Jetlag, dem Drecksvieh, hat es gefallen, mich heute zwischen den Himmelsfarben Stockdunkelundplatschnaß bis gut zu Schmutzbleischmierbleue wachzuhalten. Im Englischen heißt diese Tageszeit “the wee hours of the night” und sie fühlt sich in Deutschland genauso an.
Schlechte Nachricht #2
Mein Rechner hat auf dem Flug vergessen, wie er in Aying ins Internet kommt und darum kann ich mich erst bei allen zurückmelden, wenn der Herr des Hauses ihm das heute Abend wieder beigebracht haben wird.
Stay tuned. Wenn auf Jetlag soviel Verlass ist wie letztes Mal (und auf den Herrn des Hauses auch), dann melde ich mich morgen in den sehr frühen Morgenstunden individuell.
Schlechte Nachricht #1
Jetlag, das Sauvieh, steht schon wieder in den Startlöchern – heute früh hat er mich, obwohl vorher von Annette tapfer bis 2:00 Uhr früh wachgehalten, um 5:00 Uhr morgens mit dem dringenden Bedürfnis nach einer Bierschinkensemmel aus dem Bett geworfen und ich habe eine ganze Weile im Nachthemd draußen sitzend die Farbe des Vorsonnenaufgangshimmels kontempliert. Geht in Richtung Schmutzbleischmierbleue und ist sehr zu Recht nur wenigen Menschen bekannt.
Gute Nachricht
Ich bin nach einem ereignislosen Flug gestern Abend heil in München gelandet und bin am Flughafen gleich von einem ganzen Komitee (mit Ballon!) empfangen worden. Danke!
Ab jetzt warte ich auf den Moment, wo ich realisiere, daß ich nicht in ein paar Wochen wieder heimfliege, sondern ein neues finden muß.
Aus dem Vokabelheft
Seit Donald, der Trump, sein Interesse am Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten verkündet und sich verbal in alle nur möglichen Nesseln gesetzt hat, ist das Amerikanische schon wieder um ein sehr versatiles Wort reicher. “To trump” nämlich, vor allem in der Variante: “Someone got trumped”, was entweder bedeuten kann über den Tisch gezogen oder niedergebrüllt oder mit dem eigenen populistischen Argument geschlagen worden sein. Und noch ganz vieles mehr, zum Beispiel eine Herausforderung (“I am trumping you on this!”), eine Mißtrauensbekunding (“You must be trumping.”) oder das Angebot, eine Phrase in Klartext zu übersetzen (“Let me trump that out for you.”)
Aus dem Hause Clinton gibt es dazu leider noch nichts passendes.
Generation Gap*
Fahrer zum Beifahrer: “Wo ist das Restaurant noch mal?”
Beifahrer: [Liest Adresse vor.]
Fahrer zum Smartphone: “Navigate to [Adresse].”
Smartphone [ist smart, weiß, wo’s lang geht, wie lange es dauern wird, kennt den Schleichweg um die Baustelle rum und sagt das alles klar und deutlich und ohne rechts und links zu verwechseln an.]
Fahrer [sehr angetan von seinem Helferlein] zu Beifahrer: “Das war früher alles schon sehr viel komplizierter.”
Beifahrer [froh, auch wieder Ansprache zu haben, stimmt zu]: “Stimmt. Dieses ganze Gewurschtle mit Stadtplänen und Landkarten…”
Fahrer [irritiert (wovon spricht die Frau da?)]: “Ich meinte Navigationsgeräte…”
* Was im Englischen eine “Lücke” (Gap) zwischen den Generationen ist, wächst sich im Deutschen gleich zum “Konflikt” aus.
Auszeit
Termine? Zero. Davon erledigt? Alle. Gestern hatte ich nichts, nichts und nichts vor, außer mich mittags von einer Freundin zum Essen ausführen und ansonsten den lieben Gott einen guten Mann sein und mich am Pool von der Sonne bescheinen und ab und an zu Wasser zu lassen. Dieses Programm habe ich so super erfolgreich durchgezogen, daß ich um kurz nach 20:00 Uhr statt, wie eigentlich gedacht, noch ein paar Stunden zu lesen, sofort und tief und fest eingeschlafen bin.
Ich glaube, das mache ich heute wieder. Mit der kleinen Variante, daß es zu Mittag die Leftovers aus dem Doggybag geben wird und ich statt im Hotelbett im Flieger schlafen werden. Deutschland, ich komme.
Alles, aber auch alles erledigt
Das Modem bei San Bruno Cable abgegeben (Danke, Xavi!). Den Umziehern und dem Truck um kurz vor 15:00 Uhr nachgewunken, nochmal rasch durchs Haus gesaugt und gewischt, Staubsauger bei seinem neuen Adoptivbesitzer Sam abgeliefert, mit Francisco und den Buben die Reste aus dem Kühlschrank, Grillkohlen und sonstiges von einem Haus ins andere geschafft, kurz geduscht und dann an Carmens Küchentisch für einen Moment vorgegeben, meiner Arbeit nachzugehen. Da tauchte auch schon mein Vermieter auf (einen Tag vor der verabredeten Zeit, aber hey, in seinem Alter hat mans einfach manchmal eilig), war nach dem Inspektionsrundgang hochzufrieden und zahlte mir die Kaution gleich in bar aus. Ich trage nicht gerne ein Bündel Hundertdollarnoten mit mir herum, also mit Carmen auf dem Weg zum Hotel an der Bank angehalten und meinen Kontostand verbessert, Carmen noch ein paar mal umarmt, mein Zimmer mit Bayblick bezogen, nochmal schön mit Toni zum blutiges Fleisch essen ausgegangen und ab jetzt bis zum Abflug habe ich Ferien.
Jetzt muß ich nur noch das Hotel überzeugen, daß ich die Checkout-Time am Mittwoch ordentlich überziehen kann und dann ist alles gut.
Very moving
Wohnzimmer, Küche, Master Bedroom (jaha!) und Gästezimmer – zum Glück habe ich genug Räume, damit jeder Packer einen für sich alleine hat. Und die wirbeln um mich herum durch die Gegend und schicken mich immer weg – “No, Ma’am – you can’t help here.” Und nun sitze ich quasi auf meiner kleinen Insel am Küchentisch und sehe zu, wie mein Haus in Kartons verschwindet.
Mein wunderbares Helferteam von gestern hat nicht mehr viel für die Mover übrig gelassen, wirklich nur noch einpacken – nicht mehr auseinanderschrauben, nicht mehr zerlegen, nichts mehr abzuhängen, alles packgerecht hergerichtet. Die Umzugsmänner haben ihre Anwesenheitszeitschätzung um über die Hälfte nach unten korrigiert und sind sehr zufrieden mit meiner Vorbereitung. Ich auch.
Das Wort zum Donald
Zur Zeit hört man hier im vergleichsweise liberalen und weltoffenen Silicon Valley überraschend häufig den Satz: “Ich bin zwar kein Freund von Donald Trump (Komma) ABER…” und dann folgt, wo der derzeit in den Umfragen führende Präsidentschaftskandidat der Republikaner eiii-gent-lich doch nicht so ganz unrecht hat.
In solchen Gesprächen ertappe ich mich bei dem Gedanken, daß ich denen diesen Präsidenten gönnen würde.