New Year with Robert (the best security guy ever)

“Y’ know what? Now that you are back I feel happy inside and outside and happiness around me!”

Schöner hätte ich mir meine Rückkehr in die Arbeitswelt gar nicht vorstellen können. Und außerdem spricht der Wetterbericht von kontinuierlichem Sonnenschein und 22° C und mehr Tagestemperatur. So isses recht.

Nummern und Namen

Vietnamesen sind bei der Namensgebung ihrer Kinder recht phantasielos. Das erste (wenn es ein Sohn ist, sind die Chancen größer) bekommt meist noch einen Vornamen, die anderen nur noch Nummern. Dasselbe gilt für phantastische Grotten in unglaublichen Berglandschaften, Straßen (sehr verwirrend, wenn es die Ho Chi Minh Straßen Nummer eins, zwei und drei in der gleichen Stadt gibt…) sowie Hotels (was den Taxifahrern erfreuliche Zusatzeinkünfte beschert).

Am meisten aufgefallen ist es mir beim Kampftrinken: ein Trupp vietnamesischer Männer läßt sich an den Trinktisch grundsätzlich eine ganze Kiste Bier servieren. Da die vielen Flaschen bei diesen Temperaturen natürlich nicht kühl bleiben können, gibt es eigens sehr filigrane Damen in knappen Brauereikostümchen (Miss Saigon läßt grüßen, mein Liebling war immer die blau-goldene Tiger-Lilly), die den Herren aus großen Eimern jeweils fast glasgroße Klumpen Eis in den Krug fallen lassen und dabei reichlich Dekollete zeigen.

Beim Zutrinken wird angezählt: “Mot-Hai-Ba!” Dann folgt ein unisones “YOOOO” und die Gläser werden auf ex geleert. Und kurz darauf schleppt eine von den Tiger-Lillies unter großem Gejohle die nächste Kiste an.

Damit lange getrunken werden kann, heißt eine der Biersorten 333 (sprich “BaBaBa” – das läßt sich auch im Zustand größerer Trunkenheit noch deutlich lallen) und man raucht dazu 555 (sprich “NamNamNam” – auch das läßt sich noch artikulieren, wenn man eigentlich nicht mehr sprechen kann).

Glückliches Asien.

so verschieden ist es in der Welt:

  • in Kalifornien halten Autofahrer schon mal vorsorglich ihr Fahrzeug an, wenn auch nur der entfernte Verdacht besteht, ein Fußgänger wolle möglicherweise in absehbarer Zeit die Straße überqueren
  • in Pnom Penh sind Bremsen ebenfalls bereits bekannt und werden benützt, wenn der Fußgänger halbwegs wehrhaft aussieht (trifft nicht zu für Hunde und Hühner)
  • in Hanoi empfiehlt sich direkter Blikckkontakt mit wenigsten 5 gleichzeitig anbrausenden Rad- und Motorradfahrern (gilt jeweils nur für eine Fahrspur und die nächste wieder neu) – es ist nicht auszuschließen, dass man dann gnädig umfahren wird. Gilt in keinem Fall für Fahrzeuge mit über drei Rädern.
  • in Saigon fixiere man Verkehr und Straße, schließe die Augen, spreche ein rasches Stoßgebet und – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – schafft es überraschend häufig, sich ohne größere Blessuren bis zur nächsten Fahrspur zu retten. Ampeln und Zebrastreifen haben ausschließlich Vorschlagscharakter und werden von keinem der Beteiligten ernst genommen. (Laut aktueller Statistik sind wenigstens 3 Menschen pro Tag nicht schnell genug gewesen.)

Merke: Ein Motorrad kann immer und überall in voller Fahrt herauskommen. Immer. Überall.

Ich habe unterwegs nur eine einzige Fußgängerzone gesehen; die war nachmittags von 14:00 – 16:00 Uhr per Dekret ernannt worden und die knapp 300 Meter Straße wurden mit riesigen Pflanzenkübeln vorne und hinten begrenzt und der Forderung mit je einem Polizisten per Kübel Nachdruck verliehen.

Jetlag

Ich glaube, meine innere Uhr spinnt: egal, woher ich wohin fliege – ich wache in Folge in den ersten Tagen einfach immer um 5:00 Uhr früh auf.

Mit dem Resultat, dass das Geschirr gespült, das Bad geputzt und die restliche Wäsche gewaschen und aufgehängt ist (auf dass sie in der Sonne bis heute Abend trockne), von 1587 Photos bereits mehr als 1000 gesichtet und viele schon  verworfen sind, und ich mich nun aufmache, meine Wochenendeinkäufe zu tätigen.

@Jörg: Schlafsack verträgt Maschinenwäsche bei 30° 🙂

Schnecke, Schlange, Grashüpfer, Frosch, Maus, Made und Tarantel…

… hab ich alles probiert – nur für Hund wars die falsche Mondphase.

Maus schmeckt mir ja nicht so, liegt wahrscheinlich daran, dass ich keine Katze bin – alles andere war gar nicht schlecht, Tarantel (man isst nur die Beine) ein wenig haarig. Wobei der Vietnamese dazu neigt, einfach alles Getier mit scharfem Hackebeilchen auf mundgerechte Häppchen zu zerstückeln und dabei keine Rücksicht auf Knochen, Borsten, Fell oder Federn nimmt. Nicht Genießbares wird beim Kauen in einer Wangenhälfte gesammelt und dann ausgepuckt, weswegen nach dem Essen nicht nur der Tisch abgeräumt wird, sondern auch darunter gefegt oder gespritzt. Manchmal hätte ich gerne einen Sandstrahler mit mir geführt…

Und jetzt vermisse ich am “Heim”kommen am allermeisten mein wichtigstes Ritual: ein frisches Pfister-Kürbiskernbrot mit Trüffelleberwurst zu essen. Ein Bagle mit Creamcheese ist bei weitem kein angemessener Ersatz! Bei weitem nicht. Selbst dann nicht, wenn es eine ordentliche Latte von Starbuck’s dazugibt.

Dafür meint es aber Kalifornien wieder gut mit mir. Nach dem Sauwetter der letzten Tage hat man heute für mich die Sonne angeknipst und die Luft auf milde 18° Celsius erwärmt – das macht dann wenigstens nur 20° Temperaturdifferenz und nicht 40, wie bei den Deutschlandheimkehrern. Lucky me: ein Mittagsschläfchen auf der Terasse mit Blick auf den verwilderten Garten (mag mich bald mal jemand mit Gärtnerambitionen besuchen kommen?) und erste blühende Sträucher – und noch ein freies Wochenende vor mir – so läßt es sich leben…

Den Restabend werde ich mit Bilderbearbeiten und Uploaden verbringen. Comments, wie immer, hochwillkommen.

back home

da bin ich wieder. Und ein Glückskind überdem: Toni, der Gudste, hat mich am Airport abgeholt und erträgt gerade meine ersten Urlaubsgeschichten. Bei mir ist jetzt gefühlt schon einen Tag später (und auch schon wieder Nacht) und ich bin nach einem Tiefkühlzwölfstundenflug (und dem dritten innerhalb weniger Stunden) a weng durch den Wind. Aber die erste Waschmaschine läuft, die Bilder sind schon runtergeladen (wobei ich beim Sortieren gerade mal bei den ersten paar Stunden in Hanoi bin), und ich werde mich demnächst mal zum Schlaf betten – mit morgen ausschlafen, um welche Zeit immer das sein wird.

Taipeh

… noch eine Stunde, bevor der Langstreckenflug abhebt – die Maschine ist vollkommen ausgebucht und um mich rum wieder lauter rotzende, draengelnde, spuckende Asiaten, die ueberhaupt kein Gefuehl fuer einen Anstandsabstand zwischen Menschen haben.

Ich freu mich auf die Amis, die koennen das naemlich…

Siem Reap

Ihr Lieben,

endlich mal wieder ein “richtiges” Internet – will heissen: man guckt beim Tippen nicht zu, wie die Buchstaben, die man vor 3 Minuten eingegeben hat, sich langsam manifestieren.

Ich bin auf dem Rueckweg, stecke aber bereits in der ersten Station, also Siem Reap, fest. Mein urspruenglicher Flug ist verschoben, der Ersatzflug bereits verspaetet, und ob und wann ich heute nach HoChiMinhCity komme, steht in den Sternen. Und ob das dann mit dem Anschlussflug nach Taipeh irgendwie klappen kann, umso mehr. Und dann hab ich immer noch 14 Stunden nach SFO vor mir. Ich nehme das ganze Mal mit einem gelassenen “OMMMMMM” und freue mich, dass ich noch hinreichend Dollars habe, mich hier am Flughafen unsinnigen Vergnuegungen hinzugeben. 1 Stuendchen Internet: 5 Bucks. Einmal aus Cambodia ausreisen: 25 Bucks. Eine ordentliche Latte: auch wieder 5. Die Vietnamer Schnaeppchentage sind definitiv vorbei.

Das klingt, als haette ich nur zu meckern, aber das taeuscht. Cambodia ist ein bitterarmes Land, aber wunderschoen und hat immer noch schwer an den Folgen des PolPotTerrors zu leiden. Das heisst, man sieht kaum Menschen in meinem Alter oder aeltere – es wurde eine ganze Generation schlichtweg weitgehend ausgeloescht. Die Nachfolgenden aber (von 14 Millionen Menschen sind 10 Millionen unter 18 Jahren alt) sind voller Schaffenskraft und Lebensmut und unglaublich freundlich. Ich werde es vermissen, dass mir nach einem Gespraech oder einem Einkauf ein gutes Leben voller Glueck gewuenscht wird – es tut immer so gut, das zu hoeren…

Ansonsten habe ich in den letzten Tagen viele viele viele tote Steine gesehen, und einen Sonnenaufgang in Angkor Wat, und einen Dschungeltempel, der inzwischen mehr Prominenz daraus bezieht, dass Angelina Jolie dort Tomb Raider gedreht hat (“Hollywood was in the Temple”, so unser Guide woertlich), als dass es sich um ein monumentales Bauwerk mit tausendjaehriger Geschichte handelt, das sich der Dschungel so nach und nach zurueckholt. Es gibt wahrscheinlich keine neuen Worte mehr dafuer zu beschreiben, wie beeindruckend es ist, riesig grosse Baeume zu sehen, deren Wurzeln sich tief in Mauerwerk gegraben haben. Halt doch nur eitler Tand, das bisschen Bauwerk aus Menschenhand. Kaum vorstellbar, was die Menschen hier vor 1000 Jahren geschaffen haben: Steine ueber viele Kilometer Strecke herangeschafft, uebereinandergetuermt (Hindu-Tempel hoch, buddhistische breit) und so fest verbaut, dass kein Regentroepfchen in die Ritzen fallen kann. Alles, aber auch alles ist mit Ornamenten versehen – manche Friese erzaehlen Sagen und Maerchen und es kommen dabei gerne Massenschlachten vor und jede beteiligte Figur ist erkennbar; Steinmetzerei muss zu Zeiten ein sehr erfolgreicher Berufsstand gewesen sein. Und alles ist riesig und monumental. Bei knapp 40 Grad Hitze eine Quadersteingalerie (Ost-West-Trasse, also kein Milimeterchen Schatten) entlangzumarschieren mit dem sicheren Wissen, dass dann gleich wieder viele viele nicht genormte Treppenstufen kommen, geht nur, wenn man Ehrfurcht vor der Vergangenheit hat und wieder was lernen will. In der Gegenwart hat man Durscht und muede Fuesse.

Aber Buddah ist ein guter Gott: in diesem Lande ist jedes 3. Geschaeft ein Massagesalon. Wenn ich meinen Gewaehrsmaennern glauben darf, werden auch Extras angeboten. Das Vergnuegen (?) hatte ich nie… Ich habe Menschen (Blinde, die sich auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen) mit “Seeing Hands” kennengelernt – auch dies eine sehr neue und sehr beeindruckende Erfahrung. Man bekommt zur Massage einen Spielanzug (eine Art Pyjama) angezogen und hat eigentlich nie direkten Hautkontakt mit dem Masseur/der Masseurin. Es entgeht ihnen aber kein Muskel – ich bin mehrfach fast an die Decke gegangen… (Fuer Matthias: das waren die echten Hannibal Lector sounds.)

Meine erste von 2,5 Wartestunden habe ich nun schon um – geht schnell, wenn es so viel Neues gibt.

Uebrigens, wenn ich es noch nicht erzaehlt haben sollte: ich hatte richtig viel Spass an Weihnachten (bis morgens um ?? Party mit den Besten, die die Reisegruppe hergab sowie tonnenweise Aussies – selbst ich trug ein Santa-Muetzchen) und an Silvester. So geht Happy New Year!

Ich gehe jetzt noch ein bisschen Airport-Shoppen und melde mich wieder, wenn ich entweder heil zu Hause bin oder mir im naechsten Flughafen wieder die Zeit vertreiben will. Dann gibt es Geschichten aus Vietnam und meiner nie gerauchten Zigarre am Mekong.

HAPPY NEW YEAR!

Die Vietnamesen haben uns mit ihren Weihnachtsdekorationen schon sehr irritiert: ihr Liebelingsbaum ist naemlich annaehernd 5 Meter hoch, blinkt und glitzert (natuerlich) wie verrueckt und besteht aus Heineken-Flaschen – ganz seltsam. Wird aber getoppt durch Silvester-Vorbereitungen (das vietnamesische Neujahr ist zwar erst in ein paar Wochen, aber es besteht ja kein Grund, irgendein Fest auszulassen…). Wir haben uns entschlossen, heute Nacht im Temple Club zu feiern, einer angesagten Saigoner Location: oben auf dem Dach ein Restaurant und fuer anschliessend in der ersten Etage eine nette Lounge. Bin mal gespannt, wie das werden wird.

Es ist schon wieder extrem schwuel und sehr warm. Wir machen heute ein Alternativprogramm zur Gruppe und wollen auf dem Saigon River (der in den letzten Tagen bei diesen Guessen sehr zugelegt hat) Faehre fahren und vielleicht das eine oder andere kuehle Plaetzchen finden. Gestern waren wir in China Town, mit Fahrrad-Rikschas, mitten in diesem Irrsinnstrubel – sowas hab ich noch nie erlebt (und mir zum Glueck auch einen Mundschutz erstanden)…

Muss los – BIG HUG TO YOU ALL!!!!