Weihnachten kommt

…oder, wie es die Autoren einer e-mail von Amazon, die mich vor Betrugsversuchen im Internet warnen will, nennen: “die nächste Hochsaison für Einkäufe”.

Früher hätte ich noch vermutet, dass die politisch korrekt sein wollen und niemanden kränken, der halt ums Jahresende herum was anderes mit Geschenken feiert. Aber nachdem Jeff Bezos nun auch zu den führenden Hofschranzen 47s gehört, dürfte das einfach nur die Angst des Kapitalisten vor irregeleiteten Profiten sein (also von ihm weg).

Verhörte Intelligenz

Ich veröffentliche ja lang nicht alle meine Funde (käme ja sonst zu gar nichts anderem mehr), aber dieser hier ist doch zu schön:

Aus dem dreiköpfigen (three-headed) Höllenhund Zerberus macht die VI einen dreimal behüteten (three hatted) und seitdem kriege ich das Bild eines Yorkshire Terriers mit drei Zylindern auf dem einen Kopf nicht mehr aus aus meinem. Da sage noch einmal einer, Künstliche Intelligenz töte menschliche Phantasie.

Au contraire.

Alle Vöglein sind…

…ich will es ja nicht beschreien, aber aktuell knarzen und krächzen in den fast schon kahlen Bäumen unter dem schweren Nebelhimmel nur noch schwarze Krähen. Wenn es überhaupt mal guru-guruht, dann in der Passage vor dem Haus, wo sich Tauben dick aufgeplustert vor der Bäckerei zusammenrotten, und den Passanten mit bösen Blicken zu verstehen geben, dass sie jetzt gerne deren Brötchen zum Fraß vorgeworfen bekämen.

“Vor der Bäckerei” bedeutet aber auch: nicht auf meinem Balkon. Wenn sich doch noch mal eine tollkühne Einzeltaube traut, heranzuflattern, bin ich sofort mit dem Scheuchwedelhandtuch zur Stelle und pfeife ihr, frei nach Florence Welch, “The Bird Days are OVER” (ja, in Großbuchstaben) hinterher.

Möge dieser Ärscher nun wirklich endlich vorbei sein.

Nicht zu Ende gelesen: Charles Dickens – “A Tale of Two Cities”

“A Tale of Two Cities” gehört zu Pflichtliteratur im Weltliteraturkanon. DAS Werk überhaupt zur Französischen Revolution, aus der Sicht eines viktorianischen Autors mit einem der berühmtesten Buchanfänge, die je geschrieben wurden: “It was the best of times, it was the worst of times, …”

Wiewohl ich mich nach Kräften bemüht habe, bin ich daran gescheitert. Hauptsächlich, weil nichts so schlecht altert wie Humor. Mir war ganz oft, als säße ich in einem Kabaratt, in dem der Vortragende gerade eine Kunstpause für einen zu erwartenden Lacher macht – und ich stumm bleibe, bleiben muss, weil ich keine Ahnung habe, was an seinen Ausführungen witzig gewesen sein könnte.

Elke Heidenreich hat dieser Tage in der Süddeutschen Zeitung* unter der Überschrift “Jemand findet, ich soll das lesen” sehr hübsch über die Neigung aktueller Autoren geschrieben, ihrer Leserschaft mit viel zu langen und überdies oft langweiligen Büchern zu quälen. Wisset Se, Frau Heidenreich: das kann einem selbst mit den Granden der Weltliteratur passieren. Ist es dann nicht schön, zu wissen, dass wir alt genug sind, ein Buch, mit dem wir nichts anfangen können, wegzulegen und dem nächsten eine Chance zu geben?

Wer meinen Band mit der schmucken Guillotine auf dem Titelbild haben will, gebe Bescheid. Sonst kommt er in den nächsten Bücherschank.

* Hier im Ganzen, falls jemand mehr wissen will: https://www.sueddeutsche.de/kultur/elke-heidenreich-zu-viele-neue-buecher-gastbeitrag-li.3334911

Gebühreneinzug

Vor lauter VI (Verhörte Intelligenz, neue flockblog-Kolumne), ist beinahe die Schlechte-Wortspiel-Kasse in eine Unterfinanzierungskrise (UFiKri) geraten. Zum Glück muß man nur einmal eine Zeitung aufschlagen bzw. anklicken und findet gleich wieder zahlungspflichtige Schätze:

Hitparade

Heute morgen lese ich, dass dem Sandwich-Werfer von Washington nun der Prozess gemacht wird. Mein Hirn, das eigenartig verkabelt ist und sich an so gut wie jeden Text erinnert, den es mit Musik verbunden je gehört hat, erteilt Anweisung, irgendwo aus den Hintersynapsen Roberto Blanco (ja, es erinnert sich auch an Interpreten) auszugraben und für den Rest des Tages geht mir der Puppenspieler aus Mexiko nicht mehr aus dem Sinn.

Ich wüßte lieber den ganzen Hamlet-Monolog auswendig. Im Original-Shakespeare-Englisch. Oder spräche fließend Mandarin. Aber nein, Schlager kann ich. Ummppff!

Fusion Cuisine

Der extrem aufgedrehte Herr am Nebentisch (ich vermute Cocaine all around his brain) deutet beidhändig und mit großen Gesten auf meinen Teller und mit Unterstützung seines Smartphones läßt er wissen, dass er aus Italien sei und mein Essen haben wolle. Meinen etwas bestürzten Gesichtsausdruck interpretiert er richtig und verdeutlicht in einem Gemisch aus Italienisch, Englisch und Gestik: nein, nein, nicht meins per se. Er wünsche, das gleiche Gericht zu bestellen, weil er molta molta fame habe. Die Bedienung ist auf Trab und bringt ihm zügig seinen Teller voller Nudeln und anderen chinesischen Zutaten (denn es ist ein China-Restaurant). Nun geschieht: nichts. Er schaut auf den dampfenden Teller, auf uns und wieder auf den Teller. Großes Drama.

Wat is, Luigi? Fehlt was? Sisisi. Aus tiefster italienscher Seele stößt er hervor: “Formaggio???”

Verhörte Intelligenz

Der Schauspieler David Tennant wird gefragt: “Are you common?” (Sind Sie ein Normalo?) Dessen Antwort: “Oh, I am common as fuck (total normal). I’m from Scotland.”

Die zur Höflichkeit erzogene Untertitel-KI schreibt: “Oh, I am common as mock.”

What the mock?