Carepaket

Kümmererpackerl gibt es in zwei Variaten. Einmal fürs leibliche Wohl und dann für die Seele, auf dass sie in der Fremde nicht leide. Drum hat mir das für Seele und sonstiges Gedöns zuständige Kind einen schönen Witz geschickt. So schön, dass ich ihn hiermit mit meiner geneigten Leserinnenschaft teile:

Der Vorschlag, das in Gefahrensituationen traditionelle „President, get down!“ durch „Donald, duck!“ zu ersetzen, wurde vom Secret Service leider abgelehnt.

Aus dem Vokabelheft

Ich mag es schon das eine oder andere Mal erwähnt haben… aber die sprechen wirklich komisch, hier uffm Hunsrück. Heute trat de Dilldapp in mein Leben, der, wenn man ganz genau hinschaut, der hiesige Schwippkuseng des Wolpertinger zu sein scheint und darüber hinaus in der Umgangssprache für Depp steht.

Wers wirklich wissen will, lese hier; http://www.hundemer-platt.de/Sprich8.html. Der Autor ist nicht nur der Nachbar meiner Kollegin vom gleische Doff (und damit schon eine Autorität), sondern auch noch Schbrachfoscha.

Neu auf Amazon Prime: Star Trek: Picard

Der alte Mann hat sich nach seiner Karriere in der Sternenflotte hochdekoriert und im Admiralsrang auf das Klischee-Weingut in Frankreich zurückgezogen, auf dem alle Zurück-zur-Weltrettung-Helden im Fernsehen leben und wo, weil wir in der Zukunft sind, allerliebste Drohnen die Reben gießen. Dort parliert Picard mit dem Pitbull en francais, hat nebst einem reizenden romulanischen Haushälterpaar visionäre Albträume (Mann, ist der Android Data alt geworden) und ist enttäuscht von der Welt des 24. Jahrhunderts.

In diese ländliche Idylle bricht Dahj herein, eine junge Frau unklarer Ethnie (Diversität, ey) auf der Flucht vor Schurken, die ihr an Leib und Leben wollen. Sie hat letztendlich keine Chance, ahaber die Folge endet mit Cliffhangern und man kann nur hoffen, dass a) doch alles wieder gut wird und b) die Geschichte nicht ganz so langweilig, betulich und offensichtlich weitergeht.

Meine Suppe eß’ ich…

Gestern bin ich ins AOI Ramen Izakaya in Neuhausen ausgeführt worden und kann berichten, dass man dort in erfreulich großen Schalen ganz herrliche Suppen serviert. Ich habe vor, mich im Laufe dieses Winters noch durch die gesamte Speisekarte zu essen und gar nichts dagegen, wenn wer mitkommen mag.

Ramen satt und die Kälte kann mich mal.

Des Sängers Fluch

Heute ist er anscheinend gar nicht glücklich, der Hauptmietermitarbeiter von nebenan (s. https://flockblog.de/?p=40078). Wie ich darauf komme? Sein Text ist nurmehr einsilbig und behandelt nicht etwa guhuten Kaffee, seinen Schweiheinebraten oder an Schohokolad, nein. Leider nein. Stattdessen schallt monoton in einer Endlosschleife seit einer halben Stunde ein eher unmelodiöses “FACK!” (inkl. Ausrufezeichen) über den Gang.

Ich kann mich bei dem Lärm gerade selber nicht denken hören und an Telefonate ist gar nicht zu denken. Hoffentlich fällt ihm bald einer der schweren Kartons, mit denen er herumhantiert, auf den Fuß.

Gelesen: Matthias Brandt – “Raumpatrouille”

Matthias Brandt erzählt Geschichten aus der Zeit, in der wir beide noch Kinder waren und der Stolz eines jeden Knaben ein Bonanzarad. Einer Zeit, in der das Volk des Abends allwissende Zeremonienmeister in großkarierten Jacken oder mit Loriot-Hund oder Luftsprung* in sein Wohnzimmer einlud, nach der Sendung den Fernsehschrank verschloß und lang vor dem Testbild im Bett war. Der Zeit, in der Matthias’ Vater Kanzler war und die Bunnshauptstadt Bonn hieß. Beim ersten Weglesen scheinen die Kurzgeschichten eher belanglose Döntjes eines Kindes aus privilegiertem Hause zu sein. Sieht man aber näher hin, reflektiert der erwachsene Mann sein Kindheits-Ich in einer Weise, die man nicht allzu häufig liest. Und wenn man ganz genau aufpaßt, findet man in jeder Geschichte mindestens einen Satz, der in seiner Prägnanz geradezu atemberaubend ist. Diese Fundstücke machen das Büchlein lesenswert. Außerdem kann Brandt Grammatik und das ist so dermaßen wohltuend.

* Eine in dieser Epoche zufällig mitgehörte Unterhaltung im Treppenhaus, die sich mir fest eingeprägt hat: “Der ist doch Jude? Bei dem Namen?” – “Sieht gar nicht danach aus…”

Nimmer ganz neu auf Netflix: “Mindhunter” (2 Staffeln)

Bei mir hat es gedauert, bis ich diese Adaption des Buches Mindhunter: Inside the FBI’s Elite Serial Crime Unit von John Douglas and Mark Olshaker endlich auf meinem Radar hatte. Nachdem ich aber nun die Weihnachtsferien damit verbracht habe, jeden Tag ein wenig tiefer in die Psyche von Serienmördern einzudringen, kann ich nur große Hochachtung äußern. Vor Autoren, Regisseuren und vor allem Schauspielern, vor allem denen, die die Täter spielen. Wie sie es schaffen, in diesen kammerspielartigen stark dialoglastigen Szenen in engen Räumen (Autos, Verhörzimmer, Gefängniszellen) eine solchermaßen intensive Atmosphäre aufzubauen. Hut ab!

Unbedingt anschauen! Anschauen! Anschauen! (Staffel 3 wird auf sich warten lassen. )

Gelesen: Jason Aaron und r.m. Guéra – “The Goddamned” Volume 1 “Before The Flood”

“Stark and brutal,” sei der Comic, “a biblical noir”. “Biblical noir”? Interessante Gattung. Nie gehört. Klingt aber reizvoll, schau ma moi.

“Before The Flood” ist ein ausgesprochen blutrünstiger Comic. Die Erde ist verwüstet, vom Garten Eden nichts mehr übrig. Blut, Schweiß, Tränen, Scheiße und Pisse fließen in Strömen. Jeder Mensch ist des anderen Wolf. In einem sehr blutigen Showdown treffen ca. 1600 Jahre nachdem Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden ihr Sohn Kain und Archenbauer Noah aufeinander. Ein Zweifelnder, den Gott mit einem ewigen Leben verflucht hat und ein alttestamentarisch Strenggläubiger, dessen Zweck (Schiffbau) jedes Mittel heiligt.

r.m. Guéras apokalyptische Bilder unterlegen Jason Aarons grausame Geschichte und seine lakonischen Dialoge kongenial. Man muß sowas mögen, aber wenn man das tut, ist man hier genau richtig.

Lesen! Lesen! Lesen!