PG&E

Als PG&E-Kunde (“Pacific Gas & Electric”, das sind die, deren Leitung hier in die Luft geflogen ist) bekommt man leicht ein mulmiges Gefühl, wenn sich der “Unknown Caller” mit einer Computerstimme meldet: “This is PG&E. We have an important message for you.”

Dieses Mal wollten sie aber bloß Bescheid sagen, dass sie am 23. Dezember – entgegen ihrer Planung – den Strom nicht abgestellt haben. Freut mich, dass ich das am 25. Dezember gegen Abend auch mal mitgeteilt bekomme. Was ein Sauladen!

NYE

Man sieht hierzulande im allgemeinen gerade mal noch darüber hinweg, wenn das Gegenüber Weihnachten nicht feiert. (Könnte ja Hindu sein, oder Jude, oder Moslem oder – ganz egal; Kinderlosigkeit gilt auch als Befreiungsgrund.)

NYE hingegen. Das ist was anderes! Mal abgesehen davon, dass auch Silvester (“New Year’s Eve”) erst abgekürzt wirklich cool ist, wird einem suggeriert, dass man Pläne für einen ganz tollen Abend machen muss. Für einen Europäer irritierend: es ist selten genug vorgesehen, dass man um Mitternacht noch unterwegs ist – es sei denn, man zähle am Times Square die letzten Sekunden herunter. Passend zu Jahreszeit sind die Highways wieder mit Schildern gepflastert “Report Drunk Drivers”. Wieso habe ich nur das Gefühle, dass die Nation wieder in einer Zwischmühle steckt, irgendwo zwischen Party machen wollen und vor lauter puritanischem Erbe wieder nicht so recht können. Ganz nach dem Motto: “Mögen hätt’ ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut.”

Tagesbericht

Datum: 24. Dezember 2010
Status: arbeitsfrei, bezahlt
Ort: San Bruno, CA
Wetter: Sonnig, mit leichten Wolkenstreifen
Temperatur: ca. 16° C
Guter Vorsatz: Wäsche waschen und Hausputz
Setting: Gartenstuhl mit Wolldecke
Lektüre: Terry Pratchett “Der Club der Unsichtbaren Gelehrten”

Davon abgesehen, dass es bei weitem nicht der beste aller Pratchetts ist (das mag zum Teil auch an der Übersetzung von Gerald Jung liegen, ich fand immer, dass Andreas Brandhorst, der bisher die Übertragungen ins Deutsche besorgt hat, dies sehr kongenial hinbekommen hat) war es äußerst wohltuend, sich nach den Klagen aus dem verschneiten Deutschland an einem langen hellen Vormittag ganz faul einfach nur dem Lesen hinzugeben, den Blick über das grüne, grüne Gras schweifen zu lassen (so gesund sieht das nur aus, wenn es hier wochenlang (wie in meiner Abwesenheit) geschüttet hat) und den Vögelein beim Zwitschern, wahlweise den Zügen beim Pfeifen zuzuhören.

So konveniert mir der Heilige Abend – noch dazu, wo sich die guten Vorsätze widerspruchslos auf den nächsten Tag/die nächsten Tage haben vertagen lassen.

Was trifft

gleichermaßen auf die Gailtalerin und die Autorin des flockblog zu?

Richtig: “Sie ist wieder da!”

The Beagle has (schon wieder) landed

Eine Woche Pauschaltourist und die Aufgabe vorbildlich gelöst: unsere größten Sorgen waren die Wettervorhersage für den nächsten Tag (noch wärmer?) und die klassische Frage: “Was gibt’s zum Essen?” sowie Kopfschütteln und Augen verdrehen, wenn sich andere Pauschaltouristen so recht gründlich daneben benahmen. (Wie zum Beispiel der Herr, der in Moslem Country lauthals fehlenden Bacon reklamierte oder die Rentner, die zwar “nix mit dem Internet zu tun haben”, sich aber unbedingt am Online Check-In Schalter vordrängeln mussten.)

Wir haben unsere Zeit in El Qusir sehr genossen, gelesen, in der Sonne gesuhlt, beim Back Gammon verloren (ich) und gewonnen (Jürgen), viel geschlafen, fein gegessen, gut getrunken und Flossen und Schnorchel ordentlich im Roten Meer zu Wasser gelassen, in unserer wunderbaren Hausbucht mit Korallenriff und Myriaden von Fischlein in allen Farben. Kein einziger Hai.

Bei 25°C (plus!) abgeflogen, bei -10°C und Schneetreiben in München gelandet (in Fahrenheit ist der Temperatursturz wieder mal viel dramatischer von sonnigen 77°F in kalte 14°F). Ich werde versuchen, die nächsten beiden Tage zu genießen. Irgendwo drin. Nah am Ofen.

(Daheim hat die Rainy Season begonnen, mit um die 13°C – da müssen sich die Kalifornier schon noch anstrengen, damit ich gerne zurückkomme…)

Tour d’Allemagne

Seit ich wieder in Deutschland bin, schlafe ich mich durch alle möglichen Betten (ist auch eine Art von Matratzentest), deponiere überall aktuell nicht benötigtes Gepäck (das sind die Luxussorgen, wenn man mit 2x32kg reisen darf; das dann alles zur rechten Zeit wieder einzusammeln wird eine Logistik-Rallye werden) und packe immer mal wieder. Letzte Woche vorwiegend aus. Seit Sonntag auch ein – ganz vielen Dank noch einmal allen für die Geschenke und die Ideen dahinter! Ich freue mich. Sehr.

Mein Abenteuer vorgestern war eine Reise mit der Deutschen Winter-Bahn unter ausführlicher Besichtigung von Bahnhöfen (gar nicht empfehlen kann ich Crailsheim, wo der Bahnbeamte auf die Frage nach dem nächsten Zug zum elternnächsten Bahnhof lediglich mit der Gegenfrage aufwartet: “Bin ich Gott?” und mir aus seinem wohlbeheizten Kabäuschen eine gute Dreiviertelstunde beim Bibberwarten zusah. “Sie könnet jäderzeit weggeha vom Bohof – wenn dr Zug dann grad kommt, no verpassed S’en halt.” (Habe ihm die üblichen juckenden und nässenden Ekzeme an zum Selberkratzen schlecht erreichbaren Körperstellen gewünscht sowie einen Platten im Schneesturm bei gerade abgelaufener ADAC-Mitgliedschaft. Er möge sich seine Frage dann selbst beantworten.) Die nächsten eineinhalb Tage habe ich sehr beschaulich bei meinen Eltern verbracht und bin mittwochmittags First Class (unsere Buchung nach Ägypten enthält den “Zug zum Flug”) und für umme nobel und pünktlich nach München zurückgereist. Großes Lob an die dortigen Wetterverantwortlichen; man hat mit einem ordentlichen Föhn Straßen und Gehwege wieder freigeräumt, nur ein paar vereinzelte schmutzige Schneehaufen liegen noch rum. (Damit kann ich leben).

Gerade habe ich meinen Koffer wieder umgepackt, T-Shirts, Shorts, Bücher, Schnorchel, Flossen, Sonnencreme: morgen früh um 8:00 geht unser Flieger nach “El Kaschemm” (O-Ton meine Mutter, die hat da wohl irgendwas durcheinandergebracht. Wir wollen schließlich nicht nur trinken. Sondern auch essen. Steht so im Rezept für “Lecker Gefilte Hai-Fisch”). Ich freue mich schon sehr: eine ganze Woche Urlaub. Am Stück und ohne Internet. Der Wetterbericht klingt schon mal vielversprechend: 26°C am Samstag. Sonst um die 24°.
(sent from Jürgens Rechner mit der schlimmsten Maus aller Zeiten)

Winterwunderland

Was ich bisher von Bayern und München gesehen habe, liegt in trockener kalter Winterluft unter einer geschlossenen Schneedecke. Heute Nachmittag hat sich kurz die Sonne gezeigt und die Landschaft mit einem Funkeln überzogen.

Ja mir gehst weg! Mich friert ja schon, wenn ich sowas auf dem Dezemberkalenderbild anschauen muss. Habe meine Bewerbung als Eskimo nunmehr unwiderruflich zurückgezogen und freue mich gar sehr auf Ägypten. Die versprechen Tagestemperaturen von 24°C, damit kann ich dann wahrscheinlich gut leben.

1001

Wow! Seit dem letzten Blogpost sind wir vierstellig. Ich hätte mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt, dass ich es in 838 Tagen auf 1000 Einträge bringen würde. Keine ganz schlechte Quote…

Danke meiner treuen Leserschaft (auch und gerade den Übeltrollen) und meinem Gastland, so reich an Absurditäten und Merkwürdigkeiten.

Auf die nächsten tausend!