Don’t know much about history…

Befragt, welche Bedeutung denn der Tag des Mauerfalls für sie habe, antwortet die vierzehnjährige Laura dem Radioreporter mit einer Gegenfrage: sie habe nie so recht verstanden, warum man Deutschland eigentlich zwischen Ost und West aufgeteilt habe und nicht zwischen Nord und Süd. Da seien die Unterschiede nämlich viel größer. Das wisse sie, weil sie als Kind immer Ferien auf dem Bauernhof im Allgäu gemacht habe.

Ich bin nicht ganz sicher, wem der Mund weiter offen stehen geblieben ist. Dem Radiomann oder mir.

Späßle g’macht

Dunkel. Nass. Kalt. Nebelschwaden. Bäh! Pfui! Und was tut der Hunsrück? Läßt mir einen Bus entgegen kommen.

Den nach.

Synergie

Eigentlich ist der Begriff in vielen Runden Bullshitbingo zu Tode geritten worden. Aber man stelle sich vor, wie schön die Kooperation zwischen einem Auftragskillersyndikat und diesem norwegischen Transportunternehmen, dessen Laster heute früh grad bei uns vom Hunsrücker Hof fuhr, funktionieren könnte.

Aus dem Reich der Mitte

Jasmin, neben dem Asia-Imbisch (doch, der heißt so. Zumindest, wenn man der jungen Frau glauben will, die das Bestelltelefon (“zehn Minute”) abnimmt) zuständig für die exotische Kulinarik in Emmelshausen bietet neben Peking- und WanTan-Super auch Schuppenweine.

Super war genau das Richtige für einen neblig nasskalten Frühwinterabend, schön heiß und nah an scharf und obwohl ich sonst ja eigentlich alles probiere, hab ich vom Schuppenwein nicht genommen. Ich stelle mir den ein bißchen vor wie Danziger Goldwasser. Bloß, dass im Schuppenwein statt Goldflöckchen Fischhautstücke treiben. Das gruselt mich…

Da schau her

Andere Leute haben Rücken, ich hab diese Woche Hunsrück. Und weil die gute Frau Wirtin mir wieder einen Wasserkocher aufs Zimmer gestellt hat, habe ich vorhin herausgefunden, dass mit meinem Teebeutel nicht nur ein aromatisches Heißgetränk verbunden ist, sondern auch eine hochgradig dämliche Binsenweisheit.

Man fragt sich, welche Ausbildung einen wohl zum Beruf des Teebeutelphilosophen führt…

Gestern im Marstall: “Olympiapark in the Dark”

Thom Luz, verantwortlich für Inszenierung, Bühne und Licht bezeichnet sein Werk als “Bild in Klängen”. Er schafft eine Traumwelt, in der sich Bilder und Töne begegnen, einander anspielen und ergänzen. Ganz eigen. Ganz fremd. Meist schön. Oft komisch, oder nein, eher lustig, erheiternd.

Hätte die Aufführung eine Stunde gedauert, wäre sie gewesen wie einer jener Träume, die lange bei einem bleiben, weil sich einzelne Bilder wieder nach vorne in die bewußte Welt tragen. Leider waren es zwei. Und vor den Traum schob sich die Realität zu eng besetzter Bänke und furchtbar schlechter Luft. Schade.

“Neue Ankunft auf Ihrem Bankkonto.”

Mir schreibt ein Spammer und in allen Sprachen, die er verwendet, so schön falsch, dass ichs nicht für mich allein behalten mag.

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Der Algorithmus, wo jeder mit muß

Mich heute mit einem Freund köstlich über seine Spam-Mails amüsiert. Eine Dame wollte ihm ihre Pflaume teilen, eine andere hatte zwar ein Schilddrüsenproblem* war aber sonst recht fit, denn sie wollte ihm “Sex geben und nehmen” und Oxana aus Rußland wäre auch einem Dreier, Vierer, Fünfer mit “deine Freunde, Frauen oder andere” nicht abgeneigt gewesen.

Hab mich nicht getraut, meine vorzulesen. Wie auch? Es geht meistens um Treppenlifte.

* Wobei die Japanerin noch für einen Nebenlacher gut war, denn wir waren beide, wenn auch nur kurz, ganz sicher, dass “Hello I am Hashimoto” irgendwas mit Schildkröten zu tun hat. So geht das los mit dem Altersschwachsinn.