Oho

Via Anzeigentafel lädt die Schule in Tonis Straße seit gestern für heute Abend zum PEN HOUSE ein. Ui, denke ich, so eine Art Schreibwerkstatt, könnte ja ganz interessant sein. Nichts da. Wie es scheint, ist heute der Reservevokalverwalter aus dem verlängerten Wochenende zurückgekommen und hat noch ein “O” ausgegeben.

Und deswegen ballten sich vorhin vor der Schule zum Tag der Offenen Tür (Open House) nicht etwa hoffnungsfrohe Jungschriftsteller, sondern potentielle neue Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern. Auch recht.

Ferienende (Aus der Reihe: Der beste Sam von allen)

Seit Mitte letzter Woche ist alles wie immer: Sam ist aus Mexiko zurück, sein schwarzer Pick-up steht wieder vor dem Haus und wenn ich das Licht ausmache, um ins Bett zu gehen, läßt er den Motor an und fährt zur Nachtschicht.

Es soll ja Menschen geben, die vermittels Sprache kommunizieren. Wir nicht. Ich hatte ihm einen Welcome-Back-Kuchen gebacken, er hat heute meinen Rasen gemäht. So geht’s doch auch. Vielleicht reden wir am Wochenende mal, wenn wir beide zur gleichen Zeit wach sind…

Ich glotz’ TV

Und zwar mit wachsender Begeisterung “Game of Thrones”. Die Begeisterung geht so weit, daß ich nicht wie sonst immer warte, bis ich eine ganze Staffel nachträglich auf einen Sitz weggucken kann, sondern tatsächlich Folge für Folge sehe. Bei uns wurde gestern die 9. von den 10 Episoden der 2. Staffel gezeigt und so kurz vor dem Season Finale (Achtung, Christoph!) brennt die Stadt und es wird schwer gekämpft.

Mein Lieblingszitat: “To battle, men! When any of you dares to return with a clean sword I will rape his Gods to death.”

Miez, Miez, Miez

“Sie haben aber da mal ein hübsches T-Shirt” spreche ich die Frau an, die mir umgehend noch einmal begeistert die Vorderseite mit der Aufschrift “Schroedinger’s cat is dead” und die Rückseite mit “Schroedinger’s cat is not dead” präsentiert. Das sei aber noch gar nichts, befindet ihre Freundin. Sie habe daheim ein T-Shirt auf dem stehe: “WANTED! Schroedinger’s cat – dead and alive”. Und wir haben alle herzlich gelacht.

Noch nicht mal vier Jahre in diesem Land und schon auf dem allerbesten Weg zum Nerd, ich bin gespannt, wie das mit mir weitergeht.

Feiertag

Der letzte Montag im Mai ist in Amerika Memorial Day.

Schulen, Banken, Behörden, Postämter haben geschlossen, auch das Gros der Unternehmen gibt den Tag frei. Kein Wunder, daß die hiesigen Kollegen sich heute gefühlt haben müssen wie Bayern, denen die preußische Geschäftsführung im Unverstand Mariae Himmelfahrt streicht.

Ich bin mir aber auch vorgekommen wie ein Alien: morgens so gut wie alleine auf der Autobahn (und in 20 Minuten von Haustür zu Haustür bei Toni – das sind sonst mindestens 35) und dann nicht mindestens einmal suchend um den Block gefahren, sondern gleich einen von den vielen freien Parkplätzen nehmen können. In der Mittagspause waren Straßen, Parks und Restaurants voll von jungen Familien (ich glaube ja manchmal, die kommen aus aller Welt hierher um zu brüten) – ganz andere Farben und Klänge als sonst.

Morgen ist wieder ein ganz normaler Werktag. Und diese Parkplätze sind dann wohl auch wieder belegt.

 

Schon vorbei?

Das war aber mal ein Turbo-Wochenende. Kaum sandelt man ein bißchen ‘rum, legt ein, zwei extra Schläfchen ein, kümmert sich um den Haushalt, schwätzt ein wenig Deutsch am Telefon, entrümpelt ein paar Schränke, sucht einen neuen Koffer und ein neues Sofa aus (zum Glück geht sowas online, allerdings steht diese Woche noch ein Besuch bei IKEA an, um die Entscheidung am lebenden Objekt zu überprüfen), liest was vom Neue-Bücher-Stapel weg (dazu ein anderes Mal mehr) und werkelt ein bißchen im Garten ‘rum (und ißt erste Monsterbrombeeren sonnenwarm vom Strauch)  ist schon wieder Sonntagabend.

Dabei wäre heute in der City so viel los gewesen, die Golden Gate Bridge läßt heute ihren 75. Geburtstag mit einem Riesenfeuerwerk feiern. Aber mir war nicht nach mit vielen Menschen im kalten Wind stehen – und das nächste Feuerwerk gibts eh schon wieder am 4. Juli.

Happy B-Day, GG! (Wie man hierzulande – bekanntermaßen abkürzungssüchtig -sagt.)

 

Pretty in Pink

Kekse backen ist ja soooo letztes Jahrhundert (http://bit.ly/KANCzb). Die Girl Scouts (Pfadfinderinnen) von heute bedienen sich für ihre Fundraiser (Geldsammelveranstaltungen) einer wesentlich einträglicheren Methode. Einfach einen Vorgarten mit rosaroten Plastikflamingos vollstecken und den Hausbesitzer per Schild informieren: “You Have Been Flamingoed”. Gegen die Zahlung von $20 bekommt man seinen Vorgarten nicht nur wieder vogelfrei, sondern kann auch noch bestellen, wen man mit der Aktion als nächstes beglücken will.

Und alle haben irgendwie Spaß dran, die Kinder kommen ‘raus an die Luft und erarbeiten das Geld für ihre Reise nach Europa mit Vögeln.

Aus Plastik, Mahann!

Josef, laß das!

Herr Blatter erwägt, das Elfmeterschießen abzuschaffen – liest der eigentlich den flockblog nicht (http://bit.ly/LOUImA)? Der spinnt ja, der Beppi!

Wenn’s denn schon sein muß, dann sollte die Fifa als Ersatz Sudden Death einführen. Das mag ich auch.

Höchste Zeit

Wenn man auf der Handcremetube “Moosfurzer” zu lesen glaubt und dort einfach nur und naheliegend “Moisturizer” steht, dann ist das ein Zeichen dafür, daß man bald ins Wochenende gehen sollte. Ganz bald.

Spiritus Sanctus

Jüngst hat sich eine Freundin bei mir erkundigt: “Wie sehen die WE-Aktivitäten aus – habt Ihr Pfingsten? Was versteht da eigentlich der gemeine Ami drunter ? Wär mal was für‘n Blog – so ne Art repräsentative Kleinumfrage vorneweg, versteht sich…..”

Echt, ist das schon wieder sieben Wochen her, daß dein Kind bei mir im Garten Ostereier gefunden hat? Hier ist für mich jetzt die Zeit angebrochen, in der ich immer wehmütig meiner Heimat gedenke – all die herrlichen verlängerten Brückentagswochenenden im Frühsommer. Mal schnell an den Gardasee oder für ein Wöchele in den richtigen Sommer zum Schnorcheln nach Ägypten… Nein, ist nicht. Hier sind Kirche und Staat qua Verfassung streng getrennt. Religiöse Feiertage können gerne im zuständigen Tempel begangen werden (Meinungs- und Religionsfreiheit), aber nicht auf Kosten des Arbeitgebers (Kapitalismus). Ganz ohne Widerspruch sind die vermeintlich säkularen Vereinigten Staaten von Amerika allerdings nicht: Weihnachten ist zum Beispiel einer der wenigen Tage, an denen hier Geschäfte mal geschlossen sind, auf den Dollar-Noten steht “In God We Trust” und ich möchte gar nicht wissen, welcher Aufschrei durch dieses Land gehen würde, wenn ein Präsident den Eid nicht auf eine Bibel ablegen und auf den Zusatz „so help me God“ verzichten würde.

Wir begehen stattdessen am letzten Montag im Mai den “Memorial Day” (ursprünglich “Decoration Day”, ein Tag an dem Gräber gefallener Soldaten geschmückt wurden). Dafür braucht man (zumindest suggeriert das die zunehmend lautere und buntere Werbung): .
Banners (Flaggen – mit 50 Sternen – gibt es gerade in allen Größen überall als Sonderangebot), Booze (die Getränkekette “Bevmo” bietet auf Hochprozentiges aktuell zweistellige Rabatte an) und Botox.

Zum Entsetzen meiner amerikanischen Kollegen hat die ignorante deutsche Geschäftsführung diesen Tag nicht in die “Vacation Policy” aufgenommen (es steht in den USA jedem Arbeitgeber frei, ob und welche Federal Holidays er gewähren will). Wir werden also einfach arbeiten. Oder, auf gut Schwäbisch, “Buckeln” (Alliteration gerettet).