr für Personal Trainer als für Physiotherapeut) vorstellig geworden, auf daß er mich auf Vordermann bringe. Er hat mich nach einem kurzen Gespräch wieder weggeschickt. Seine Services nähmen Menschen frühestens sechs Monate nach ihrer OP in Anspruch. Nicht nach sechs Wochen.
Story of my life. Immer zu früh dran…
Made in Germany
Wenn ich schon mal shoe shopping gehe, soll gleich das erste Paar passen. Und weich sollen sie sein, bequem und ewig halten. In Wirklichkeit dauert das Auswahlverfahren meist länger und in denselben Schuhen, die im Geschäft noch weich und bequem vorgetäuscht haben, laufe ich mir wochenlang Blasen.
Das, sagt meine Kollegin, müsse nicht sein. Denn es gebe doch “Woshishabber Shoes”. Hä? Die müsse ich doch kennen, die würden doch in meiner Heimat hergestellt und seien hierzulande gerade der allerletzte Schrei beim Weichundbequemschuh. Google kennt den Hersteller nicht. Meint sie vielleicht Birkenstocks? Nein, tut sie nicht. Die seien zwar auch cool und sehr angesagt, aber nein. Es hat ihr keine Ruhe gelassen und sie hat recherchiert. Dies seien die Schlappen, die sie meine: “Worishofer Comforts”.
Da schau her. Bad Wörishofen auf dem besten Weg zu seiner Viertelstunde Amerikaruhm.
Daher weht der Wind
Entweder steht uns ganz gräusliches nasses und kaltes Wetter ins Haus oder der Großteil der Ameisenpopulation im Garten ist auf dem Weg in die Ferien und will dabei durchs Haus – auf der Terasse reihen sich die Ameisenstraßen aneinander. Muß ich euch nun schon zum humpfzigsten Mal dran erinnern? Drin ist meins! Draußen können wir gerne teilen.
Ach was. Habe heute keine Lust, nett zu sein. Ich sprühe, aus der blauen Giftdose. Auf jede einzelne Straße. Und weil’s recht bläst, merken wir uns: immer, und zwar bei jedem Sprühgang aufs neue, die Windrichtung prüfen! Wichtig!
Identifiziert
Heute beim Garteln, genauer gesagt, beim Dschungeln (man merkt schon, daß ich Gartenarbeit seit geraumer Zeit habe ziemlich schleifen lassen), habe ich gleich wieder eine Handvoll Blue Birds im Schlepptau – was sollen sie auch selbst nach Hagebutten picken, wenn ich sie ihnen schnabelgerecht auf der Terasse auftrete. Eine echte Augenweide, wie sie da um mich herum flattern, hüpfen und picken und sich ihrer Körnlein freuen. Würde ich Disney mögen, würde ich jetzt an Cinderalla denken. Tirili, Tirila.
Auf einmal: Kreisch! Plärr! Gröl! Ein schrilles Sonnengrußgebrülle zerstört das Idyll und meine gefiederten Freunde steigen auf wie ein Vogel und warden nimmermehr gesehen. Bloß einer bleibt. Der Ohrengraus. Ein besonders dicker Blue Bird. Hockt fett auf seinem Ast und lärmt.
Und mir geht ein Licht auf: das ist der Schichtführer. Die Vögelein werkeln seit Sonnenaufgang haben jetzt Feierabend.
Karriere
Früher mal sei sein Jobtitel “Technischer Direktor” gewesen, aber hier in der Gegend erwarte dann immer jeder, daß er Computerprobleme beheben könne und deswegen habe er eine neue Berufsbezeichnung erfunden: er sei der “Ginerator” und mische die Rezepturen für die No. 209 Distillery in San Francisco zusammen. Wacholderbeeren sind zwar immer noch dabei, aber so letztes Jahrhundert – man müsse schließlich den “zeitgeist” mit in Erwägung ziehen und alle möglichen anderen Beeren, Rinden und sonstiges in den Gin rühren.
Ich habe ja so meine Zweifel, ob die Queen Mum selig amused wäre.
What’s Cooking America?
Das Schwimmbad hat für den Sommer unseren Dicke-Damen-Samstagskurs gestrichen und unterrichtet bei schönem Wetter lieber Unmengen von Tigerkinderjungvolk für heftige Gebühren in der hehren Kunst des Schwimmens – wir sollen wiederkommen, wenn’s kälter wird und man sich im Babybecken ohne Neopren nicht aufhalten kann. Geldgeil wie sie sind, werden dann, wenn wir nicht kommen dürfen, ausnahmsweise auch Snacks angeboten. Die Auswahl ist amerikanisch-ekelig: Spam Musubi, Pulled Pork Buns, Hot Dogs, Muffins, Brownies etc.
Spam Musubi (links) mußte ich auch erst nachsehen: es handelt sich um eine Scheibe gegrilltes Frühstücksfleisch aus der Dose, auf einen Bollen kalten Reis gedrückt und mit Seetang umwickelt und sieht aus wie ein Monstersushi. Traditionell reicht man dazu Mayonnaise. Eine “Pulled Pork Bun” (rechts) besteht aus kleingehäckseltem Schweinefleisch in ein Hamburgerbaatzbrötchen gepreßt. Optional mit Ketchup und Gelbem Senf. Letzterer ist bloß gelb, hat aber sonst weiter keine Eigenschaften und schon gar keinen Geschmack.
Wir werden nichts verpassen, wenn wir ab nächste Woche im Condo-Pool einer Mitdame umeinander spratzeln. Im Gegenteil, dort gebe es sogar ein Jaccuzi und sie werde Drinks reichen. Habe ebenfalls um Pool Boys ersucht.