Der Nebentisch diskutiert Todesfälle und Bestattungsrituale.
Ihm soweit egal, postuliert der Alphamann in der Runde, nur “so ein Urnenregal” komme nicht in Frage. “Dat sieht immer aus wie Mülltrennung.”
Der Nebentisch diskutiert Todesfälle und Bestattungsrituale.
Ihm soweit egal, postuliert der Alphamann in der Runde, nur “so ein Urnenregal” komme nicht in Frage. “Dat sieht immer aus wie Mülltrennung.”
Ein Sturm hat den Schutz der Dunkelheit genutzt und ist die ganze Nacht kreuz und quer über die Insel getobt. Man möchte gar nicht glauben, wie laut Palmwedel scheppern, klappern und dappern (doch, das ist der pälmische Fachbegriff) können. Es reicht für sehr wilde Flamencoträume. Die hiesigen Meteorologen nennen das Phänomen “ein bißschen windisch, n’est-ce pas, Madame?”, aber Madame is not amused und friert sich le derriere ab.
Könnte vielleicht wer das Gebläse abdrehen? Ich bin doch bald wieder weg.
Hier gibt es einen Koch, der kann alles, was es an Meeresgetier gibt und schmort die feinsten Sößchen, die ich je das Vergnügen hatte, bis auf den letzten Tropfen aus dem Teller zu tunken. Die ersten beiden Male habe ich mittmahlzeits um Soßennachschlag ersucht, inzwischen bekomme ich immer schon ein Extraschüsselchen mitgegeben.
Heute war Restetag und alles im Topf, was gut ist. Muscheln und Scampi und Tintenfischringele und umpfzig Sorten Fisch, jede Menge Gemüse und Gewürze. Ich habe leider nie gelernt, Meeresfrüchte mit Besteck zu essen und hatte quasi instantan klebrige Hände. Nicht lange. Genauso instantan stellte mir ein sehr aufmerksamer Herr ein Fingerschälchen mit Zitronenschnitz hin. Hach!
Ich nehme einen großen Schluck… nein, Quatsch, ich bedanke mich und freue mich, wie gut man zu mir ist. Doppel-Hach!
…bietet man mir hier keine mehr. Die Zeit ist wohl endgültig vorbei. Oh, well. Dafür hat mir Jung-Hafed gerade offeriert, bei seiner Maman nachzufragen, ob sie sich eventuell mit seinem Zwillingsbruder zufrieden geben würde. Dann wäre er frei und ich könnte seine neue Mama werden.
Alternativ würde er mich jetzt gerne zum Tanzen auffordern.
Wenn sich Wassergymnastikstunde und ich zur selben Zeit im Weicheipool aufhalten, mach ich immer mit und denke an meine Dicken Damen aus Kalifornien. Eigentlich müsste man sich hier via App förmlich anmelden, will ich aber nicht, brauche in den Ferien keinen Stundenplan. Außerdem habe ich einen Dispens von der Vorturnerin: “Come anytime. You’re my friend now.”
Eine! Eine einzige von Hunderten von Liegen ist morgens um kurz vor neun noch nicht deutlich zum Claim erklärt, vorzugsweise mit farbenfrohen Handtuchklammern (gabs die mal günstig bei Tchibo oder dessen französischen Pendant?).
Andererseits, sag ich mir, gelassen wie ich bin: was brauch ich mehr?
Jede noch so exotische Marke der amerikanischen Imperialisten ist zu haben. Nur Gauloises sind in ganz Tunesien aus.
Ich glaube, es würde keinem Angehörigen einer anderen Nation einfallen, wenn er sieht, dass einem anderen Gast (mir) (ja, Frau D. aus E., es ist schon wieder so weit) beim Frühstück der Kaffee und der Obstteller zum Tisch getragen und der Stuhl zurecht gerückt wird, sehr giftig und deutlich hörbar zu bemerken, dass hier Büffet ist und sich jeder sein Zeug selbst zu holen hat. Gefälligst!
Zum Glück muss der arme Mann nicht mitansehen, wie mir mein neuer Freund Cheb gerade den dritten selbstgemixten Cocktail zum Probieren und gelobt werden bringt.
Weil: heute ist der erste Abend, wo das vorsorglich mitgebrachte Jäcksche über der Stuhllehne hängt und ich im T-Shirt, von einem milden Lüftchen sanft umfächert leicht angetrunken auf der Terrasse blogge. Muss aber jetzt aufhören. Cheb bringt schon wieder ein Glas mit Obstdeko und – dieses Mal – zwei Strohhalmen