Gelesen: Hank Green – “An absolutely remarkable Thing”

Eigentlich mag ich es nicht, wenn Bücher als “erfrischend neu” beschrieben werden. Sind doch Bücher und keine Kölnisch-Wasser-Tüchlein. Bei Hank Greens Erstling tue ich mich allerdings schwer, eine bessere Beschreibung zu finden. Er zeichnet aus der Sichtweise einer Dreiundzwanzigjährigen deren Aufstieg zur Influencerin und, man möchte fast sagen, Lichtgestalt der weltweiten Online-Community.

Nebenher gibt er einen tiefen Einblick in die Mechanismen Sozialer Medien und rechnet mit Hatern, ihrer entmenschten Sprache und deren Folgen ab. Das Ganze kommt aber leichtfüßig daher und ohne erhobenen Zeigefinger aus und ist erfrischend zu lesen. Paßt zu Strand, Ferienhausterasse, Straßencafé und ist kein Muss, aber ein nettes Kann.

Wo ist mein Turnbeutel?

Meine weise Oma hatte schon recht. “Wer sich rar macht, macht sich interessant”. Wie zum Beispiel das heiße Wasser hier bei uns in der Wohnanstalt, das pünktlich zum Freitagabend eine Auszeit nahm und sein Wochenende offensichtlich so schön fand, dass es noch fast den ganzen Montag dran gehängt hat.

Jetzt bin ich endlich wieder richtig sauber. Merke: Ick bün ein Wormdosher. Und Zähneputzen oder Haare waschen mit kaltem Wasser mag ich auch nicht.

Der Übersäzzer – heute: Wassersport

en: For dropping, bashing, clunking and practising, any of the alloy shaft and plastic paddles will let you learn without fear of breaking a paddle and can cost as little as £20.
de: Für das Fallenlassen, Schlagen, Klopfen und Üben, jeder der Alu-Schaft und Kunststoff-Paddel wird Sie lernen lassen, ohne Angst zu haben, ein Paddel zu brechen und kann so wenig wie £20 kosten.

en: …or most trips you will be fine with just these tips – as you progress, you will find many other ways of moving the canoe around and searching out YouTube, going canoeing with other more experienced paddlers, signing up for a beginners course or joining a canoe club will help you continue to progress your paddling.
de: … für die meisten Reisen sind Sie mit gerade diesen Spitzen fein – während Sie weiterkommen, finden Sie viele andere Weisen des Bewegens des Kanus herum und des Suchens YouTube, des Gehens des Kanus mit anderen erfahreneren Paddlern, der Anmeldung für einen Anfängerkurs oder des Verbindens einer Kanuverein wird helfen you continue to progress your paddling.

Die möcht ich ja schon gern kennenlernen, diese Weisen des Bewegens des Kanus.

Zeitumstellung

Für mich ist das nix. So oft, wie ich heute auf die Uhr gesehen habe und die Zeit war falsch… nein, nein, nein. Schafft diesen Dreck endlich ab!

https://www.reimlexikon.net

Grad mal bei Korff und Ludewigs bestem Freund nachgesehen, was alles mit Gewalt gereimt werden kann und dabei auf folgenden Satz gestoßen: Oft wird auch nachgeschlagen, was sich auf „Augen“ reimt. Aber auch hier sind die Ergebnisse nicht zufriedenstellend, wenn man einen reinen Reim sucht. Oder möchte man in einem Liebesgedicht den Begriff „saugen“ verwenden? 

Werte Damen und Herren Reimlexikonautor*innen: Warum denn nicht? Was dem Schlegelfriedrich recht ist, sollte anderen doch nur billig sein.

An eine Freundin in der Ferne
Oft seh’ ich vor mir deine blauen Augen
Und täusche mich, vergessend daß du ferne.
Ich möchte Huld aus deinen Blicken saugen,
Versinke träumend in die dunkeln Sterne,
Und acht’ es nicht, daß andre wenig taugen,
Froh, wenn ich dein Gemüt vernehmen lerne;
Seh’ ich dann um den Mund dein Lächeln schweben
So wünsch’ ich heiter neben dir zu leben.

Gestern in der Lach- und Schieß: KORFF/ LUDEWIG mit “Pop Cabaret”

Während des ersten Teils noch erwogen, in der Pause zu gehen, weil ich keine Lust mehr hatte auf noch mehr unzulänglich vorgetragene schlechte schlagerähnliche unter Mißbrauch eines Regalmeters Reimlexika gedichtete Sangeswerke im Liedermacherstil, wenn auch mit lustigen Zwischenmoderationen (Bastian Korff) und begleitet von Klavier oder Gitarre (Florian Ludewig, dessen vorherrschende Eigenschaft sein Veganismus zu sein scheint).

Wir sind dann aber doch geblieben und die zweite Halbzeit entsprach eher dem, was man sich landläufig unter Musikkabarett vorstellt. Gemessen an dem, was vorher war, war ich inzwischen bereit, einen Titel wie “Inken” (s. http://bit.ly/32QwQsd), lustig zu finden. Wie es besser und komischer geht, kann man bei anderen sehen.

Der neue Asterix “Die Tochter des Vercingetorix”

Timur Vermes, der Comic-Kritiker des Spiegel, fand den neuen Asterix gar nicht gut (s. http://bit.ly/31OUzrx). Ich finde, es reicht für ein “ausreichend”. Nichts Dolles, aber wenn ichs recht bedenke, bin ich sogar bereit, für ein paar reizende kleine Details noch ein “+” draufzulegen.

Welche? Nun, einmal die unterschiedlichen Positionierungsvarianten eines längere Zeit nicht auszulieferenden Hinkelsteins und die herzzereißenden Bemühungen des kleinen Idefix, ganz egal wie nicht abzustürzen. Dann die hübschen Sepiazeichnung der “historischen” Zitate. Und natürlich die Krönung: der wunderbarste Schlager des klassischen Altertums, der Mitsingbrüller “Amphore, Amphore, Amphore”.

Dass die Nachfahren Ferri und Conrad das politische Motiv vom Aufstand der Jungen gegen die umweltverhunzende ältere Generation nicht durchhalten? Geschenkt. Dass der Schurke Miesetrix sich bei Methusalix ausheult? Da hat Vermes recht, das ist zu sehr Talkshow. Aber auch das: geschenkt. Warum man den Namen des Helden auf einmal nicht mehr laut aussprechen darf? Weiß keiner. Will aber auch keiner wissen. Früher gings noch um die Lage von Alesia, dem Ort der gallischen Niederlage gegen Cäsar. Aber von mir aus auch das: geschenkt. Dass der Fischhändlerssohn am Ende eine Karriere als Schmied, sein Kumpel, der Sohn des Schmieds, eine Ausbildung zum Fischhändler machen will, ist so unnötig wie nur was, aber es sind halt ein paar Panels, die das Heft vollmachen. Am ärgerlichsten ist, dass die Titelheldin Adrenaline, statt ihren staatsbürgerlichen Pflichten nachzukommen, am Ende mit einem gut aussehenden Surfer-Dude in den Sonnenuntergang segelt. Aber immerhin kann der ganz arg schön John Lennon zitieren und das Mädel hat zwei Väter. Huiuiui.

Wie gesagt, als Asterix-Fan kann man das lesen. Hat aber auch nichts verpaßt, wenn man es nicht tut.

Zeit wird’s

Das ist eine der Zeitungen, von denen der Präsident sagt, sie verbreiteten Fake News und drum jetzt seine Behörden ihre Abos kündigen läßt.

Der Übersäzzer

… hat wieder ein ganz wunderschönes Schmankerl gefunden. Offensichtlich ist der Übersetzungsalgorithmus mit dem Wilden Westen nicht vertraut und hat keine Ahnung, dass ein shoe-in das Messer ist, dass der Held traditionell aus seinem Stiefel zaubert, wenn ihn Schurken seiner Pistole entledigt haben. (Wobei man sich schon fragt, welche Art von Kunden diese Website hat, die ihre Alltagsprobleme mit dem Messer lösen. Aber das ist ein anderes Thema, das ein anderes Mal besprochen werden soll. Und auch, aus welchem Universum die Maschine wohl kommt. Einem, wo Schuhe Problemlöser sind? Wahrscheinlich Größe 42.)

en: Intended to become an instant shoe-in for your everyday carry, to solve a range of problems throughout the day.
de: Soll ein Sofortschuh für den Alltag werden, um eine Reihe von Problemen den ganzen Tag über zu lösen.

Gelesen: John Scalzi – “The End of all Things”

Scalzi scheint jetzt langsam selbst genug von “Old Man’s War” zu haben und läßt seine Helden in diesem sechsten Band nach Betrug, Verrat und allerlei bösen Dingen aber sowas von knapp am Ende der Menschheit vorbeischrammen. Und dann ist die Geschichte aus und das ist gut so.

Wie schon der Band davor (s. https://flockblog.de/?p=39717) ist auch “The End of all Things” eine lose Sammlung von Kurzgeschichten, in denen die lang bekannten Helden in filmreifen Dialogen (kein Wunder, die Filmrechte hat sich Netflix gesichert und die Dreharbeiten für den ersten Teil sind schon abgeschlossen) die Katastrophe abzuwenden suchen. Manchmal übertreibt Scalzi es mit der Regel aus dem Creative Writing Grundkurs: “Nicht der Autor erklärt dem Leser, was er wissen muss, sondern er läßt es einen Protagonisten dem anderen erzählen”, aber man sieht es ihm nach. Schließlich ist Nr. 6 das Ende von allem und er kann einfach schreiben.

Lesen!