That’s what friends are for

Meine Freunde zum Beispiel feiern nicht nur mit mir. Nein, sie hängen jetzt auch bei mir daheim an der Wand.*

Wie das? Uli und Rainer haben aus den Fest-Porträt-Photos einen Kalender gemacht. Mein depperter Postler hat das Kuvert heute im Regen (da regnets einmal in drei Wochen und den Tag sucht sich der Trottel aus) auf die Fußmatte vor dem Haus gelegt. Da, wo’s immer hintropft. Aber die Verpackungskünstler aus Kranzberg und Duct-Tape haben die wertvolle Fracht gut geschützt, kein Wässerchen hat euch getrübt.

VIELEN DANK!

* Nebenwirkungen? Und wie. Jetzt hätte ich euch gerne alle bald in echt hier.

3/7

Carolina hatte ein anstrengendes Wochenende mit der halben Ex-Familie ihres Stiefvaters (oder so – in jedem Fall äußerst komplizierte Familienverhältnisse) hinter sich und war heute gar nicht in der Laune für Nettigkeiten. “Hopp, auf die Bank, Missy. Ich hoffe für dich, dass meine Arbeit letzte Woche nicht umsonst war…” Ich hätte vielleicht am Wochenende nicht gerade Büsche schneiden und Bäume fällen sollen (frankly: nur ein Baum, und nur ein kleiner); sie fand meine Verspannungen nicht hinreichend gelöst und war nun doppelt bitchy gestimmt. Guter Anlass, das an meinen Muskeln und Sehnen ausgelassen. Immer, wenn ich vor lauter Schmerzen zwischen zusammengebissenen Zähnen Luft eingesogen habe (der berühmte “Hannibal-Lecter-Sound”) hat sie nochmal kräftig nachgelegt. Und gedrückt. Und entlanggestreift. Und mir den Satz ihrer Oma um die Ohren gehauen: “No Pain, no Gain.” Mannomann, war ich vielleicht alle – eine Stunde Massage ist ganz schön lang, wenn die Masseurin Frustabbau betreibt.

Sie hat für das nächste Mal Sanftmut in Aussicht gestellt. Für den Rest dieser Woche wurde empfohlen, ruckartige Bewegungen zu vermeiden, da diese den zu erwartenden Muskelkater noch verstärkten. Wahrscheinlich hat sie Torquemada in der Ahnenreihe, möglicherweise die gesamte Spanische Inquisition. (Falls wer Nachhilfe braucht: http://www.youtube.com/watch?v=3hEh2NH6teY)

Gute Vorsätze – Eine Parkbank erzählt eine Geschichte

Jemand hat sich hier in der Lektüre von Erbauungsschriften ergangen, wollte wohl in 12 einfachen Schritten zu einem neuen nüchternen Leben finden. Ein leerer Briefumschlag und eine geleerte Flasche zeugen davon, dass er sich wieder seine alten Maxime zugewandt hat: “What’s the use of getting sober if you gonna get drunk again?”

Like what?

Girlie A (über ihren Freund): “He’s so excited.”
Girlie B (schwer von Begriff): “What do you mean? He is, like, excited?”
Girlie A (bestätigend): “Yeah. Excited.”
Girlie B (nunmehr begreifend): “Ah.”

Hauptsache, die Luft ist mit Geräusch gefüllt.

Grocery Shopping

Wir waren vorhin noch schnell bei “Whole Foods”, ein paar Lebensmittel einkaufen. Der Laden heißt nicht umsonst im Volksmund “Whole Paycheck Foods”; sie haben wirklich gute Dinge (es gibt sie selbst hier) im Angebot, aber in Ermangelung eines Erstgeborenen zum Tausch gegen Essen mußte ich meinen Einkauf in harten Dollars bezahlen:

– 1 Becher Quark, ca. 125g, “handmade in Vermont”: $4.49
– 1 Stück Brie, ca. 150g, mit Walnüssen und Cranberries: $8.79
– 1 Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen (aus dem Kühlregal): $4.79
– 1 Pumpernickel Fitness-Bread: $5.69
(“no preservatives”, aber haltbar bis Oktober 2011. Die Brote jeweils ca. 350g schwer.)
– Dazu kommen noch 9,25% Tax.

Eine Packung 100 Paracetamol (500mg) Tabletten kostet im Höchstfall $9.00. Kein Wunder, dass man hierzulande nicht versteht, was ein Deutscher mit Apothekenpreisen meint.

Nachtrag: Ich hätte beinahe vergessen zu erzählen, dass ich $0.05 gespart habe, weil ich meine eigene Einkaufstasche mitgebracht hatte. Habe ich sofort und im Überschwang den Armen dieser Welt gespendet (“would you like to donate your bag gratification?”).

Heute auf der Post

Eigentlich war’s wie immer. Lange Schlange. Asiate mit Familienpaket. Behutsames Anschleichen an den Schalter. Drankommen und Briefmarken kaufen wollen. “Nö, leider. Die 98Cent-Marken sind aus (das entspricht dem Porto für einen Standardbrief ins Ausland). Wir hatten dieses Jahr ein extrem erfolgreiches Weihnachtsgeschäft, die gingen weg wie geschnitten Brot.” Ich solle doch Mitte nächster Woche nochmal vorbeikommen, da erwarten sie möglicherweise eine neue Lieferung.

Dass ich dann einfach unterschiedliche Werte zum selber zusammensetzen gekauft habe, fanden sie eine tolle Idee. Heißt das, dass andere warten, bis die richtigen Briefmarken zu haben sind, bevor sie wieder Postsendungen in die Ferne schicken? Und hat eigentlich je schon mal wer erlebt, dass der Post die Briefmarken ausgegangen sind?

2/7

Carolina hat wieder ganz fein massiert. Außerdem kann sie herrlich lästern. Eine ehemalige Arbeitgeberin, die sich offensichtlich nicht ihrer vollsten Zuneigung erfreuen darf, beschreibt sie mit den Worten: “… and when common sense came along her path she quickly turned her back to it.” Ihre kinderreiche ältere Schwester hatte zwei Mal “Irish Twins” (d.h. 2 Kinder innerhalb von 12 Monaten bekommen) und deren Ältester “had a bundle of opportunities and used to pick the wrong ones. That made him hop in and out of jail like a rabbit.”

Ei Ei Ei

Wenn’s in Deutschland zur Zeit um Eier geht, dann wohl meistens wegen des Dioxingehaltes. In Amerika bekommt man von der Payroll-Company ein Angebot für Mitarbeiterselektion zum Schnäppchenpreis, um die guten von den “rotten eggs” zu scheiden. Das ist gängige Praxis und legal, auch wenn die Wortwahl an Mengele erinnert.

Und weil hierzulande nichts ohne Drohen und Angstmachen geht, wird die Schnüffelaktion dem Arbeitgeber als Schlupfloch aus der Haftung für den Mitarbeiter verkauft. Denn es ist ebenfalls legal ein Unternehmen zu verklagen, weil ein “Backgroundcheck” nicht durchgeführt wurde und deswegen möglicherweise der Bock nun das Amt des Gärtners bekleidet.

Brave New World.

Noch einer…

Ein Bewerber (mit der e-mail-Adresse vorname.name@surewest.net) beschreibt seine Kernkompetenzen: US citizen- Male- excellent health.

Bin nicht sicher, ob er der richtige Mann für uns ist – aber vielleicht ist am Brokeback Mountain noch eine Stelle frei.