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Ist ein sehr lobenswerter Ansatz, den hiesigen Benutzern des Öffentlichen Personen Nahverkehrs das Leben leichter zu machen. Die “Vehikel” werden via GPS geortet und ihre voraussichtliche Ankunft an der Haltestelle, die man sich klugerweise gebookmarked hat, angezeigt.

Es gibt, wie überall, noch Optimierungspotential: gestern wurden mir 4 Minuten bis zur Ankunft des Busses avisiert, und ich sah, an der Haltestelle eingetroffen, nur noch die Rücklichter. Heute waren es 2 Minuten, am Busstop standen aber mehrere potentielle Passagiere, und der Bus traf nach 3 Minuten Wartezeit ein. Hmmm. Bei Verspätungen wird einfach die voraussichtliche Ankunftszeit des nachfolgenden Busses angezeigt. Es bleibt also ein Glücksspiel.

Übrigens: “am Busstop stehen” führt im allgemeinen nicht dazu, dass der Busfahrer anhält. Seinen ernsthaften Willen, diesem Fahrzeug zuzusteigen, demonstriert man, in dem man sich ca. 3 Meter vor der Haltestelle auf die Straße stellt, dem Autoverkehr ausweicht und dem Bus erst im letzten Moment, so dass er gezwungen ist, herunterzubremsen. Das Fahrgeld ist abgezählt in die Münzmaschinen einzuwerfen, change gibt es nicht. Und der Bus fährt grundsätzlich sehr ruckartig an, und zwar unbedingt, bevor die Zugestiegenen einen sicheren Sitzplatz erreicht haben. Begleitend brüllt stets eine tiefe Frauenstimme aus dem Lautsprecher: “Please hold on!” – Kunststück, wenn man gerade durch den Bus geschleudert wird. Ein Aussteigewunsch (“stop request”) wird dadurch angezeigt, dass man an einer am Fenster angebrachten Schnur zieht – dann läutet beim Fahrer vorne ein Glöckchen und manchmal hält er auch an. Die Wände sind mit Verbotsschildern gepflastert, mein Favorit ist dasjenige, das Passagieren unter 18 Jahren das Mitführen von Farbsprühdosen und breiten Textmarkern untersagt.

Alternativ könnte ich ja auch Taxi fahren (das ist für die Strecke ungefähr 3 x teurer als die Busfahrt). Dieses zweifelhafte Vergnügen hatte ich heute mal wieder und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass jeder, der nicht irr und wirr seinen Einkaufswagen vor sich herschiebt, stattdessen eine Taxilizenz erhalten hat. Mein Fahrer, ein langhaariger Asiate, haderte lauthals mit allen anderen Verkehrsteilnehmern (ich habe in den 10 Minuten häufiger das Wort “fuck” gehört als in 2 Stunden “The Big Lebowski”), kurbelte (!) ab und an das Fenster herunter und spuckte irgendeinen sorgsam weichgekauten Brei auf ausgesuchte Individuen und ließ sich erst nach mehrminütiger Auseinandersetzung davon überzeugen, dass ich nicht etwa “Sausalito” als Fahrtziel angegeben hatte, sondern “Utah Street”. Er nahm mir das sehr übel, weil er wegen der Unterhaltung mit mir sein Handytelefonat teilweise unterbrechen mußte (alle Klischees erfüllt).

Was heute im Examiner nicht Super Bowl Vorbereitung oder Coupon war, war Autoanzeige. Autos werden zunehmend billiger (vor allem SUVs) und mein Blick zunehmend interessierter. Aber vernünftige Europäerin die ich bin, habe ich mir für den Februar eine CalTrain-Monatskarte gekauft. Mit Muni-Sticker, dann fällt endlich die Kleingeldabzählerei für den Bus weg.

Ich bin gespannt, ob ich dann ab März, vollends genervt, als Autobesitzerin berichte.

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