Gordon Biersch

hat (per Annonce (= “ad”) im Examiner) eine “Beer Week” ausgerufen, vom 1. bis 28. Februar (“WOW, That’s a Long Week”) und den Coupontext fand ich allerliebst:

“$5 off coupon with this ad or mentioning this ad.”

Ich denke, man kann machen, was man will – man bekommt einfach immer 5 bucks Preisnachlass fürs Bier kaufen. Ich will ja niemanden im speziellen ansprechen, aber wär das nix?

http://www.sfbeerweek.org

www.nextmuni.com

Ist ein sehr lobenswerter Ansatz, den hiesigen Benutzern des Öffentlichen Personen Nahverkehrs das Leben leichter zu machen. Die “Vehikel” werden via GPS geortet und ihre voraussichtliche Ankunft an der Haltestelle, die man sich klugerweise gebookmarked hat, angezeigt.

Es gibt, wie überall, noch Optimierungspotential: gestern wurden mir 4 Minuten bis zur Ankunft des Busses avisiert, und ich sah, an der Haltestelle eingetroffen, nur noch die Rücklichter. Heute waren es 2 Minuten, am Busstop standen aber mehrere potentielle Passagiere, und der Bus traf nach 3 Minuten Wartezeit ein. Hmmm. Bei Verspätungen wird einfach die voraussichtliche Ankunftszeit des nachfolgenden Busses angezeigt. Es bleibt also ein Glücksspiel.

Übrigens: “am Busstop stehen” führt im allgemeinen nicht dazu, dass der Busfahrer anhält. Seinen ernsthaften Willen, diesem Fahrzeug zuzusteigen, demonstriert man, in dem man sich ca. 3 Meter vor der Haltestelle auf die Straße stellt, dem Autoverkehr ausweicht und dem Bus erst im letzten Moment, so dass er gezwungen ist, herunterzubremsen. Das Fahrgeld ist abgezählt in die Münzmaschinen einzuwerfen, change gibt es nicht. Und der Bus fährt grundsätzlich sehr ruckartig an, und zwar unbedingt, bevor die Zugestiegenen einen sicheren Sitzplatz erreicht haben. Begleitend brüllt stets eine tiefe Frauenstimme aus dem Lautsprecher: “Please hold on!” – Kunststück, wenn man gerade durch den Bus geschleudert wird. Ein Aussteigewunsch (“stop request”) wird dadurch angezeigt, dass man an einer am Fenster angebrachten Schnur zieht – dann läutet beim Fahrer vorne ein Glöckchen und manchmal hält er auch an. Die Wände sind mit Verbotsschildern gepflastert, mein Favorit ist dasjenige, das Passagieren unter 18 Jahren das Mitführen von Farbsprühdosen und breiten Textmarkern untersagt.

Alternativ könnte ich ja auch Taxi fahren (das ist für die Strecke ungefähr 3 x teurer als die Busfahrt). Dieses zweifelhafte Vergnügen hatte ich heute mal wieder und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass jeder, der nicht irr und wirr seinen Einkaufswagen vor sich herschiebt, stattdessen eine Taxilizenz erhalten hat. Mein Fahrer, ein langhaariger Asiate, haderte lauthals mit allen anderen Verkehrsteilnehmern (ich habe in den 10 Minuten häufiger das Wort “fuck” gehört als in 2 Stunden “The Big Lebowski”), kurbelte (!) ab und an das Fenster herunter und spuckte irgendeinen sorgsam weichgekauten Brei auf ausgesuchte Individuen und ließ sich erst nach mehrminütiger Auseinandersetzung davon überzeugen, dass ich nicht etwa “Sausalito” als Fahrtziel angegeben hatte, sondern “Utah Street”. Er nahm mir das sehr übel, weil er wegen der Unterhaltung mit mir sein Handytelefonat teilweise unterbrechen mußte (alle Klischees erfüllt).

Was heute im Examiner nicht Super Bowl Vorbereitung oder Coupon war, war Autoanzeige. Autos werden zunehmend billiger (vor allem SUVs) und mein Blick zunehmend interessierter. Aber vernünftige Europäerin die ich bin, habe ich mir für den Februar eine CalTrain-Monatskarte gekauft. Mit Muni-Sticker, dann fällt endlich die Kleingeldabzählerei für den Bus weg.

Ich bin gespannt, ob ich dann ab März, vollends genervt, als Autobesitzerin berichte.

Super Bowl

Am Sonntagnachmittag um 03:25 p.m. PST werden die Pittsburgh Steelers gegen die Arizona Cardinals im Raymond James Stadium in Tampa, Florida antreten. Wir San Franciscaner sind alle – warum auch immer – auf der Seite der Steelers und der Examiner hat seine heutige Ausgabe ausschließlich (bis auf Wetter und ein bißchen Celebrity Klatsch) der Spielvorbereitung gewidmet.

Es gibt Empfehlungen für Kneipen, in denen man sich den ganzen Tag lang aufhalten kann, oder für solche, die endlich in Großleinwände investiert haben (“Biggest TV – Mad Dog in The Fog”). Sehr nett auch die Auflistung der Bars, die es als echter Steeler Fan zu besuchen gilt sowie die Anmerkung: “If you are a Cardinal’s Fan – Hmmmmm, we’re not sure you exist.” Und deshalb auch kein Ort, wo diese Nicht-Existenz sich das Spiel ansehen könnte.

Natürlich darf man auch zu Hause bleiben und mit Freunden das Match im Fernsehen ansehen, dafür hat der Examiner “Quick Tips for a Fun Bash”. Man möge beispielweise das Fernsehzimmer nett dekorieren, aus herumstehendem Krempel Preise für Touchdowns basteln und alle dazu animieren, irgendwas zum Essen mitzubringen (“Host a Potluck”). Am besten gefiel mir “Personal-foul tally”: “Require that guests cheering for the team whose player or players get a personal foul get up and shake hands or kiss the opposing team guests.” Darüber hinaus gibt es Rezepte für kalorienarme Sandwiches (der einzige kalorienärmere Bestandteil, der mir aufgefallen ist, war fettreduzierte Mayonnaise und frischer Basilikum (“if used” – daran zweifelt die Küchenseitentante des Examiners in Kenntnis ihrer Landsleute wohl ohnehin).

“The Boss rocks the Bowl” in der Halbzeitshow und man kann auf irgendeiner Website wetten, was Herr Springstein wohl zum Vortrag bringen wird. Falls man davon wieder hungrig wird, gibt es (halbseitige Anzeige) “Superbowl Sushi” oder, falls das Spiel langweilig zu werden droht “The Ultimate Sexual Experience” (andere Hälfte der Seite) – für eine begrenzte Zeit wird jedem Anrufer “a free bottle of Aspire-36 Plus” angeboten. Die Abgabemenge ist beschränkt auf eine Flasche pro Haushalt. (Man hat es hierzulande nicht mit Blisterpackungen, Tabletten werden in großen Plastikbehältern, vulgo Flaschen, ausgereicht.)

Mein Liebling ist schon jetzt, ohne dass ich je vorher von ihm gesehen oder gehört hätte, Big Ben – Ben Roethlisberger, der Quarterback der Steelers. Allein mir vorzustellen, wie der Stadionsprecher diesen Namen ausspricht…

Die Property-Managerin unseres Bürogebäudes hat mir heute geschrieben, “Go Steelers!—this is a cheer for the football team that I hope will win this Sunday.  Sunday afternoon in the Bay Area will be very quiet; a good time to go hiking or shopping if you don’t like football or Bruce Springstein.”

Als hätte ichs geahnt – da werde ich wohl am Sonntag die Innenstadt ganz alleine für mich zum Shoppen haben…

Hire a Hero

– das ist eine mail, die mich heute als hiesige HR-Tante erreichte: Ich bin ja durchaus willens, einem Ex-Ledernacken eine Chance zu geben, ich weiß bloß noch nicht, was der bei einem start-up tun könnte… –

*** Ich lote hiermit einen Kommentar-Wettbewerb aus: wer den schönsten Vorschlag für den Einsatz von Ex-Helden in einem start-up Unternehmen macht, bekommt einen Preis! Von mir. Mit Siegerehrung. ***

“Von: Kristi Palmer [mailto:kristi.palmer@hireahero.org] Gesendet: Donnerstag, 29. Januar 2009 07:04
An: jobs@proximic.com
Betreff: Resumes

Hello ,

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Thanks again,

Kristi Palmer

Hire A Hero

The Presidio of San Francisco
Po Box 29513
San Francisco, CA 94129-0513

Kristi.Palmer@HireAHero.org

866.440.4424 Extension 4″

ich bin nicht schreibfaul geworden

… es findet zur Zeit nur so ungeheuer viel Arbeitsalltag statt und der absorbiert massig Zeit und Energie und Kreativität. Außerdem hat mein Examiner-Verteiler das Revier gewechselt und man enthält mir morgens mein Blättchen vor… also auch keine neuen Anekdoten aus der Welt der freien amerikanischen Presse.

Obama räumt das Land auf, wobei ich das meiste davon aus spiegel.de weiß und die Wirtschaftskrise frißt sich durchs Silicon Valley und sorgt für hängende Köpfe und freiwerdende Protzimmobilien.

Mein Fuß spricht auf des Doktors “treatments” an; ich wußte bis dato nicht, an wieviel Stellen man doch bei verhältnismäßig kleinen Füßen Muskelkater von “physical manipulations” haben kann – aber ich bin ja damit auch nur rumgelaufen, und habe nicht gedrückt, gezogen und getriggert. Letzteres macht ihm besonders viel Freude: einen verhärteten Punkt zu finden, ihn mit Macht weichzudrücken und dabei nachzufragen, wieviel “pain”, auf einer Skala von eins bis fünf, ich denn nun gerade leide. Es scheint aber besser zu werden, heute habe ich mich heimlich getraut, mal wieder eine Viertelstunde am Stück zu gehen (ist eigentlich noch verboten) und das ging ganz gut.

Sonst? Auch hier ist morgen Freitag und ich freue mich aufs Wochenende. Ich habe vor, nicht zu arbeiten, sondern mal wieder (das erste Mal, seit ich zurück bin) in The City zu fahren und einfach in San Francisco zu sein… Ich nehme auch meinen Photoapparat mit, und vielleicht gibts ja dann neue Kuriosiäten oder andere Schönheiten zu zeigen.

Pho

heißt die traditionelle vietnamesische Nudelsuppe, die dort als Frühstück und zu jeder anderen Tageszeit serviert wird. Einen Riesentopf Pho habe ich heute gekocht und mir Menschen zum Mitessen eingeladen – das hat mal wieder richtig Spaß gemacht, ich hatte schon fast vergessen, wie schön es ist, zu mehreren im eigenen Haus gut zu essen und zu trinken.

Kommt mich besuchen, damit wir das bald mal wieder machen können…

Knochen

können sich ineinander verschieben und dann verkanten. Muskeln und Sehnen versuchen, das zu sublimieren und schaffen es auch viel länger, als man das für möglich halten sollte. Irgendwann geben sie aber wegen permanenter Überforderung auf, sind entzündet und melden Schmerz.

Soweit habe ich mit meinem unzulänglichen englischen medizinischen Wortschatz Herrn Dr. Yuen verstanden, der jetzt mit chiropraktischen Methoden versucht, meinen linken Fuß im wahrsten Sinne des Wortes wieder zum Laufen zu bringen. Wir werden in der kommenden Woche gemeinsam einen Heilplan erstellen und er ist zuversichtilich, dass das in ca. 2 Monaten (!!) wieder ausgestanden sein wird – ich hoffe, das Leiden läßt früher nach, so richtig Freude macht das Hinken zur Vermeidung von Belastung nicht.

Teflon

Jürgen hat bei seinem “Rettet die amerikanische textilimportierende Industrie” Feldzug auch mich dazu inspiriert, den tollsten aller möglichen Outdooranoraks zu erstehen (ich glaube, wenn man den ließe, ginge er auch ganz alleine wandern).

Heute durfte er, wegen Schlechtwetters – es regnet und soll weiterregnen; ganz Kalifornien freut sich, dass endlich die Rainy Season die Wasserreservoirs wieder füllt – zum ersten Mal mit nach draußen. Ein gutes Stück. Und wirklich vollkommen wasserdicht. Wie ich dem Zettel in der Innentasche entnahm, werden aus diesem Material sonst nur Weltraumanzüge hergestellt. Und mein neuer Anorak. Wenn mir das Geld ausgehen sollte, kann ich ihn immer noch an die NASA verkaufen.