Einsame Hütte im Wald, kein Strom, kein fließendes Wasser, nix. Es klopft zwei Mal hart an die Tür…
Davon wache ich eine knappe halbe Stunde vor dem Wecker auf. Muß schon sagen, da war das Dream-Continuity-Team schwer auf Zack.
Einsame Hütte im Wald, kein Strom, kein fließendes Wasser, nix. Es klopft zwei Mal hart an die Tür…
Davon wache ich eine knappe halbe Stunde vor dem Wecker auf. Muß schon sagen, da war das Dream-Continuity-Team schwer auf Zack.
Frau hilft ja gerne und kümmert sich natürlich um das Patenkind eines durchreisenden Freundes aus Kalifornien, während der noch einen WWT (Wahnsinnig Wichtigen Termin) wahrnimmt. Es könnte allerdings nicht schaden, wenn ich eine Ahnung davon hätte, wie man Elfjährige unterhält, aber soweit ich weiß, können Kinder in dem Alter schon sprechen und dann frag ich halt. Nein, shoppen bei H&M oder Pimkie oder so geht nicht, die haben sonntags zu. For real. Noch was anderes? Okay, McDonalds geht, aber das halten wir (vor allem ich) keine drei bis vier Stunden durch. Was noch? Kino? Prima. Welcher Film?
Aus purer Nettigkeit schaue ich mir dieses Jahr nun also schon den zweiten animierten Film mit Tieren an. Zootopia neulich war eine gar nicht mal so schlechte Adaption des konventionellen Rookie-Cop-Themas; Pets jetzt ist eine typische Big-Apple-Hommage, mit Glitzerlicht-New York bei Nacht, Skyline, rotzigen Dialogen, schnell geschnittenen Verfolgungsjagden und kommt daher im Gewand einer Buddy/Odd Buddy-Komödie (Stimmen: Louis C.K. und Eric Stonestreet) und weil Rudy Giuliani seinerzeit mit seinen “Broken Window” Aufräumaktionen offensichtlich nur an der Oberfläche gewirkt hat, ist die Kanalisation bevölkert von bösgewordenen “Flushed Animals”, angeführt von einem durchgedrehten Duracell-Häschen namens Snowball (Stimme: Kevin Hart). Auch gar nicht so schlecht, vor allem, wenn man elf Jahre alt ist.
Und hinterher treffen wir uns mit dem Godfather (ich kann gar nicht aufhören, an Marlon Brando zu denken) im Biergarten und das amerikanische Kind bekommt eine ganze Maß Spezi vollkommen ohne Eiswürfel (“No ice? For real?”), ißt ihren ersten Steckerlfisch und ihre erste Riesenbreze und teilt jeden Bissen per Selfie mit den Girls daheim. Brav, Kind, schön weiter still beschäftigen, dann kommen dein Onkel und die liebe Tante Sabine auch mal zum Reden.
Russell Crowe, Ryan Gosling und Kim Basinger. Come on, was kann bei der Besetzung schon schiefgehen? Hmmm. Der Film war inhaltlich weniger L.A. Noir als mehr so L.A. Hellgrau. Man wird sich seiner irgendwann in späteren Jahren als den Film erinnern, in dem Kim Basinger mit immer noch langem Blondhaar überzeugend die korrupte kalte Mutter einer erwachsenen (!) Tochter gab, das Kick-Ass-Girl mit Angourie Rice geradezu ideal besetzt war und Russell Crowe das erste Mal als John Goodman auftrat.
Eins noch: Lieber Ryan Gosling, bitte nehmen Sie bald einmal wieder eine Rolle an, in der Sie keinen Schnauzer tragen müssen – die Haare verstellen den Blick auf Ihre wunderbar bebenden Nasenflügel.
Anschauen? Ja, warum nicht?
Die Ärztin hat neulich ohnehin wegen der schlechten Eisenwerte geschimpft (“Ja essen Sie denn gar kein Fleisch??” – doch, das doppelte Fragezeichen war deutlich zu hören gewesen) und mir ist schon seit Tagen nach einem schönen Stück sehr blutigen Fleisches, das allenfalls mal für einen wenzigen Moment Kontakt mit der heißen Grillpfanne hatte – Gründe genug, mir mal wieder ein richtig schönes Entrecôte zu gönnen.
Weil ich mich kenne (Augen immer größer als Magen), nehme ich beim Landmetzger meines Vertrauens auf dem Markt trotzdem nur das kleinste und dann muß ich angesichts des geforderten Preises einmal sehr tief durchschnaufen. Huiuiui! Im mexikanischen Supermarkt hätte dieser Klumpen Rind allerhöchstens die Hälfte gekostet und wäre dafür von besserer Qualität gewesen.
Aber dafür gibt es in Amerika weder Pfisterbrot noch Quark.
Manches verpaßt frau ja schon, wenn sie mal so sieben Jahre weg ist. Zum Beispiel, dass eine Dame namens Rita Falk* in ungefähr Halbjahresabständen “Provinzkrimis” absondert**: Nun haben mich unabhängig voneinander zwei vertrauenswürdige Gewährsmänner fast zeitgleich von diesem Umstand informiert, wobei zur Geschichte des einen gehörte, dass ihm der Kauf der Werke zur Selbstlektüre eigentlich so peinlich war, dass er das dringende Bedürfnis verspürte, die Buchhändlerin seines Vertrauens hinsichtlich des Empfängers anzulügen (“ist ein Geschenk”) und der andere mich via e-mail mit einem “Husch, husch, angucken, falls du noch nicht hast (gibt’s nur noch bis 1.8.)” zum nächsten Medium in die ARD Mediathek geleitete, weil nämlich die Frau Falk zu den Autoren gehört, die Dusel gehabt haben (s.**).
Ja, und dann hab ich ihn angeschaut, den “Winterkartoffelknödel”. Was soll ich sagen? Nett war’s. Ned mehr, ned weniger. Bißl oid san’s worn, da Eisi, da Simon, da Sigi und d’Moni und d’Enzi erscht. Dafür ist der Held “A Hund issa scho, da Eberhofer” jung, hübsch und viril, erinnert an den jungen Daniel Brühl und wird gespielt von Sebastian Bezzel. Fast wär’s mir schon ein bißchen zu königlich-bayerisch-dumpf-klischeeig geworden, aber die Nummer hat’s dann ziemlich rausgerissen: http://bit.ly/2aAns4k.
Fazit: man muss das nicht anschauen. Aber man kann und dann ist es kurzweilig genug für einen Fläzabend aufm Soffa.
* Ein Name, bei dem sich der Pseudonym-Verdacht geradezu aufdrängt, oder?
** Was mich zum einen an den Verleger eines befreundeten Autoren denken läßt, der dessen aktuelles Buch zwar nicht ins Programm nehmen wollte, ihm aber dazu riet, Regionalkrimis zu schreiben, weil die seit dem Kluftinger gehen wie geschnitten Brot und wenn’S richtig Dusel haben, auch noch verfilmt werden und zum anderen an Tucholskys misanthropischen Aufsatz “Der Mensch” und hier im besonderen an die Stelle: Der Mensch zerfällt in zwei Teile: In einen männlichen, der nicht denken will, und in einen weiblichen, der nicht denken kann. Beide haben sogenannte Gefühle: man ruft diese am sichersten dadurch hervor, dass man gewisse Nervenpunkte des Organismus in Funktion setzt. In diesen Fällen sondern manche Menschen Lyrik ab.
Statt Vatermord, Mutterbeischlaf und Komplex, Schweinsbraten mit Knödel & Krautsalat, weil bei Regen statt Innenhof der Glyptothek, Atzingergarten in der Schellingstraße. So im Nachhinein betrachtet wäre a bissel Niederschlag in Theben dem plattfüßigen jungen Helden vielleicht auch zuträglicher gewesen.
War schon nett unterm Schirm, bei Blitz, Donner und Prasselregen. Und mit Sicherheit nahrhafter. Aber das nächste Mal, lieber Wettergott, bitte wieder Kultur. Die spielen da zu deinen Ehren doch eh schon den “Sturm”.
Alle Münsteraner Tatorts (oder Tatorte) sind komisch & schräg? Nein, nicht alle. “Tatort – Mord ist die beste Medizin” zum Beispiel war es nicht. Und das ist schade.
https://www.dropbox.com/sh/altqxhr16alkmt6/AAD29Nz9DV6TwBaWbq2JTW5Za?dl=0
Der Audio-Teil der Reise kann auf Wunsch individuell erzählt werden…
Hier in der Wohnanstalt gibt es außer meinem noch 39 weitere Balkons mit Ausrichtung zum Garten; geschätzte zwei Drittel davon kann ich, ohne mir dafür Mühe geben zu müssen*, mehr oder minder gut einsehen. Wollen tu ich das nicht! In der Semi-Privatheit ihrer Balkons tragen die Frauen jeden Alters (mich selbst nicht ausgenommen) in diesen Sommertagen Hängerkleidchen in Farben, Mustern und Schnitten, die sogar eine Fünfjährige jünger wirken lassen würden und die Männer gerne nichts.
Die Sonne bringt es an den Tag: Falten-Luis ist begeisterter Nacktgießer, Big (“Der Bücker”) Bud ein selbstverliebter Poser und Ronaldo jun. hat einen Laden gefunden, der Grellfarben-G-Strings in den Größen Minus Null und kleiner vertreibt.
Mann, Männer! Bedeckt euch – ich kann mir doch nicht wegen euch wieder kühlere Temperaturen wünschen müssen.
* Aus gegebenem Anlaß sei ausdrücklich betont: Nein, Annette, ich möchte kein Fernglas zum Geburtstag! Bitte nicht.