Dafür, Pasing-Arcaden, dass ihr die U-Bahn-Stationen mit diesem Schwachsinn auf Riesenplakaten vollkleistert, müßt ihr auch doppelt in die Schlechte-Wortspiel-Kasse einzahlen.
Ach was, es ist Weihnachten. Dreifach.
Vor einer Weile habe ich an einer Umfrage zum Thema KI teilgenommen, noch lang bevor in Deutschland der Begriff “KI Ära” und in den USA das Wort “Slop” zum Wort des Jahres gekürt wurden. Dieser Tage bekomme ich eine e-mail, die mein aufmerksamer Provider erst mal im Spamfolder abgelegt hat, weil sie anfängt, wie jeder andere Internetmüll: “Sie haben gewonnen! Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie zu den glücklichen Gewinner (sic! sogar mit Tippfehler) und Gewinnerinnen unserer Umfrage-Verlosung gehören. Wir möchten uns herzlich für Ihre Teilnahme an unserer Umfrage zum Thema Künstliche Intelligenz Ende September bedanken.” Ich hätte gewonnen und deswegen hätten sie einen geldwerten Gutschein beigefügt und den könne ich überall einlösen und sie freuen sich immer noch, dass ich teilgenommen habe. Das Schreiben klingt sehr menschenformuliert und den Gutschein gibt es tatsächlich. Ich habe ihn gegen eine Dreivierteleintrittskarte in einem Theater meines Vertrauens eingelöst.
Erwäge, die Teilnahme an Umfragen zu einer Teilzeitbeschäftigung auszubauen: der Stundensatz ist dreistellig. Das könnte sich lohnen.
Der Bürgermeister, so die Agenturmeldung, habe unter den lebensgroßen Krippenfiguren eine entdeckt, die er nicht zuordnen konnte.

Herr Bürgermeister, ich kenne mich da aus, ich kann helfen: das ist selbstverständlich Owi (fragt Oma), der gehört in jede Krippe, so wie Ochs und Esel.
(Dass es sich, so die Agenturmeldung weiter, um einen gesuchten Verbrecher handelt, halte ich für ein böses Gerücht.)
Neulich erst waren wir in der Rathausgalerie, die Frau L. aus M. und ich und haben uns dort Helmut Lists Ruinenfotos angeschaut und mit einer Zeitzeugin geplaudert und fanden das alles sehr lehrreich und spannend (s. https://flockblog.de/?p=52284).
Da hat sich die Frau L. gedacht, dass sie mir mit dem um Zeitzeugengeschichten und noch mehr Archivfotografien erweiterten Ausstellungskatalog der gleichnamigen 2005er Ausstellung im Stadtmuseum bestimmt eine Freude macht, ihn im Antiquariat aufgetrieben und mir geschenkt.
Und dann ist es wie immer: Frau L. aus M. hat recht.
Vielen vielen Dank! Sehr gefreut und wie immer, wenn ich denke, dass ich doch schon viel weiß, festgestellt, dass es noch mehr zu wissen gibt. Das weiß ich jetzt auch.
Wer verspricht, sorgsam damit umzugehen und es nach einer angemessenen Frist zurückzugeben, darf mein Exemplar ausleihen.
Wenn der May kommt, gehe ich immer besonders gerne in die Unterfahrt, weil: superguter Schlagzeuger. Viele andere auch, weswegen der Keller bei einer Jam Session (!) bis zum Krägele ausverkauft war. Holla!
Jam Sessions, für die, die das Prinzip nicht kennen, sind Auftrittsmöglichkeiten für jede und jeden, die mitspielen wollen und meist ihr Instrument mitbringen (abgesehen von Flügel und Schlagzeug). Also, um Forrest G.s Frau Mutter zu zitieren: “Wie eine Pralinenschachtel.”
Gestern Abend war mehr so “E-Miles” angesagt und May spielte das erste Set mit sehr sehr guten Weggefährten, Schwer-Hach! Diese Auftritte sind immer ca. eine Stunde lang und die war viel zu schnell um. Kurze Pause, dann Auftritt der ersten Mitspielenden. Zunächst ein Herr, der vor seinem Einsatz bekannte, er habe dem Glühwein zugesprochen (reichlich, nach seinen Schwierigkeiten mit einer aufrechten Körperhaltung zu urteilen). Er sprach nicht davon, dass er die Nervosität vor dem Auftritt auch noch gründlich niedergekifft hatte, das war ohnehin deutlich sichtbar und veranlasste meinen Begleiter zu einer kritischen Aussage über das Zusammenspiel von Drogen und musikalischem Vortrag. Der junge Mann sang, sehr unterstützt von der Originalbesetzung, zwei Jazz-Standards. Und die noch nicht mal schlecht, war aber sehr anstrengend anzusehen. Dann eilte eine Blonde im roten Kleidchen herbei und wollte auch singen, verpasste aber ihre Einsätze und war nach einer Nummer auch schon wieder von der Bühne.
Anschließend dauerte es eine ganze Weile, bis May seine Sticks an irgendwen loswurde und noch eine weitere Weile, bis sich die Herrschaften auf der Bühne auf ein zu spielendes Stück einigen konnten und der Vorgang wiederholte sich bei der nächsten Besetzung wieder. Es war recht mühselig. Entweder traute sich der Nachwuchs nach dieser Vorlage nicht oder die Herren (es waren nur noch Männer) waren von irgendwas beduselt oder nicht ganz so begabt oder alles drei.
Es kommt nicht oft vor, aber dieses Mal sind wir noch vor Ende der Session gegangen. Richtig wäre gewesen, gleich nach dem May & Mannen-Auftritt den Keller zu verlassen. Aber hinterher ist man ja immer klüger.
So nicht, Herrschaften!
“Da musst du aufpassen wie ein Lachs!”
Wie schön wäre dieser Buchstabentausch gewesen, wenn’s absichtlich gewesen wäre. War aber nur Unkenntnis. Leider.
Hmmm. “Taxi” ist Sahins Debütroman und zu meiner Überraschung bin ich nicht so recht hineingekommen. Seltsam, eigentlich. Denn die Struktur, ein Stück Prosa wie ein Drehbuch zu erzählen, hat sie für sich mit diesem Buch erfunden. Und trotzdem. Es ist mir mühselig, mich in die Geschichte der Mutter, die sich einen jungen Mann als Ersatz für den im Krieg umgekommenen Sohn engagiert, damit er mit ihr “Heimkehr” spielt, hineinzudenken, hineinzufühlen. Im Gegensatz zu ihren anderen Büchern sind mir die Protagonisten hier gleichgültig.
Das mag an mir liegen oder daran, dass Sahin ihre Stimme erst so richtig in den beiden späteren Büchern findet. Ich weiß es nicht. Ich will niemandem davon abraten, ich war froh, als ich durch war.
@cemilesahin: ich wäre dann auf dem Stand mit Ihrem Gesamtwerk. Wann kommt was Neues?
Das Buch zu den “Angsthasen” ist von Kiefersauer und Liegl, das zum “Kamel” von Ani und Jung, Regie bei beiden Folgen führt Matthias Kiefersauer. Die Ermittler sind wieder die gleichen schrägen Vögel wie aus der Einführung im vorigen blogpost zu München Mord.
Im Fall der Angsthasen, wobei schon der Begriff “Fall” übertrieben ist, denn um den Mord gehts gar nicht so arg und um den Täter schon doppelt nicht, ist die Hauptfigur ein Mann, über den keiner nix genaues nicht sagen kann, weil er gar so unscheinbar daher kommt und dem, wie sich herausstellt, eine Identität nicht reicht, weswegen er parallel mehrere Leben lebt. Das ist sehr hübsch und schräg und skurril und macht großen Spaß.
Im Kamelfall liest man deutlich Anis Handschrift, seine Themen sind Kleingartenneonazis, Brandanschläge und das Zwischenmenschliche (sehr hübsch: eine Partnerbörse für Rechte “ewigtreu.org”). Nimmt das Genre ernster, ist insgesamt auch nicht schlecht geraten.
Fürs erste habe ich jetzt einmal wieder genug von der Kriminalität in München und angelernt bayrisch sprechenden Schauspielern.
Stimme hiermit der Quelle zu: die Serie kann man anschauen.