“The good people of the world are washing their cars…”

und wer würde Sheryl Crow da nicht recht geben wollen.

Weil wir a) selbstverstänlich gute Menschen sind und b) das Wetter am Wochenende wieder viel zu schön für inhäusiges war, haben wir am Samstagnachmittag Auto gewaschen. Ganz typisch, vorne in der Einfahrt, wie alle anderen in meiner Straße. Jeder hat nach Gusto beschallt, das ergab eine abenteuerliche Geräuschkulisse.

Neben dem Effekt, dass das Auto jetzt blitzt und funkelt wie nie, habe ich mich endlich bei Sam von gegenüber fürs Bäume schneiden bedanken können (den Apfelbaum nimmt er sich nächste Woche vor, damit die Vögel noch ein paar Tage Zeit zum Ernten haben), stellte sich Lyn dazu, um von den Zeiten zu plaudern, als sie selbst noch fuhr (und einen Kurs besuchte – war eigentlich nur für Männer, “but they did accept everbody who paid” – um Öl- und Reifenwechseln zu lernen) und stellten Carmen, Francisco und die Buben im Vorbeigehen fest: “long time no see”. Das ist schon eine tolle Nachbarschaft!

Der November gibt sich im übrigen große Mühe: das Wetter ist herrlich, so lange die Sonne scheint ist man mit einem T-Shirt hinreichend bekleidet. Es wäre allerdings wesentlich more convenient, wenn es nicht so entsetzlich früh dunkel würde, und wenn es schon dunkel sein muss, dann doch bitte nicht gleich solche Temperaturstürze (nicht isoliertes Holzhaus, also bibber).

Covenience*

Convenience ist hierzulande das A&O, ob es sich um essfertig vorproduzierte Mahlzeiten, Kreditkartenkonditionen oder die Rückgaberichtlinien von Kaufhäusern handelt. (Es wäre hingegen vermessen, den Öffentlichen Nahverkehr sowie Behörden mit diesem Begriff in Verbindung zu bringen.) Wahrscheinlich ist der Anspruch auf höchstmögliche Kundenbequemlichkeit in einem mir nicht vertrauten Zusatzartikel zur Verfassung verankert.

Sehr convenient sind die Öffnungszeiten meines Friseurs, unter der Woche bis abends um 09:00, an Wochenenden von 10:00 Uhr früh bis 06:00 Uhr abends. Besonders convenient ist, dass meine Friseurin  ihre aktuelle Kundin mit halbfertig bemalten Nägeln und dem Hinweis, dass Cindy nachher das Finish machen werde, sitzen ließ und mich eiligst mit vielen “my dears” und “sweethearts” ins Hinterzimmer komplimentierte, um mir erst mal ein Paket Kaffee zu schenken. Warum? Weil ich ihr doch zugeraten hätte, die Reise in die alte Heimat nach Vietnam zu machen und das war “the trip of my life”.  Wie das? Sie sei in den Siebziger Jahren einer der Vietnam-Boat-People-Flüchtlinge gewesen und hätte sich nun, nach so vielen Jahren, wieder mit ihrem Herkunftsland versöhnt. Und ohne meine Ermutigung wäre sie doch nie im Leben gereist. Ich fand’s viel zu viel der Ehre, aber sie hat sich nicht abbringen lassen. Dann bekam ich einen vietnamesischen Kaffee gekocht und zum guten Schluss die Haare geschnitten.

A bissele inconvenient möcht’s für die andere Kundin gewesen sein, als ich ging, wartete sie immer noch mit Papierfetzelchen zwischen den Zehen auf “Finish”.

.

* gemäß Webster’s dictionary:
“Entry Word: convenience
Function: noun
Meaning: something that adds to oneʼs ease <a house with all the modern conveniences that buyers have come to expect> — see comfort 2″


Momentaufnahme

Zwei Herren, deren Profession wohl am besten mit Stadtstreicherei  zu beschreiben ist, im schleppenden Gang Richtung Bushaltestellenwartebank. Einer der beiden trägt auf der Schulter einen schweren Ghettoblaster der ersten Generation, aus dem die Eagles dröhnen. Wir sind auf derselben Höhe, als er mich ansingt “We haven’t had that spirit here since 1969” und dann extemporiert “You must be too young to remember, Honeypie. Have a good night.” Dann läßt er sich umständlich neben seinem Kollegen auf der Bank nieder und sie schmettern – nicht ohne Selbstironie – im Chor: “Welcome to the Hotel California…”

In einem Film würde ich die Szene für ein ganz billiges Klischee halten, aber so selbst erlebt hatte sie etwas sehr Berührendes.

Emmerichs “2012”

Wir hätten ja wollen. Gestern Abend, die klassische Kombination, Dinner and a Movie. Dinner hatten wir gehabt, es fehlten noch die Karten für die Spätvorstellung um 10:35. Und dann das: diese, und alle weiteren Vorstellungen bis weit nach Mitternacht ausverkauft.

Pah. Dann halt doch Heimkino, Heizung, heißer Tee und warme Socken (auch nicht viel anders, als was ich fürs Kino angezogen hätte, dort wird winters wie sommers auf viel zu kalt temperiert) und endlich “Star Trek: The Future begins” nachgeholt. Statt Endzeit der junge Kirk und seine Kindercrew (was hatte ich Spaß an Chekov) und ein Happy End – so gehts doch auch. Nicht immer nur “When they tell you not to panic… that’s when you run!”

Secret Santa

Die hiesigen Matratzendiscounter schalten (möglicherweise gefühlt) am häufigsten Radiowerbung. “The Sleep Train”, “Mattress World”, “Mattress Discounter” und wie sie alle heißen haben natürlich immer die besten und billigsten Markenmatratzen, die freundlichsten und schnellsten Lieferanten, die niedrigsten Preise und die großzügigsten Zahlungsbedingungen – der Kunde kann ab sofort wieder gut schlafen, muss aber erst Ende 2010 dafür bezahlen, gerne auch in Raten.

Einer der Händler hat jetzt die Aktion “Secret Santa” ausgelobt: man kann einem der über 10.000 “Foster” children in Kaliforniens Kinderheimen ein Geschenk machen und damit deren trübe Weihnachten ein wenig erhellen. Wohl aus  Erfahrung klug geworden, sind an die Gaben folgende Bedingungen geknüpft: sie müssen neu gekauft sein, der Mindestkaufpreis darf nicht unter $10.00 liegen und das Präsent muss originalverpackt und ohne Geschenkumverpackung persönlich bei einer Filiale abgegeben werden.

Dies hörend, kann man sich vorstellen, welcher Schrott bei früheren Aktionen entsorgt worden sein muss.

Die ursprüngliche Idee hinter “Secret Santa” ist so eine Art Wichteln, s. u.

secret santa

Rechtschreibung

“shiid fenna go tew da moviesz”

Wenn man es laut liest, kommt man dahinter, was der Autor mir in seiner e-mail mitteilen wollte.

Idee

Wenn mir mal nach einer neuen Aufgabe sein sollte, dann könnte ich doch hier in Kalifornien eine Metzgerei aufmachen. Nicht, weil ich so viel Spaß an totem Fleisch habe, und auch nicht, weil ich für einen guten Bierschinken langsam morden könnte, sondern einfach nur, weil mir so ein schöner Name für den Laden eingefallen ist:

“BEST AND WURST”

Spice Girl

Eben im Coffee Shop: Ein kleines Mädchen mampft mit vollen Backen begeistert ihr letztes von vier oder fünf Sushi.  Befragt, was denn ihr japanisches Lieblingsgericht sei, antwortet sie strahlend: “Wasabi”.

Thanks for sharing

Inzwischen muss ich den hiesigen Blödfug schon gar nicht mehr selber sammeln, das scheint ansteckend zu sein. Toni nämlich bereitet sich im Gegensatz zu mir (ein paar Testfragebögen ankreuzeln und der Rest wird schon schiefgehen) ordentlich auf die Führerscheinprüfung vor und studiert das “California Driver Handbook”. (Zu finden unter: http://www.dmv.ca.gov/pubs/dl600.pdf )

Da drin sind dann so schöne Sentenzen zu finden wie:

  • The term thumb print means a thumb print or fingerprint, if you have no thumbs.
  • For the driving test, bring: – a licensed driver. NOTE: The driving test will be postponed if the vehicle does not meet the above requirements or if you refuse to use your seat belt during the driving test.
  • Four-sided diamond-shaped signs warn you of specific road conditions and dangers ahead. Many warning signs are diamond-shaped. Obey all warning signs regardless of their shape.

Vielleicht sollte ich’s doch lesen.