“Nicht jeder hier” mansplaint der Gatte seiner Gattin beim Frühstück, “nicht jeder hier besitzt ein Ölfeld. Manche, so wie der Fahrer gestern oder der Kellner da sind quasi Touristen.”
Nachtrag
Das Modell “Oligarch” von neulich gibt es jetzt auch mit mehrlagig getragenen dickgliedrigen Silberketten (neben Weihrauch und Datteln ein hiesiger Exportschlager).
Salahlah
Kurzfassung: Salahlah besucht. Arsch abgefroren.
Längere Version: Salahlah ist eine der historisch bedeutsamsten Städte des Oman und war im letzten Jahrhundert sogar mal ein paar Jahrzehnte lang seine Hauptstadt.
In den letzten paarenzwanzig Jahren ist alles zusammengekommen, was mir den Orient inzwischen ziemlich verleidet: unsinnig viel Geld und noch viel mehr Beton und man hat gebaut, als gäbe es kein morgen mehr. Eine der größten Moscheen auf der ganzen weiten Welt, nicht schön, nicht häßlich, ein Sakralbau halt, und auf 15° heruntergekühlt. Ein Museum, für das zu wenig Zeit war, um die Exponate wirklich anzusehen. Hätte vor lauter Zittern und Zähneklappern eh nix deutlich erkannt. Das Weihrauchmuseum habe ich ausgelassen; ich war mal katholisch und von Weihrauch wird mir heute noch schlecht.
Sonst? Alles ziemlich glatt und geleckt, die Uferpromenade blitzsauber, der Souk frisch gefegt und an den Waren Preisschildchen. Ein Basar ohne Handeln? Was ist das denn?
Nein ich fürchte, Salahlah wird nicht mehr meine Lieblingsstadt. Auch, wenn (Initiative “Green Oman”) all die grauseligen Tiefkühlanlagen mit Sonnenenergie betrieben werden. Wie genau das mit der Bewässerung der schönen parkähnlichen Gartenanlagen funktioniert, werde man in Erfahrung bringen und mir bei meinem nächsten Besuch mitteilen.
Morgen muss ich erst mal auftauen…
Ist ja gut, ich geh doch eh bald wieder heim, zefix
Seit gestern kommt es hier zu einem gehäuften Auftreten von Männern in roten T-Shirts, mit Nummern und Namen auf dem Rücken, die unmöglich die ihren sein können.
Außerdem Werbung für eine Emiratsfluggesellschaft.
Jetzt gönnt mir halt die paar Tage noch. Kann sie eh schon an einer Hand abzählen.
Nix Ponyhof
Von wegen ganz gemütlich noch eine zweite Tasse Kaffee nach dem Frühstück: “Jetzt beeile dich mal, Schatz. Wir sind schon zu spät für die Entspannungsübungen.”
Eins noch
“Jallah, Aziz, die Sonne geht gleich unter. Hast du nicht was vergessen?”
” Oh, verdammt! Ich muss die Grillen noch einschalten… “
Das Boot ist…
nein, Depp, eben nicht voll, sondern nicht voll genug.
Da freu ich mich auf wenig mehr, als mit Delphinen zu schwimmen und dann das:
- empfängt Flipper nur dienstags
- und auch nur, wenn drei Gäste kommen
Und nun?
- ich scheine aktuell der einzige Mensch in der Region zu sein, der gerne mit Meeressäugern plantschte (ich hätte zur Not auch einen Wal genommen)
- mehr Dienstage hab ich hier nicht, “Dienstwagen” auch nicht, Depp!
- das heißt: ich bin jetzt erst mal beleidigt. Mit Flipper. Und mit Ranjid, meinen PTA (Personal Travel Agent). Von wegen “I do everything for you”. Das mindeste wäre ja wohl ein Delphinkostüm gewesen.
Manno!
Erst schaufelt das in ein Fähnchen der Größe Null bzw. eine mit einem negativen Vorzeichen (gibt’s das?) eingenähte hochbeinige Geschöpf zwei große Teller Pasta in sich hinein und verschlingt dann, bevor sie das Dessertbüffet leerräumt, “gegen den gröbsten Hunger” noch eine schöne fette Pizza.
Meine kluge Oma hätte das mit den Worten kommentiert: ” Die Dinge sind, wie sie sind und der Gerechte muss viel leiden.”
Ach, Oma. Da wäre ich doch lieber statt gerecht auch so ein schlechter Futterverwerter wie die junge Dame…
Mitgehört
Als Reisedestination sei der Oman “zufriedenstellend”, konstatiert der Herr am Nebentisch: die Straßen gepflegt, die Landschaften recht schön, doch, doch, “und mit dem Islamismus übertreiben sie es hier auch nicht “.
Suffköpfe
Es ist ganz und gar grausig, wie viele Menschen, vor allem nicht mehr ganz junge Männer, sich schon morgens all inclusive die Kante geben und dann mittags in der grõßten Hitze mit stierem Blick aus kleinen trüben blutunterlaufenen Jelzin-Äuglein alle bõse anstarren, die sich im und am Wasser tummeln.