No offense meant…

Mal angenommen, ich lebte in Deutschland und litte am Winter und den aktuellen Temperaturen (wie von meiner Mama heute am Telefon geschildert “nachts waren es -18,7°, später -14, weiß nicht mehr, dann immer noch zweistellig und schließlich, endlich, nachmittags dann “nur” noch -8″), und würde dann lesen, wie sich jemand den Tisch zum Kaffeetrinken mit Nachbar Sam doch ein bißchen weg aus der ganz prallen Sonne rückte und im Liegestuhl, im T-Shirt langsam gut geröstet, eine gesamte Titanic sowie einen halben Pratchett weggelesen hat –

mein Neid erstrahlte ja mindestens im dunkelgrünst möglichen Farbton des Pantone-Fächers.

Ich bin kein mißgünstiger Mensch und das Sonnenbrändle ist bestimmt morgen schon wieder abgeklungen. Ganz frei von Schadenfreude bin ich hingegen nicht.

Ätsch.

“Der Knochenmann” – eine verspätete Filmkritik

Ich weiß, war schon vor ewigen Zeiten in den deutschen Kinos, aber mich hat die DVD erst jüngst erreicht und ich habe sie heute mit großem Genuß gesehen. Es ist einfach großartig, wie der Stoff umgesetzt wurde und es kommt ja nicht oft vor, aber hier sind sich Verfilmung und Buch absolut ebenbürtig.

Vor Bierbichler und Hader kann man nur in die Knie gehen – Bierbichler ist der alte Löschenkohl. Hader ist Brenner. Murnberger ein kongenialer Regisseur und wer für diese Filme castet, versteht seinen Job. Jede Rolle sehr stark und authentisch besetzt.

Ist jetzt nicht direkt eine Kritik geworden, sondern eher eine Lobhudelei – ich bin aber auch gar zu begeistert. Sollte vielleicht auch nebenher erwähnen, dass ich Haas sehr verbunden bin, dass er noch einen Brenner nachgelegt hat (“Der Brenner und der liebe Gott”) – das habe ich auf dem Rückweg von New York in einem genußreichen Zug weggelesen.

Danke!

Ich lese, schaue und höre mich zur Zeit durch meine Geschenke und freue mich riesig dran!

Ihr seid die Besten!

Glaube versetzt Berge

– oder bringt einen wenigstens irgendwie näher an die super-sexy-Superfrau… (ich glaube ja, der hat ein bißchen zu viel Russ Meyer gesehen.)

vixen

PMS? Von wegen, es geht viel schlimmer…

Aktuell wird den Frauen hierzulande suggeriert, sie hätten an “H*P*S” zu leiden, dem “Holiday Perfection Syndrome” – aussehen sollen sie wie aus dem Ei gepellt (unter einer Handvoll Sitzungen in Beautysalons mit unterschiedlichen Fachrichtungen nicht zu machen), stets dem Anlass angemessen in frischgehoppte letzter-Schrei-Couture gewandet, allen (ALLEN) rechtzeitig Weihnachtskarten schicken, fast alle mit liebevoll zusammengestellten handgepackten Päckchen beglücken, namentlich die Alten, Siechen und Lahmen der eigenen Familie und natürlich ganz wichtig, jetzt in der Holdiday-Season, aktiv in Charity-Projekten mitwirken. Für den Schul- und den Kirchenbasar backen – und mit den eigenen Kindern, damit die auch den “Spirit” kriegen. Dabei Haus und Hof dekorieren und das Interieur nicht vergessen (ganze Bündel hilfreicher Fachmagazine liegen an den Kassen aller Supermärkte hierfür bereit).

Man sollte nicht glauben, dass sie es dann langsam geschafft hätte: neeeiiin, weit gefehlt – das Menü bzw. die Menüs müssen zusammengestellt und dann die Zutaten eingekauft werden bis der Kühlschrank platzt (mit Tages- und Stundeplänen – leicht verderbliches, man denke nur, zuletzt). Eine wirklich gute Hausfrau stimmt die Tischdekorationen auf die Mahlzeiten ab und häkelt noch rasch passende Weinflaschenbezüge mit stimmungsvollen Weihnachtsmotiven und passende Serviettenringe. (Das in einer Nation, wo man im allgemeinen im Restaurant seine Getränke in Plastikbechern serviert bekommt.) Sie sollte eilends in der Werkstatt vorbeifahren und das Auto durchchecken lassen und sicherheitshalber den TV-Receiver für 248 Programme noch morgen bestellen, damit das autorisierte Fachpersonal rechtzeitig liefern und die 248 Programme auf der Fernbedienung einstellen kann.

Dabei ganz Frau sein und für den lieben Gatten, wenn die Kinder dann ermattet und vollgefressen endlich schlafen, ein “special gift” bereithalten (zum Beispiel von Victoria’s Secret – sagen die von “Victoria’s Secret”). Dabei wird die arme Frau – und nicht nur sie – pausenlos und allüberall mit Weihnachtsliedern bedudelt. Dieses Jahr hat sich selbst Bob Dylan nicht entblödet, eine Weihnachts-CD aufzunehmen, die selbstverständlich in keiner Sammlung fehlen darf (außer in meiner).

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HAPPY HOLIDAYS!

(Wenn ich meinem Gewährsmann trauen darf, ist dies eine Paradebeispiel für ein Volk unter Massenpsychose.)

2BEGOOD

stand heute auf der License Plate des Autos vor mir im Stau. Das ist doch mal ein Motto für den Tag!

Phase IV?

Ich habe es möglicherweise schon einmal erwähnt: zur Zeit regnet es. Viel. Während ich in New York war hat es hier auch geregnet. Auch viel.

Irgendeine Ameisenkönigin hat in meiner Abwesenheit offensichtlich den Befehl ausgegeben mein Bad einzunehmen. Und alle mobilisiert, ants3die irgendwie krabbeln können. Als ich heimkam, traute ich beinahe meinen Augen nicht: mehrspurige Ameisenhighways sowie eine Eliteeinheit mit dem Sonderauftrag, die Zahnpasta zu hijacken, im Kampfeinsatz.

Mein Bad gehört mir! Und meine Zahnhygiene-Utensilien erst recht! Ich bin mit ants12 amerikanischen und meinem letzten deutschen Köder in die Gegenoffensive gegangen. Es sind weniger geworden und ich habe vielen Toten die Ehre einer Seebestattung gegeben – ich fürchte nur, viele Überlebende sind in den Untergrund gegangen und es ist mit einer zweiten Welle zu rechnen. Das sind dann Partisanen. Ich rechne mit roten Stirnbändern…ants2

Wer immer als nächstes zu Besuch kommt, muss deutsche Ameisenfallen mitbringen – BITTE!!

It’s the Season

Ein ordentliches Tief aus dem Mittleren Westen sorgt bei uns für Dauerregen mit Grau in Grau und Nass und Nässer. Samstagfrüh um 9:00 Uhr: es klingelt Sturm – Lyn steht an der Tür und lädt ein, bei einem Täßchen Kaffee ihre Weihnachtsdekorationen anzugucken.

Es war überaus rührend: im Wohnzimmerfenster steht ein Fiberglasweihnachtsbäumchen (ca. 1 Fuß lang), das in verschiedensten Farben blinken kann. Und das beste kommt noch: nach Weihnachten kann man das Ding einfach zurück in seinen verhältnismäßig kleinen Karton stopfen und wieder auf das oberste Bord im Wandschrank packen – und nächste Weihnachten ist er dann wieder wie neu. Auf dem Vertiko prangt eine Art Bowlenschüssel voller Christbaumkugeln (es ist ein Fischglas, aber die Fische seien ihr immer eingegangen – hier jetzt die Kugeln, die halten, auch wenn man das Füttern mal vergißt, hihi; sie ist halt so ein Scherzbold), an allen Schank- und Schubladengriffen baumeln Engelein und Nußknacker und Zuckerstangen und Lebkuchenmänner. Im Schlafzimmer hat sie mir ihre Photogalerie vorgeführt: ihr ganzer Stolz ist ein Bild aus den Dreißigern im ovalen Eichenrahmen: Vater bei der Arbeit – auf einem Mustang, Vieh treibend. Lyn ist der erste Mensch, den ich kenne, dessen Vater Cowboy war. Dann gabs Kaffee und süßes Maisbrot (letzteres muss ich nicht noch mal haben) und ein nettes Plauderstündchen.

Der Regen hatte nicht nachgelassen, also habe ich ihr angeboten, dass ich ihre Einkäufe besorgen kann. Das wäre nun wirklich nicht nötig, aber mitfahren und sich selber umsehen, das täte sie gerne. Sie war “so excited”, ist auf dem Beifahrersitz rumgehibbelt wie ein kleines Mädchen und vor lauter Neugier, was ich denn einkaufe, ist sie mir beinahe in den Einkaufswagen gefallen. Ihre paar Kleinigkeiten habe ich in einer Klappbox verstaut und in ihre Küche getragen (als Pfadfinder wäre ich recht begabt).  Ich weiß jetzt auch, was sie von mir zu Weihnachten bekommt:  “a foldable box” – die fand sie toll!

Es regnet immer noch, der mean Midnightquaker ist wieder aufgetaucht und lärmt im Vorgarten rum – so  direkt gerne draußen ist man gerade nicht…