Bumm!

Werter Herr Trenkamp,
die Schlechte-Wortspiel-Kasse erwartet eine sofortige Einzahlung!

(Es ging um die zeitweilige Schließung des Oktoberfests wegen einer Bombendrohung.)

Schon lang nimmer im Kino: “Minions”

Ich mag die “Despicable Me”-Reihe und dass mir ein ganzer Minions-Film seinerzeit entgangen ist, kann ich nur damit erklären, dass ich wohl 2015 durch einem transatlantischen Umzug und Leben neu sortieren vom Kinoprogramm abgelenkt gewesen sein muss.

Macht aber nix. Die kunterbunte Wundertüte von Film spielt eh im Swinging London der Sechziger und sprudelt über vor popkulturellen Referenzen, die ich alle verstanden habe und wenn nicht, ist das auch nicht schlimm, denn man kann sich die Produktion auch an einem langen Winterabend noch mal ansehen und dann die verstehen, die einem bisher entgangen sind.

Wer ein Alibikind dazu braucht, möge es sich leihen. Hauptsache, gelegentlich mal anschauen!

Nicht zu Ende gelesen: Friedrich Ani – “Der namenlose Tag”

Ani ist Vielfachpreisträger und Mitglied im PEN-Club und es hat Zeiten gegeben, da fand ich seinen Romanhelden Tabor Süden interessant und spannend. Lang, lang ist es her.

Der neue, Jakob Franck, der in diesem Buch sein Debut gibt, hat es nicht leicht. Er muss nämlich, eingebettet in Anis unglaublich selbstverliebte Sprachbilder, in einem Cold Case ermitteln, in dem ein Mann “durch das Gehege seiner Fragen irrt”, während in seinen “Augen der schwarze Vogel Einsamkeit nistet”. Ich konnte dieses Gesülze nicht lang ertragen und habe, nur damit ich sicher sein konnte, dass es an Ani liegt und nicht an mir, ein, zwei, drei Seiten willkürlich diagonal gelesen und den Schluss, damit a Ruah is. Es liegt an Ani.

What an utter shyte! Jetzt will ich aber bald mal wieder ein gutes Buch in die Hände bekommen, zefix!

Von wegen

Ich hab gar nicht so viele Schuhe wie mir der Autor dieses Artikels aufblasen kann…

Gelesen: Robert Harris – “Pompeji”

Nach dem Zombieendzeitgedöns war mir dringend nach einem literarischen Big Mac und um diesen Appetit zu stillen, ist Harris eine sichere Bank. Seine Bücher sind im allgemeinen glänzend recherchiert und mit viel Quellenmaterial unterlegt, griffig geschrieben, nicht blöd und trotzdem leichtes Lesefutter.

So auch “Pompeji”. Keine Überraschungen zu erwarten, der Vesuv bricht aus und begräbt die Stadt unter sich. Harris hält sich auch nicht mit langem Geplänkel auf, das erste Kapitel ist überschrieben “Mars (Dienstag), 22. August – Zwei Tage vor dem Ausbruch” und wir springen mit den Protagonisten, einer bunt durchgewürfelten Mischung zwischen erfundenen und historisch belegten Figuren, kopfüber in die Handlung. In der sind und bleiben die Bösen böse, die wenigen Guten ändern sich auch nicht, das Liebespaar (reiche Römertochter und integrer Wasserbaumeister) ist schon so früh angelegt, dass die vielen Hindernisse, bis sie sich endlich kriegen, mich schon ab diesem Moment nicht mehr interessiert haben, die paar Sexszenen zeugen arg vom “male gaze” – macht aber alles nichts: ich habe Fastfood bestellt und mal schnell in einem Tag weggeputzt.

Man sollte sich einen Liegestuhl an Meer oder Pool stellen, lesen und immer, wenn die Hitze um den Vulkan herum zu unterträglich wird, eine Runde schwimmen. Dann ist das genau das richtige Buch.

Gelesen: Anne de Marcken – “Es währt für immer und dann ist es vorbei”; übersetzt von Clemens J. Setz

“Der neue de Marcken! Ein Muss!” – “Ein Dichter übersetzt das ‘verständnisvolle Zombiebuch’ einer Dichterin!” “Die Verlusterfahrungen ist hier Thema und zugleich auch der Adressat!” – Man kann sagen, dass sich das Feuilleton bei dieser Neuerscheinung geradezu überschlagen hat.

Man darf nicht alles glauben, was im Feuilleton steht.

In diesem pseudotiefenphilosphischen Zobieroman… Eigentlich hätte ich es wissen können: ich mag keine Untoten. Keine Walking Dead, keine Zombiekalypse, keine Z-Nation, keine Nacht der lebenden Toten und auch nicht Shaun of the Dead. Wenn ich schwankende Gestalten brauche, schaue ich mir den Faust an und Hirn mag ich am liebsten gegrillt, auf Blattsalaten. So, rant end. Wo war ich? Richtig. Nochmal auf Anfang:

In diesem pseudotiefenphilosphischen Zobieroman erzählt eine Zombine oder Zombette, was weiß ich, wie die korrekte weibliche Form heißt, mit abbem Arm und totem Vogel im Bauch, davon, dass sie ans Meer will. Im weiteren Verlauf begleitet die Leserschaft sie auf einer Art Roadmovie durch dystopische Landschaften. Dabei ist sie eher melancholisch, auch denkt sie viel und erzählt davon. Dauernd. Anfangs habe ich absurde Beispielsätze notiert (von denen ich annehme, dass Setz sie sehr gut aus dem Englischen übertragen hat), aber ich bin sicher, es würde den Rahmen des flockblogs und die Geduld meiner Leserschaft sprengen, nicht zu sprechen vom Copyright, wenn ich sie alle hier aufschreiben täte.

What an utter shyte!!

Damit möge bitte niemand seine Zeit vergeuden!

Mogelpackung?

Ich esse sehr gerne Frischkäse. Am liebsten ohne Gedöns (“natur”), am liebsten von Philadelphia. Während ich beim Frühstückkauen meinen Blick schweifen lasse (Berge hinter einer Wolkenwand, alles Grau in Grau, bäh), fällt er auch auf die Philadelphiapackung, die auf je einem fetten roten Sticker auf dem Deckel und auf der Seite der ovalen Packung in weißer Schrift protzt: “Jetzt mehr Inhalt”. Meine Innere Sprachwächterin soll wohl heute gar keine Ruhe haben, was? Die nämlich weiß, dass auf das Adjektiv “mehr” ein Komparativ folgenden sollte: “mehr Inhalt als ………”.

Und nun starre ich meinen 195 Gramm schweren Frischkäse an und frage mich, ob der mich vielleicht auf den Arm nimmt? Und ob ein Frischkäse das überhaupt darf? Und seit wann ausgerechnet 195 Gramm ein vertrauenserweckendes Gewicht sein sollen?

Morgen gibts Müsli.