Es kann…

auch mal sieben Stunden dauern, bis man nach einem langen Stau mit kurzen Fahrtunterbrechungen vom Hunsrück weg und wieder daheim ist.

Noch schnell den Reisestaub recht heiß abduschen (ist kalt, weil wg. nicht da Heizung aus) und dann ab ins Bett. Hunger? Ach was, müde schlägt Magen.

Aus dem Vokabelheft

Erbschleicherei im Hunsrück: “Die Oma von meinem Mann is jetzt geschderbd.” “Und? Habter die Patte schon?”

Hohes Hochdeutsch: “Meines Gatten Großmutter wurde vom Tod dahingerafft.” “Und? Wurde die Erbschaft schon ausbezahlt?”
(Wobei “Patte” eher ein Slangausdruck für Geld, Kohle, Moneten, Penunze, Diridari ist.)

Care-Paket

Meine Unterhaltungsbeauftragte hat wieder eine e-mail mit einer bunten Auswahl an Witzen geschickt. Man möchte gar nicht glauben, welches Licht sie damit in eine dunkle und stürmische Hunsrücker Nacht bringt.

Ein gutes Kind. Danke!

Und der war natürlich mein Favorit.

Sturmtief Sabine

Die Kritiken waren ja nicht so besonders: „Sabine war wohl doch nur ein Sabinchen“, schreibt zum Beispiel die Stadt Solingen in ihrem Fazit. Wieder andere bewerten nur den Abgang, und den nicht besonders wohlwollend…

Vorhin auf der Autobahn

Weil wir der Bahn noch nicht ganz wieder über die Gleise trauen, fahren wir heute mit dem Auto in den Hunsrück. Abfahrt um 05:00 Uhr früh, das heißt Aufstehen um dreiviertel vier. Viel zu früh! Als es endlich hell wird, schneiden im ersten Morgensonnenlicht blendend gelbe Container durch meiner Lider.

Männer? Aha. Mein Halbschlafhirn denkelt träge, ob die Blechkübel wohl dem Transport oder der Entsorgung dienen? Ich weiß, gähn, es nicht. Gähn! Mal Google fragen? Aber auch das Orakel aus Mountain View stammelt nur Undeutliches. Es ist einfach viel zu früh. Viel zu früh für alles.

Und jetzt: ein Lied!

Der Wetterwidrigkeiten wegen hatte ich meine für heute geplante Abreise in den Hunsrück verschoben und bin stattdessen wieder in den fragwürdigen Genuß der Essensrituale des Hauptmietermitarbeiters gekommen, der sich schon morgens “ein, zwei Schnihitzerl mit am schönen Kartoffelsalahat” aufwärmte, mittags seinen “Schweiheinebrahaten mit Knöhöhödel und Sohohoß” folgen ließ und zur Kaffeezeit “eihein Wahammerl mit Krauhaut” nachschob. Alles eher dunstreiche Speisen. Mein Büro liegt keine zwei Meter von der Küchentür entfernt. Die Küche hat keine Lüftung.

Ich habe dem Herrn in meiner Verzweiflung ein Lied gedichtet.

Holt doch mal Manfred!
Das kannst du vergessen,
der kaut in der Küche, besessen vom Essen.

Hä? Was sagst du? Wo ist Manfred?
Wieder mal weg, erpressen in Essen?

Ach woher denn, das kannst du vergessen,
der ist nur besessen vom Essen.

Wie? Was sagst du? Der hat gesessen?
Im allerschlimmsten Knast von Essen?

Nicht doch, hör zu, der nur ist verfressen.
Bei Tag und bei Nacht, besessen vom Essen.

Gestern Abend im Metropoltheater: “Die Wiedervereinigung der beiden Koreas”

Erst mal: Wow!

Und dann: Wow!

Mein Begleiter befand: “Ein Kessel Buntes”, ich so “Szenen vieler Ehen”, wobei “Ehe” hier als Dach- und Sammelbegriff für alle möglichen Formen zwischenmenschlicher Beziehungen steht. Ganz kurz zusammengefaßt: “It’s complicated”.

Was Jochen Schölch da wieder auf seiner kleinen Bühne im fernen Norden Münchens ausgerichtet hat, ist unbedingt sehenswert. Eine Truppe sehr starker Schauspielerinnen spielt sich mit männlichen Hilfsschauspielern (sorry, Jungs) durch die Widrigkeiten von allerlei Beziehungskisten. Witzig zu beobachten, wie wer im Publikum wann worauf reagiert. Es scheint, dass sich irgendwann jede/r in irgendeiner Situation dieser nummernkabaraettähnlichen Inszenierung wiedererkennt. Meßskala ist die Dezibelzahl des Szenenapplauses, zu dem sich das Publikum nach den ersten Nummern endlich ein Herz faßt. Und die Laute, die den Zuschauenden unwillkürlich entgleiten.

Selbstverständlich gilt mein Lob allen. Hervorheben möchte ich dennoch Sanna Dembowskis Kostüme, an denen ich vom Hütchen bis zum Schühchen meine helle Freude hatte.

Anschauen! Anschauen! Anschauen!

Sabine

Hätte es nicht ein Dauerhoch von angenehmen 35°C über mehrere Wochen sein können? Nein, eine mir nicht bekannte Fremd-Sabine hat sich als Wetterpatin für einen Orkan entscheiden müssen.

Mensch, Frau Sabine, das trifft uns doch alle, ey! Wir werden in den nächsten Jahren damit leben müssen, dass man Ihr Patenkind in einem Atemzug mit zerstörerischen Stürmen wie Lothar, Kyrill oder Friederike nennt und unseren schönen Namen in den Schmutz zieht. Was, wenn überhaupt, haben Sie sich dabei gedacht?

Ich für meinen Teil habe vorhin nach dem Motto “better safe than sorry” eine Dreiviertelstunde lang nur storniert: Taxi (per e-mail, easy), Mietwagen (weil die Website wegen Überlastung nicht erreichbar war bei einer sehr harthörigen Künstlichen Dummheit, langwierig), Bahnfahrt (vorbildlich flott) und bei der Frau Wirtin, die schon von sehr schwarzen Wolken und starken Böen zu berichten wußte.

Dann schauen wir mal.