My personal interest lies in finding efficient solution and getting to the genesis of the subject.
Neu im Theater: “The Adjustor”
Im kleinen beschaulichen Dörferl Bergblick, drunt’ im Silikoniental hat die Laienspielgruppe wieder einmal aufg’spuilt, in einer recht freien Bearbeitung wurde “La Cage aux Folles” gegeben. Schon allein die Besetzung war zum Finger abschlecken. Dabei war der Charles als “die tänzelnde Versicherungstucke”. Der Alex mit dem Bürstenschnitt wieder einmal: unser Mann von der Enterprise. Ganz großartig der Pablo, ein Mann zwischen den Klassen. Schnauzbärtig, fett und dennoch ungemütlich, ist er der einzige, der die Sprache des Proletariats beherrscht. Noch nie hat man ein überzeugenderes “Dawai, dawai perezosos” gehört. Und natürlich unser Fräulein Ming: “Die macht das Schriftliche”. Eine zarte fernöstliche Blüte in Fake-Channel umgeben von Schmierfett – so was Schönes sieht man nicht alle Tage. In diesem Jahr neu dabei unsere Debütanten Toni und Sabine, die deutschen Deppen mit der Delle.
Beim Bühnenbild ham sie’s a wengele übertrieben. Auch wenn die griechischen Vollplastikstatuen im Kundenwartebereich vielleicht noch als subtile Anspielung auf den “Body Shop” gemeint waren… sie sind nicht schöner geworden durch die adventlichen Lichterketten und im Apfelrauch der Duftkerzen. Da wäre, wie so oft schon, weniger so viel mehr gewesen. Auch, dass der gesamte Enterprise Autoverleih aussah wie ein vor die Werkstattür geklemmter Quetsch-Cubicle ist gut sozialkritisch gemeint, aber das glaubt einem doch keiner. Wir sind doch nicht bei Brecht. Wo wir gerade beim Übertreiben sind: Herrschaften! Wer will sich denn noch aller entschuldigen, dass einer, der bei euch versichert ist, anderen Leuten das Auto kaputtmacht? Laßt’s euch gesagt sein, da muss man aufpassen, so verpielt man seine Glaubwürdigkeit beim Publikum.
Sonst hat’s gefallen. Wie man ernst am Wagen herumgutachtet (der Charles halt wieder, sowas kann er) und glaubhaft (so ein Klemmbrett ist eine tolle Requisite) einen Leihwagen hergibt, doch, da war schon sehr viel schönes dran. Eine Fortsetzung ist auch schon geplant: am Freitag. Titel “Better than new!” Schau ma moi.
Gestern bei Ann’s Hair & Beauty
Feiertagsgeschwächt, umschwirrt von einem Rudel Vietnamesinnen, die eifrig feilen, wickeln, pinseln, rollen, drücken, schlämmen, ölen, schneiden, föhnen, zupfen, färben liegen allerlei Frauen in den bequemen Sesseln und diskutieren pflichtgemäß die Diäten, die jetzt anstehen. Zum Beispiel no carbs, no fat, no was weiß ich, Hauptsache mit Leid, Verzicht und Buße für die Völlerei verbunden (auf dass man sie bald abbrechen und sich dann wieder der eigenen Schwäche schämen kann). Als das Thema durch ist, kommen sie zum wesentlichen: wer hat an Thanksgiving für wieviele Gäste das besteste und meisteste gekocht.
My Winner Is Loretta. Ihr Rezept beginnt mit: “Man nehme 2 Gallonen (knapp 8 Liter) Speiseöl und bereite “Turkey, deep fried. Makes it crispy from the outside and very juicy inside.”
Dankgebing, Part 3 – the whole story
“We plan the meal”
Ich wollte schon immer mal ein großes Thanksgiving Dinner kochen.
Also habe ich mir dieses Jahr Gäste eingeladen, einen kalten Vogel vorbestellt, das amerikanische Beilagenzeugs weit von mir gewiesen und stattdessen auf Bavarian Fusion gesetzt: Puter mit Knödeln und Blaukraut.
“We hunt the meal”
Blaukraut = Rotkohl (ist ja nicht so, dass sich die deutschen Regionen da einig wären) = Red Cabbage. Den Aufwand, einen ganzen Kohlkopf zu kaufen und zu hobeln habe ich gescheut; es wäre vermutlich aber ebenso schnell gegangen, wie ein Glas “Oberlander’s Red Cabbage – Original German Recipe” zu finden.
Knödelbrot. Gut, in Bayern die einfachste Übung; was tun in einem eher semmelarmen Land? Ganz einfach: Weizentoastbrot, 2 Stangen. Und dann den entsprechenden Reifegrad durch toasten vortäuschen (ergibt darüber hinaus ein ausgezeichnetes Röstaroma).
“We cook the meal”
Ohne Internet hätte ich nicht gewußt, dass bei toten Eisputern der Hals im Hintern steckt, Herz, Magen und Leber aber unter dem eingefalteten Halslappen. Dies, und die restlichen Eisklumpen aus der Bauchhöhle entfernt, das Monster gewaschen, getrocknet, gestopft, gesalbt, gewürzt, mit unter dem Rücken gefalteten Flügeln und über Kreuz geknoteten Beinen in die Form gestopft und dann 5 Stunden im Backofen bei milder mittlerer Hitze sich selbst überlassen (ganz wichtig: regelmäßige Aufgüsse, das schätzen nicht nur Finnen).
Weil der Vogel in den ersten beiden Stunden nicht gestört werden darf, habe ich mich derweil mit einem Buch in den Garten in gesetzt. Denn es war warm und sonnig. (Kein Schnee an Thanksgiving. Nicht hier!)
Ein paar Stunden später darf geschlemmt werden. Danach reichen wir sehr viele Digestives. Die Reste kommen in Tupperdosen und reisen am nächsten Tag zur Physiotherapeutin, deren Neugeborenes sie von der Zubereitung opulenter Mahlzeiten abhält.
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Schee wars. Gut wars. Dankeschön.
pat-down
Es war einmal, vor langer langer Zeit in England, da hatten die Gemischt-Schwitzer die ständig gegen die Saunatüren hämmernden “Get-Dressed”-Protestler satt und verwiesen das prüde Pack des Landes. Die Vertriebenen segelten von dannen, gründeten weit weg von zu Hause “God’s own Country”, massakrierten Büffel und Indianer und schworen in Scheinheiligkeit zu leben, immderdar.
Viele Jahre später gefiel es ihnen, das U.S. Department of Transportation Security Administration (TSA) zu schaffen. Dieses hat befunden, dass nichts Flüge sicherer macht, als Passagiere vor Reiseantrittt durch Nacktscanner zu treiben. Die Nachfahren der Puritaner wittern Böses und verweigern sich (“opt out”). (Schuld ist natürlich das böse Internet, das mit nie vorher dagewesener konspirativ-krimineller Energie Nacktscannerphotos auf seiner Facebook-Seite ein- und die Gescannten bloßstellt. Warum in den Scannern überhaupt eine Speicherfunktion vorgesehen ist, die Mißbrauch erst möglich macht, verstehe, wer will.) Dumm ist nur, dass die TSA stur auf “Safety”-Maßnahmen besteht. Wer kein Nacktphoto will, wird “physically investigated”, also abgetatscht. Da platzt schon mal der Urinbeutel eines Blasenkrebspatienten, verrutschen Silikonimplantate oder heulen Kinder sich die Augen aus, weil der fremde Mensch (und alle Umstehenden) auf ihr von klein auf antrainiertes lautes “Ich will nicht, dass Sie mich anfassen!” überhaupt nicht anspricht.
Da stehen sie nun in Gottes eigenem Land zwischen selbstgebastelter Skylla und Charybdis, ihrem vermeintlich seit der Mayflower bestehenden Grundrecht auf Privacy (“Don’t Touch My Junk Bro! http://www.youtube.com/watch?v=5pNuoVKMKNM)” und “enhanced security” (sie nennen es “invasive security measures”) – und kommen einfach nicht mehr raus. Und weil wir im real existierenden Kapitalismus leben, passt als i-Tüpfelchen doch gut, dass der frühere Chef der TSA, Michael Chertoff, der in seiner Amtszeit die Einführung der Bodyscanner als Anti-Terrormaßnahme beschlossen hat, seit nunmehr einem Jahr auf der Payroll von Rapiscan Systems (einem führenden Nacktscanner-Hersteller) zu finden ist.
Keine Frage, wem der heute beim Thanksgiving Dinner dankt.
Yoda says: Bewerber-Favorit des Tages er ist
“My most important qualifications include creativity and open-mindedness, allowing me to solve difficult problems and to build on new ideas that go beyond common wisdom.”
Dankgebing, Part 2
Der Eisvogel wird nachgiebig. Keulen und Flügel können bereits bewegt werden. Morgen kommt er in den Ofen – für ca. 5 Stunden nach der Faustregel: “Eine halbe Stund’ pro Pfund.” CIA lehrt alles was ich wissen muss: http://aol.it/gOH38T.
Eine englische Bekannte schrieb mir vorhin: “that just reminded me… last night my pilates teacher (blond) asked me how they celebrated Thanksgiving in the UK….” “???” “They jump up and down that they don;t have any of these damn religious freaks or zealots in thier country anymore…”
Abschließend ein leckeres amerikanisches Rezept: http://www.youtube.com/watch?v=JlRbYh3iZqU





