C-Schnipsel – Die Weihnachtsedition

# Als ich im November begonnen hatte, das Material für diesen blogpost zu sammeln, da war die Maxime noch, dass wir nur alle recht schön brav sein, Menschenansammlungen und Glühweinexzesse meiden sollen, damit wir auch im Corona-Jahr 2020 Weihnachten “normal” im Kreise wenn schon nicht aller, dann doch recht vieler unserer Lieben feiern dürfen. Habe mich schon damals gefragt, ob diese Prämisse im Umkehrschluß darauf hinaus läuft, dass alle, die mit Weihnachten nichts anfangen können, weil sie entweder anderen Religionsgruppen oder gar gar keiner angehören, dann machen können, wat se wollen?

Sieht aus, als hätte das “Triftiger Grund”-Modell (nicht rausgehen, außer für Lebensmitteleinkäufe, Arbeit, Sport, Arzt- sowie Gottesdienstbesuche, aber halt auch Weihnachts- sowie Weihnachtsbaumeinkäufe und, wenn auch eingeschränktes, Sozialleben) die Welle nicht gebrochen. Also harter Lockdown. Jetzt aber wirklich. Man hätte das früher haben und vernünftig argumentieren können. Ob das jetzt noch greift? Vor allem mit den drei Tagen Lockerung um Weihnachten herum. Ich weiß ja nicht…

Im Folgenden ein Querschnitt dessen, was die Presse über die letzten paar Wochen zum Corona-Weihnachtsfest zu sagen hatte. Und ja, es bleibt absurd. So wie das ganze Jahr.

# Santabstand

# Wir wollen sein ein einig Volk von Brühüdern?
Nix da!

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# Pflichtlektüre: https://www.zeit.de/kultur/2020-12/corona-massnahmen-weihnachten-retten-christen-fluechtlingskrise-naechstenliebe

# Eine Freundin erzählt von der virtuellen Weihnachtsfeier 2020 ihres Arbeitsgebers. Alle von zu Hause vor dem Monitor auf Zoom. Zauberkünstler, Gin-Tasting, Leckerli aus dem vorher versandten Päckchen. Und das beste: “Nach zwei Stunden wars vorbei.”
Geht doch.

# Social distancing, vorbildlich

# 2020 wird als das Jahr in die Annalen eingehen, in dem man endlich öffentlich zugeben durfte, dass man Glühwein noch nie gemocht hat. Weil, jetzt ist dieses Gesöff des Grauens endlich offiziell böse.

# Das Böse ist immer und überall:


# Als ob das eine exklusive 2020-Frage wäre

# Dieses aparte Virusmodell fand sich in der SZ unter der Überschrift “Ist Weihnachten noch zu retten?” Antwort: Ja, hallo! Aber unbedingt. Solange es Menschen gibt, die Zeit dafür aufwenden, solche Christbaumkugeln zu basten.

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# So lange das noch als Privileg gilt:

# Maskophant

# Weiheinachtsstihimmung ühüberall, auch bei den Mac Christmasses

# … darf die Empfehlung für ein virenfreies Weihnachten nur lauten “Santa an der Gondel”:

# Wem Gondeln zu riskant ist, dem sei die virtuelle Variante empfohlen: https://www.macys.com/social/santa-land/ oder https://thesantaexperiencemn.com/ oder auch in dunkel: https://www.dreezyclaus.com/
(Es hilft, amerikanisch sozialisiert zu sein, um eine dieser Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen.)

# Die Angst ist groß, die Fragen bänger…



Aber es gibt einen, der zu uns hält:

und man könnte immer noch abhauen, nach Ischgl, oder wenigstens Salzburg

wo sie immer noch werben, als hätten sie noch nie von Corona gehört.

# Auch nicht uglier als alle anderen Christmas Sweater ever.

# Schutzengel 2020

# Früher war mehr Lametta

# Bauer hat Fahrzeug

# So stellt sich übrigens der Kaffeeröster unseres Vertrauens “weihnachtliche Eleganz” vor. Sieht für mich aus wie das ganz normale Corona-Outfit an Tagen ohne Telco.

# Anything goes

# It’s a hard, hard life…

# Dafür ist Corona wahrscheinlich auch irgendwie verantwortlich

# Neulich, nach der Zoom-Weihnachtsfeier

# Pingi positiv getestet

# Schnell noch Freude schenken, zum Beispiel eine sprechende Weihnachtsmöhre? Die spinnen, die Albrechts

# Das US-Modell 2020

# Oy, Corona – Virus alleine reicht nicht, was? Auch noch Gräten?

# All I want for Christmas (oder Das Grauen höret nimmer auf)

# Und was macht ihr so an den Feiertagen?

Ho! Ho! Ho!

C-Schnipsel – Die Neue-Wörter-Ausgabe

# Logisch, den Maskenmuffel kennen wir inzwischen alle. Aber wer, außer dem SZ-Magazin, hätte schon von den

gehört?

# Nicht, dass der Begriff neu wäre. Aber ich finde es immer wieder nett, wenn eine Freundin in ihrer Tasche nach ihrem Schnäuzelchen gräbt, um sich ausgehfertig zu machen. (Großer Dank für eigentliche Erfindung an Gudrun Penndorf, die Asterix-Übersetzerin und eine Schwester im Geiste der großen Erika Fuchs).

# Die Anstandsdame ist ja so 19. Jahrhundert. In Pandemietagen ist uns der Abstandswauwau erstanden.

# 2020, das Jahr der Covid-Träume

# Ach ja, cooking fatigue war dieses Jahr auf einmal auch ein Ding

# Schiffskoller klingt so böse. Seit neuestem heißt für einen vorher definierten Zeitraum für viel teueres Geld auf einer Kreuzfahrt nach Nirgendwo ohne Landgänge übers Meer geschippert und an- sowie ausdauernd zwangsbespaßt zu werden Super Seacation. (Ich weiß schon, warum ich nie Was-mit-Marketing machen wollte.)

# In Deutschland kennt man inzwischen die Alarmstufe “Dunkelrot” für ganz besonders alarmierend. Tschechien liegt bei Gefahr um eine Hundenasenlänge vorne.

# Falls jemand seinen Berührungsdrang ausleben will, darf er mit dem Segen der niederländischen Regierung mit seinem (natürlich vorher negativ getesteten) knuffelcontact kuscheln.

# Und dann war da noch…

# Pandemic pod oder in kurz ‘Rona social pod ist der neueste heiße Scheiß im Homeschooling in Amerika. Wer ausreichend Platz hat, also zum Beispiel ein Pool- oder Gästehaus oder dergleichen, richtet dort das neuzeitliche Äquivalent einer einklassigen Dorfschule ein. Rasch noch ein paar der guten Lehrer von den Schulen weggeworben und schon hängt der privilegierte Nachwuchs wieder an den Bildungszitzen. Nicht, dass den Ivy League Unis am Ende wg. ‘Rona die Studenten knapp werden.

# An der Schimpfwortfront ist nicht viel neues nachgekommen. Der Nackenatmer hält sich weiterhin konstant in der Spitzengruppe. Außerdem B.1.1.7.

Jahresrückblick

Mein absoluter Liebling in diesem an Absurditäten nicht armen Jahr war dann doch, als Forrest Trump von den explodierenden Bäumen in der Forest Nation Austria fabulierte und tu felix Austria mit dem treffendst möglichen Argument zurückschlug.

Sehr zum Wohle

Für den Virologen Dr. Fauci wurde der nachfolgende Cocktail kreiert, serviert in einer “Pouch” (Plastiksackerl) zum Mitnehmen, also quasi wie Capri Sonne für Große. Der spontan beste Reim, der mir zum hiesigen Nationalvirologen einfällt ist “Posten”. “Prosten mit dem Drosten-Posten”. Hmmm. So richtig griffig klingt das nicht…

Weiterbildung

Vorhin, beim letzten Lebensmitteleinkauf vor den Feiertagen (in Klammern: dh, ich muß bis mindestens nächste Woche nicht mehr unter Menschen) folgendes gelernt:

  • FFP2-Masken haben eine Zukunft nach der Pandemie: als garantiert schweißtreibende Gesichtssaunen.
  • Als Kassenfrau die vielen Einkäufe im Sauseschritt über den Scanner schieben, schieben, schieben und wenn die einladende Kundin mit dem Abräumen von der Mini-Auslauffläche nicht nachkommt, mit großem Augenaufschlag und Mitleid im Ton sagen: “Oh, da ist Ihnen jetzt die Avocado runtergefallen”.
  • Meine Mutter hat neulich die Beobachtung mit mir geteilt, dass immer, wenn im Fernsehen Menschen beim Lebensmitteleinkauf gezeigt werden, Lauchstangen aus deren Taschen und Körben ragen. Was soll ich sagen? Recht hat sie. Das wird eine lauchige Weihnacht allüberall.
  • Guter Mensch sein ist einfach: alle in der Kassenwarteschlange einschwören, dass sie sich Punkte geben lassen sollen und diese dann an die gestresste Mutter mit den quengelnden Kleinkindern weitergeben, denen sie seit dem Betreten des Supermarkts recht lauthals erklärt, dass sie kein Plüschtier bekommen können, “weil die Punkte nicht reichen”.
  • Insomnia kann auch was Gutes haben: nix los im Laden. Fix alles besorgt, was ich brauchte, und auf dem Rückweg vor dem Ziel (Wohnung, 5. Stock) nur noch mein Talent im flotten Schlangenumgehslalom zeigen müssen. Et voilà. Fürs erste kann mir die Außenwelt wurscht sein.
  • Mehr Umlaute = mehr Glück. Beispiel? Das herzzereißende Schreiben im Fenster des italienischen Klamottenhändlers, das mit den Worten schließt: Ihnen und Ihren Familien alles Güte, ein fröhes Fest und viel Gluck!
Corona-Schnelltest in der Tabledance-Bar „Bad Angel”. Samantha (31) macht den Schnelltest zwischen den Tanzstangen
Auf die BILD-Zeitung ist halt Verlaß.

Es hört nicht auf…

Dass die Rechte Propaganda kann, ist nix neues. Wohin das führen wird, läßt sich nur ahnen.

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Wenn man einmal anfängt… Da draußen sind so viele Irre! Habe mir nun aus Selbstschutz ein Zeitlimit verordnet. (Motto: lieber erfundene Dystopien lesen.)