Och, Mönsch!

Da bin ich jetzt auch endlich einem Computerspiel verfallen und spiele mich innerhalb kürzester Zeit auf ungeahnte Punktezahlen (zweieinhalb Millionen – besser als der beste Spieler in der Bestenliste, nämlich) und schon weit jenseits Level 50 hoch und dann installiert mir Windows ungefragt über Nacht Updates und startet noch ungefragter den Rechner neu und ich kann wieder ganz von vorne anfangen. Manno!

The name of the game: Bookworm. Das Suchtpotential? Hoch. Sehr hoch.

Bückware

Jaja, ich habs verstanden, die Relation “Für-Münzen-bücken” zu “Dabei-Knochen-und-Sohlen-abnutzen” ist nicht die beste (s. http://bit.ly/2aQzAgm). Hebe ich halt, wie heute, einen nett zusammengefalteten Schein auf und bekomme dafür den Salat fürs Abendessen und die Bürobrotzeit für morgen und eine Portion Eis für gleich auf dem Balkon* und hab immer noch Geld übrig.

Da lohnt sich das Bücken dann doch. Davon gerne mehr.

(Dass es, wenn ich meiner geschätzten Ex-Physiofolterdomina glauben darf, ein sehr schlechtes Zeichen für die Beschaffenheit der Knochen ist, wenn der Blick beim Gehen eher bodenwärts als nach vorne gerichtet ist, ignoriere ich dabei einfach mal.)

 

* War’n Witz. Wihitz! Es ist schließlich August und da ißt frau ihr Eis drinnen. Vorzugsweise mit heißen Himbeeren oder so.

Hoit amoi, Sommer!

Abends statt mit Buch aufm Balkon mit Strickjacke aufm Soffa und dann am Morgen Licht anmachen und der Garderobenauswahl ein Unterhemd zufügen müssen.

Um es mit den Worten des unsterblichen Häbbät G. zu sagen: Was soll das?

Vorhin im Bus

Eine Gruppe Kinder kommt offensichtlich von einem Ausflug zurück und damit die sehr aufgedrehten lieben Kleinen was zu tun haben, schlägt eine der Betreuerinnen Klatschspiele vor. Der Lieblingsreim der beiden Mädchen auf der Sitzbank vor mir geht so:

Auf einer bayrischen Bank, Bank, Bank,
da saß ein bayrischer Mann, Mann, Mann.
Und dieser bayrische Mann, Mann, Mann
der sagte: Himmeldonnerwetter,
Herr Professor mit dem Messer
in der Hand. Löwenzahn. Stopp!

Ein Ohrwurm wie aus einem Alptraum. Nach zwei Stationen im Regenstau kann ich ihn auswendig. Als ich nach fünfen endlich aussteige, könnte auch ich klatschen. Und zwar die Betreuerin.

Törööö!

Erstaunlich, was die kleine Bühne in der Unterfahrt fasst: Flügel, Bass, Schlagzeug und dazu Bläser, soweit die Ohren reichen: Alt- und Tenorsaxophon, Posaune, Trompete, Klarinette, Flügelhorn. Klasse war’s wieder!

Das kommt also raus, wenn der nette Bastien Rieser vom letzten Mal (s. https://flockblog.de/?p=30532) am Sonntagabend für die Koordination der Jam-Session in der Unterfahrt verantwortlich ist. Da gemma wieda hin.

The day the music died

Wenn ich in diesen schönen Sommernächten nicht irgendwo aushäusig war, dann habe ich sie auf meinem Balkon verbracht. Der Beton noch schön vom Tage aufgeheizt (warme Füße, ganz wichtig!), Licht genug zum Lesen (auch wenn bereits spürbar ist, dass sich die Dunkelheit schon wieder früher anschleicht) und dazu die Hinterhofsymphonie.

“Pling, pling, pling” setzt es ein, eine Gitarre wird beübt, von irgendwo gegenüber koloraturt sich ein Sopran durch Tonleitern, “H-schsch, H-schsch, H-schsch” gibt der Wilde Feger vom 2. Stock rechts den Takt vor, noch etwas uneins mit dem “H-rrroll-ch, H-rrroll-ch, H-rrroll-ch” des Handrasenmähers von unten und dem “Rr-ch-usch, Rr-ch-usch, Rr-ch-usch” des wilden Rächers* zwei Kleingärten weiter. Während die Rhytmustruppe langsam zusammenfindet, bläst sich Der Kleine Trompeter warm (weniger Erichs lustiges Rotgardistenblut als Mitglied einer Trachtenkappelle), ein kleines Kind versucht aus vollen Backen seine wachsenden Zähne wegzubrüllen, jemand klopft eine sehr alte Kuh sehr lange sehr monoton zu Schnitzeln und der alte Mann von oben fragt schon zum zigsten Mal, ob man nicht (die längst lustig tropfenden) “Geranien gießn soitat”. Drei Kirchenglockenviertel später ist genug gefegt, gerecht, gemäht, gegossen und gesungen, das Fleisch brutzelt in der Pfanne, der Mann mit dem Blasinstrument schaut den Musikantenstadl und den Eltern ist es endlich gelungen, ihr Brüllbalg in Zahnöl zu marinieren.

Einzig die Gitarristin ist draußen geblieben und garfunkelt sich in die Dämmerung mit einer wunderschönen Version von “Bridge over troubled water”.

Und dann kommt dieses Sauwetter und es hocken wieder alle drin. Damned, Jim!

 

* Der hat nämlich gestern schon seinen Robot mähen lassen und ja, ich weiß, dass man dieses “Rächen” eigentlich mit “E” schreibt. Aber dann wärs ned so schön.

Gone hat gone

Wenn es, so wie gestern, aus Kübeln schüttet, dann trauere ich ihr schon sehr schmerzlich hinterher. Ihr, meiner Lieblingsmütze, wahnsinnig kleidsam und dabei gleichermaßen wind-, wetter-, regen- und sonnentauglich. Aber sie hat sich entschieden. Fürderhin betreibt sie, getrennt von mir, auf ewig* Sightseeing in der Stockholmer Linie 7.

* Bis der Sophämtare kommt.

Neu im Kino: Star Trek Beyond

Wenn man schon an einem wunderschönen lauen Sommerabend statt in den Biergarten ins Kino gehen will, dann ist der Mathäser eine gute Wahl. Erstens zeigen sie wenigstens einmal an jedem Abend die Originalfassung und zweitens haben sie einen ausgesprochen schönen Innenhof mit ordentlicher Gastronomie und ganz reizendem Personal, das alles dafür tut, dass wir mit vollen Nudelbäuchen und unter Auslassung der Werbung rechtzeitig zu den Trailern auf unseren sehr bequemen Sesseln mit viel Beinfreiheit zu sitzen kommen. Zur Nachfilmbesprechung mit Cocktail empfiehlt sich der Umzug in das andere Außenareal auf der Bayerstraße, da kann man in den Gesprächspausen auch noch Leut’ gucken. Und zwar wie. Die Welt zu Gast im Bahnhofsviertel.

Hat sich echt rausgemacht, der Mathäser und es bei mir lässig auf die Gute-Kinos-Liste geschafft.

Was? Ach so, ja, der Film. Hab noch nicht ganz verstanden, warum einer meiner hochgeschätzten Referenz-Nerds diesen besser findet als den zweiten. Ich beliebe ihn die “Schätzing-Episode” zu nennen und möchte, wie schon zuvor, anmerken (s. https://flockblog.de/?p=19150), dass Karl Urban ein guter Schauspieler ist und mehr kann, als mit weit aufgerissenen Augen in ein fassungsloses “Damned, [hier jeden beliebigen Kollegennamen einsetzen, zB Jim! oder Spock!” auszubrechen.

 

Randbemerkung: Rita Falk kenne ich ja nun erst seit einer Woche (s. https://flockblog.de/?p=31279), aber dafür ist sie jetzt in meinem Leben omnipräsent: das ganze Kino war gepflastert mit Werbung für “Schweinskopf al dente”.

Muttersprache

Es ist ja nicht so, dass, bloß weil man eine Sprache von kleinst auf lernt, man ihrer auch Herr wird. Wie ich das meine? Nun, neulich erhielt ich eine e-mail, in der ich aufgefordert wurde: “Please get in tough…” Weil ich wohlwollend bin, nehme ich an, die Absenderin hat entweder eine übelmeinende Autokorrektur installiert oder auf ihrer Tastatur liegen “G” und “C” zum Verwechseln nahe und sie möchte wirklich gerne von mir hören.

Dennoch bleibt ein leiser Zweifel, denn im Angelsächsischen kennt man halt auch den Begriff “Tough Love”, was sich ins Deutsche ungefähr in der Bandbreite von “A Watschn hat no koam g’schadt” bis “Das tut mir jetzt mehr weh als dir” übertragen läßt. Mal schauen, was passiert, wenn ich antworte.

Schlimmstenfalls krieg ich dann sowas auf die Ohren.

tough love

Wieder mal Jazz

Im Rahmen der Munich Summer Jazz Week gastiert – noch bis einschließlich Samstag dieser Woche – das Chris Gall Trio (Chris Gall (p), Henning Sieverts (b), Peter Gall (dr)) in der Unterfahrt, mit Frank Möbus als Gast an der Gitarre. Und weil die Herrschaften Unterfahrt sich immer großartige Musiker ins Haus holen, war auch dieses Konzert eines der besten, das ich je miterlebt habe. Besonderen Dank für die Neuinterpretation von “Across the Universe”.

Den Genuß konnte noch nicht einmal die Dame bei uns am Tisch trüben. Akademikerin, gebildet, gepflegt und kultiviert, den Mund voller AfD-Sprech, mit einem reichen Fundus an Verschwörungstheorien  und keinem Sachargument gegenüber offen. Immerhin weiß ich jetzt, dass man in ihren Kreisen das lasche deutsche Asylrecht für die Anschläge auf die Twin Towers verantwortlich macht. So ein Gespräch hinterläßt bei mir immer einen etwas bitteren Nachgeschmack; ich habe jemandem, der den Diskurs eigentlich gar nicht will, weil er/sie sich im Gegensatz zu mir im Besitz der alleinigen und wirklich wahren Wahrheit wähnt, nichts entgegenzusetzen und will dann eigentlich nur noch in Ruhe der Musik zuhören und denke aber, ich sollte mich auseinandersetzen. Schwierig.