Eine dicke schwarze Wolke hat eben ein paar Regentropfen an mein Fenster abgelassen (und mich aufgeweckt). Bevor ich aber dazukam, schlechte Laune wegen schlechten Wetters zu entwickeln, ist sie von der Sonne zurückgepfiffen worden.
Geht doch.
Eine dicke schwarze Wolke hat eben ein paar Regentropfen an mein Fenster abgelassen (und mich aufgeweckt). Bevor ich aber dazukam, schlechte Laune wegen schlechten Wetters zu entwickeln, ist sie von der Sonne zurückgepfiffen worden.
Geht doch.
Neulich hat ein unaufmerksamer Autofahrer beim Abbiegen den Bürgermeister von San Jose vom Radl geholt. Prompt hat der, noch demonstrativ mit Verband um den Kopf und Arm in der Schlinge, die Aktion “Sicheres Radfahren in San Jose” ins Leben gerufen und eine Brandrede gehalten, die in dem Ausruf gipfelte: “Gimme 3 feet to pass!”
Ganz was neues hierzulande. Rücksicht auf Radfahrer nehmen und einen knappen Meter Abstand halten – das ist, ich habs nachgelesen, im “California Driver Handbook” nicht vorgesehen. Dort ist vielmehr vorgeschrieben, dass man sich zum Rechtsabbiegen auf dem Radweg (wenn vorhanden) einordnet. Nirgends steht, dass man dabei auf Radfahrer achtgeben soll.
Herr Bürgermeister, ich sags nicht gerne, aber mir scheint, Sie rufen zum Bruch bestehender Gesetze auf.
Genau heute in einem Monat wird der/die neue kalifornische Gouverneur/in gewählt. Vor ein paar Tagen hat die schmutzige Phase begonnen (endlich, der Wahlkampf war bisher so fade): Meg Whitman soll dem Vernehmen nach eine illegale Immigrantin als Haushaltshilfe beschäftigt und sie auch noch ausnehmend schlecht behandelt haben. (Letzteres wiegt aber nicht ganz so schwer, weil ihr eher harrscher Umgang mit Menschen schon aus der eBay-Zeit bekannt ist. Ersteres schon.)
Begleitend zu dieser Wahl finden auch wieder Volksabstimmungen statt, unter anderem über “Proposition 19”, die Legalisierung von Marihuana. (Kurz zusammengefaßt, wer trinken darf (also über 21 Jahre alt ist), soll auch kiffen dürfen, 1 ounce (28,5g) zum persönlichen Gebrauch besitzen und auf einer maximalen Fläche von 2,3 Quadratmetern anbauen dürfen). Mit Einschränkungen: Kiffen ist nur auf nicht-öffentlichem Grund und nicht in der Gegenwart von Minderjährigen gestattet. Ich hatte bisher den Eindruck, dass Ordnungsmacht und Konsumenten nach dem Prinzip “Leben und leben lassen” agieren. Andersrum: ich habe seit ich hier bin noch keine öffentliche Veranstaltung erlebt, bei der nicht die Joints kreisten und die Polizei ist noch nie eingeschritten.
Im Moment gibt es laut Umfragen eine knappe Mehrheit dafür. Zu den Befürwortern zählt zum Beispiel die Gewerkschaft der Polizei, die sich durch die Entkriminalisierung den Wegfall der Beschaffungskriminalität und das Verschwinden der Dealer erhofft. Gegner findet man bei den Lobbyisten für “Medical Marihuana”. (Kalifornien war bei diesem Programm vor knapp 15 Jahren Vorreiter unter den Bundesstaaten: Wer eine entsprechende ärztliche Verordnung nachweisen kann, bekommt eine weiße Karte* und darf aus dem riesigen Angebot (Frühstücksflocken, Kekse, Rauchwaren etc.) der “Weed Shops” alles kaufen, was zur Linderung seiner Symptome beiträgt). Legal Pot würde deren Preise kaputtmachen. Auch die benachbarten Bundesstaaten fürchten von billigem kalifornischen Stoff überflutet zu werden, aber die dürfen nicht abstimmen.
Sollten die Kalifornier Prop 19 zustimmen, kommt ein ganz anderer Gegner auf sie zu: gemäß Bundesrecht ist Konsum und Besitz von Marihuana immer noch verboten. Vermutlich wird Barack Obama nicht ausgerechnet als der Präsident in die Geschichte eingehen wollen, in dessen Ägide die Legalisierung fiel.
* Dazu gibt es eine nette Southpark Episode: http://www.southparkstudios.com/full-episodes/s14e03-medicinal-fried-chicken
Dass Amerikaner keine Wurst machen können (zumindest keine, der man nicht anschmeckt, dass sie aus den zusammengefegten für sonstige Zwecke unverwertbaren Resten aus der Massenschlachterei zusammengewurschtelt (!) ist), ist hinlänglich bekannt. Im allgemeinen werden für Brotbelag die Brüste der unterschiedlichsten Tierarten mit seltsamen Aromen gekocht, gebacken, gebraten, geräuchert, gedämpft oder sonstwie für die Ewigkeit haltbar gemacht, danach in hauchdünne Scheibchen gefleddert, in Plastik eingeschweißt und der Brustschnittchenberg kommt in plastikenen Umverpackungen in den Verkauf, “sandwichlicious”.
Genießbarer Käse ist ausschließlich Importware und Transportkosten sowie Zölle werden in vollem Umfang plus Verwaltungsaufschlag und Gewinnspanne an den – meist aus Europa stammenden – Kunden weitergegeben. Man zahlt das, zähneknirschend, weil sich die hiesigen Käsesorten nur an der Farbe unterscheiden lassen; die Konsistenz ist gleichbleibend scheiblettenähnlich, der Geschmack schlimmer.
Wie’s ums Brot bestellt ist, brauche ich, glaube ich, gar nicht zu erzählen: weiß und fluffig, ein Toastbrot kann man auf ein Fünftel seiner ursprünglichen Größe zusammendrücken und wenn man losläßt, springt es von selbst wieder in die Ausgangsform zurück (wenn man genau hinhört, ist das begleitende Geräusch ein fast triumphierendes “ZOINGGGG”). Wer aus Deutschland kommt, fängt irgendwann aus purer Notwehr an, selbst Brot zu backen.
Wie ich auf dieses Thema komme? Toni und ich haben uns gerade auf der Heimfahrt unser Leid geklagt. Was fehlt uns in diesem Land nicht alles: Quark (kein Käsekuchen, keine Quarkkeulchen (muss man nicht kennen, kommt aus Sachsen), kein Brot (eh nicht) mit Kräuterquark….). Makkaroni. Das war Toni aufgefallen und ich habe es vorhin im Supermarkt nachgeprüft: das äußerste sind “Ellbow-Maccaroni”, also kurze Nudeln mit Loch und Knick – lange sind wahrscheinlich zu kompliziert. Keine Tütensupppen, nicht mit Buchstaben, nicht mit Sternchen, nicht mit Grießklößchen. Einfach gar keine. Kein auf Schnitzelgröße zurechtgeschnittenes Fleisch. Schwein würde ja schon reichen. Kälber werden hier bei dem riesigen Bedarf an rotem Fleisch gar nicht erst geschlachtet. Toni träumt von Beffteck (keine Ahnung, was das ist – möglicherweise “Besteck”, von einem Menschen mit Sprachfehler vorgetragen) – er behauptet, es sei eßbar und in jeder sächsischen Metzgerei zu haben. Mit Dosenbohnen in allen Farben und Größen wird man totgeschmissen, jedoch mangelt es an Linsen, um mal ordentlich Linsen und Spätzle zu kochen – Saitenwürste kriegen ja schon die bayerischen Metzger nicht korrekt hin, in dem Verzicht bin ich schon geübt. Keine normale bezahlbare Gesichtscreme. Toni hatte jüngst sogar echte deutsche Backpapierabschnitte importiert, davon eine Packung für mich – er war sogar willens, den Spültuchvorrat zu teilen. War nicht nötig, gibts (wo sonst?) bei IKEA.
Für uns alle, die wir aus Deutschland hierher gekommen sind, war der Wert von Alltagswaren durch unsere jahrelange Einkauferfahrung zu Hause geprägt. Wir wußten einfach, was Milch, Klopapier, Putzmittel, Brot, Käse, etc. kosten. Inzwischen haben wir alle übereinstimmend (und unabhängig voneinander) für uns beschlossen, dass wir nicht jedes Mal wieder bei den hiesigen Preisen zusammenzucken, sondern als gegeben hinnehmen, dass zum Beispiel WC-Reiniger drei mal so teuer ist, wie wir das gewohnt sind. Fleisch ist dafür viel billiger, in einer Mischkalkulation hebt sich das ungefähr auf.
Ein Problem bleibt: es gibt sie nicht, die guten Dinge.
denn wir bekamen so gar keine Bewerbungen auf eine Anzeige, die wir bei KITlist (KIT steht für Keep In Touch) geschaltet hatten. Also dort anrufen, bei Kelly Conelly* vom Customer Service. Hmmm, ganz komisch, das Stellenangebot sei gar nicht aufzufinden. Ob das wohl bei dem Systemausfall neulich gelöscht wurde? Sowas passiere schon mal, dafür bekäme ich die neue “for free”. Amerikaner hätte das wahrscheinlich schon getröstet (“for free” ist immer gut), ich habe mich jedoch sperrig (und unamerikanisch) gezeigt, weil ich nachfragte, ob und wann man mir mitteilen hätte wollen, dass wir zwar bezahlt, aber nichts dafür bekommen haben. Kelly Conelly war sicher, dass sie das bestimmt noch vorgehabt hätte, aber “the days are just packed”, denn heute Abend finde DIE große Party statt. (Transkribiert ins Deutsche:) “Ich schicke dir gleich eine EINLADONG! Wir MÖSSEN uns kennenlernen! Du MOSST kommen! Das wird SOOOO ein SPASS!” Wenn sie mir, wie inzwischen zugesagt, das Geld zurückerstattet, verspreche ich alles (ohne die geringste Absicht dahin zu gehen). Zur Unterstützung meiner Glaubwürdigkeit frage ich also: wie finde ich dich, Kelly? “That’s, like SOOO EEEAAASYY! I am BLOND! And I am CUUUTE.”
Eigentlich hätte ich mir als Amateur-Ethnologe so ein Vollblut-CA-Chick doch mal aus der Nähe ansehen sollen.
* Toni ist sofort “Elli Spirelli” eingefallen, die war in seiner Schulzeit zuständig für die Belieferung der Schulkantinen. Wahrscheinlich weder blond noch cute.
und mir ist schlecht. Ich will jetzt mal nicht annehmen, dass meine Herren Kollegen mich mit dem gleichsymptomigen 24-Stunden-Infekt angesteckt haben und auch nicht, dass der Inder heute Mittag was falsches ins Curry gerührt hat. Es liegt bestimmt am Wetter – einen Temperatursturz von fast 100 auf bloß noch um die 70 steckt die stärkste Frau nicht weg. (Und in Fahrenheit sieht das immer gleich viel dramatischer aus…)
Drugstores haben hierzulande eh fast 24/7 geöffnet, also konnte ich eben noch schnell Baby-Grießbrei und Magentee besorgen und habe beschlossen, mit dieser Kur morgen wieder auf dem Damm zu sein.
doch das Thermometer ist heute bei 98°F stehengeblieben – dabei hatten wir neulich mit den über 100°F schon so schön vorgelegt. Waren’s halt nicht über 38°C warm, sondern nur 36,5°C. Geht auch noch.
Am Wochenende soll es wieder abkühlen, nur noch um die 27°C im Süden, in San Bruno sogar nur 23°C. Da hilft wohl nur ein Strickjäckchen oder ein Ausflug auf die andere Bayseite, nach Orinda zu CalShakes und sich an “Much Ado about Nothing” das Herz erwärmen.
verleihe ich heute dem Herrn, der sich bei einem in starkem Wachstum begriffenen Start-up Unternehmen mit der Ansage bewirbt. “Meanwhile, I felt tired in surging of IT consulting ocean, real permanent opportunity is welcomed as I need safety harbor for my left of life.” (Geburtsjahr: 1965)
Die Generation Facebook teilt der Welt ja immer gerne mit, was sie mag und was nicht. Uns Älteren bleibt für sowas nur der eigene Blog.
Was ich also überhaupt nicht mag, ist, beim DVD gucken einzuschlafen, von der xten Wiederholung der Abspannmusik geweckt zu werden, schlaftrunken (ein herrliches Wort) mit einer Schleife übers Bad Richtung Bett zu wanken und dann festzustellen, dass ich die frische sonnen- und windgetrocknete Bettwäsche zwar bereit gelegt, jede weitere Aktion aber verbaselt habe. Dann das Bett in diesem “draamhapperten” Zustand beziehen und anschließend die ganze Nacht damit zu kämpfen, dass die Decke irgendwie krumpelig und nicht ordentlich in den Ecken adjustiert im Bezug herumwurschtelt. Das mag ich also nicht.
Dass wir hier hingegen die erste herbstliche Hitzewelle habe und ich den Blogpost um kurz vor halb elf nachts kurzärmelig und barfuß im Garten schreibe und mich dazu an frischer Melone aus dem Anbau des Opas der Nachbarsbuben erfreue –
Diese Binsenweisheiten stammen nicht etwa aus einem Managementratgeber (obwohl, wahrscheinlich schon), sondern aus einer Bewerbung, wo mir jemand mit Qualifikationen, die mit den Anforderungen in unserer Anzeige nicht die kleinste Schnittmenge bilden, erklärt, warum er der Richtige für den Job ist.
• Vision: To see when you believe (win-win solution)
• Direction: Set strategy, define objectives (value time)
• Communicate: Listen 1st before speaking (by your actions, not words)
• Teamwork: Be empowered & empower others (1+1>>2)
• Focus: Be persistent, never give up (be disciplined)
• Accountability: To yourself establishes your integrity, to others builds your credibility (be proactive)
• Reward & Recognition: To motivate