Seit einer Woche im Kino: The Avengers

Scarlett Johansson trägt enganliegend und tief ausgeschnitten, Samuel L. Jackson trägt Morpheus’ langen schwarzen Ledermantel und Augenklappe, der Hulk trägt Grün. Materialschlachten, Computeranimationen (sehr gut geraten sind Lokis extraterristrische Monstereidechsschildkröten), die Guten gewinnen, Robert Downey jr. führt ununterbrochen ein loses Maul und Gwyneth Paltrow, sexy UND intelligent, lächelt tiefgründig.

Ich bin auch bloß eingeschlafen, weil ich eine viel zu lange und stressige Arbeitswoche hatte – der Film ist perfektes Popcorn-Kino und unterhaltsam. Peng, Bumm, Schepper, Klirr, Aus, Epfe, Amen.

Cuisine internationale

Aufgenommen werden die Bestellungen von einem Mexikaner, eine Filipina kassiert und ein Salvadorianer fährt auf einer Vespa aus. Oh, Vienna!

Feiertag, Vollmond und eine milde Nacht

Bei mir in der Straße hat gestern so gut wie jeder Nachbarhaushalt ein Cinco-de-Mayo-Assado veranstaltet. Mit konkurrierendem Mariachi-Gedudel und dem Duft aller grillbaren Fleischsorten in der Luft. Ich kam mir ja schon ein bißchen übrig vor mit meinem einsamen Wurstbrot. Aber nur bis heute früh. Da kam Carmen und hat für nachmittags zum Reste-Essen mit der Familie nach nebenan eingeladen.

20 Erwachsene, 15 Kinder (also der allerengste Kreis) und so dermaßen viel zu essen, daß ich mir gar nicht vorstellen mag, wieviel das erst gestern gewesen sein muß. Habe mich von Mamita mit Bohnen vollstopfen lassen und von Francisco mit Fleisch und daheim erst einmal einen Schnaps getrunken.

Wenn ich für den Restabend Pläne gehabt haben sollte, habe ich sie vergessen. Ich bin so satt, ich kann nicht einmal mehr “piep” sagen.

Dinner is almost ready

Mein guter Nachbar Sam hat mir zum Abschied einen Sack Hülsenfrüchte geschenkt. Zum Glück habe ich mir den (politisch selbstverständlich nicht korrekten) Blogpost verkniffen, in dem Bohnen und Mexikaner vorgekommen wären – es waren nämlich Erbsen, noch original verpackt. Fein, Erbsen mag ich noch lieber.

Also habe ich wie in meinen Kindertagen bei milder Abendsonne draußen am Gartentisch gepuhlt, mit einem Töpfchen und einem Kröpfchen zur Hand und dabei darüber nachgedacht, daß es ein bißchen ist wie Radfahren. Man verlernt es nämlich nicht.

Knack. Schote aufdrehen. Wisch. Erbsen ausstreifen. Nächste.

Knack…

Und genau wie früher ist die Ausbeute im Vergleich zum Müll doch eher gering.

 

Für mich reicht’s allemal…

Neues aus Gitmo

Nennt man sowas eigentlich einen de Sade’schen Versprecher?

SPIEGEL ONLINE

Chaotische Szenen in Camp Justice

Aus Guantanamo berichtet Matthias Gebauer

Sie schreien, beten oder strafen das Gericht mit Missachtung: Zum Auftakt des Prozesses um die Terroranschläge von 9/11 haben die Verdächtigen versucht, die Verlesung der Anklage zu boykottieren. Kaum begonnen, droht das Verfahren von Guantanamo im Chaos zu versinken. […]

In dem eigens errichteten Gerichtsgebäude im sogenannten Camp Justine verweigerten owohl Mohammed, weltweit bekannt unter dem Ermittler-Akronym KSM, als auch die vier mutmaßlichen Mitverschwörer von Beginn der Verhandlung an jegliche Antwort auf die Fragen des Richters, Militär-Oberst John Pohl.

[…]

http://bit.ly/KvMuvm

Reisevorbereitungen

Mein guter Nachbar Sam fährt zum Cinco de Mayo immer heim nach Mexiko (5. Mai, der Feiertag an der der Schlacht von Puebla 1862 gedacht wird, in der die Mexikaner zu aller (auch ihrer eigenen) Überraschung die Franzosen geschlagen haben). Außerdem ist am Wochenende danach Muttertag und er hat Anwesensheits- und Geschenkebringpflicht.

Er kauft seit Wochen Mitbringsel, nimmt weitere Bestellungen an und wäscht Wäsche. Letzten Sonntag war er beim Bader, Haare und Bart muttertagstauglich trimmen lassen. Vorgestern hat er Rasen gemäht (meinen), gestern und heute standen Obst- und Gemüsekisten vor der Tür (meiner Tür). Ich schätze, damit hat er seine Vorbereitungen abgeschlossen, um guten Gewissens in Ferien fahren zu können.

Was habe ich mit dem für einen Riesendusel!

Neulich im Wald

habe ich Michelle kennengelernt. Sie fährt zwei Mal im Monat zwei Stunden (einfache Strecke) von San Mateo (das liegt 10 Minuten südlich von San Bruno) bis in den Big Basin Nationalpark, um dort als Park Ranger-Gehilfin ehrenamtlich Touren und Wanderungen zu führen und Menschen den Wald zu lehren. Michelle stammt aus Wisconsin, ist aber zum Kaliforniertum konvertiert und bekennend und begeistert bei der Sache.

Was genau macht denn den Kalifornier aus, Michelle?

  • “We are environmental” (umweltbewußt)
  • “We recycle” (was nicht heißt, daß weniger Einwegzeugs gekauft wird, es wird aber in blauen Tonnen getrennt entsorgt)
  • “We are tree-huggers”
  • “We know that cars are bad. We are ashamed when we drive anyway. That’s why we drive Priusses” (Soweit, daß der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrssystems eine Option wäre, geht sie dann doch nicht)
  • “We love the outdoors” (deswegen gibt es auch an jeder Ecke Geschäfte, die alles verkaufen, was man zum Campen, Wandern, Wildwasser-Rafting, Klettern, etc. un-be-dingt braucht. Man kann schließlich nicht einfach so in den Wald gehen…)
  • “We don’t go anywhere without a spare hoodie” (Ich habe keine Ahnung, wo Kapuzenjacken erfunden wurden, aber sie haben unzweifelhaft hier ihren natürlichen Lebensraum und man kann nie genug davon haben. Ich habe ja erst neulich meinen Eddie-Bauer-Treue-Gutschein gegen ein wunderbares weinrotes Sherpa-Hoodie-Modell eingetauscht. Mit kunstfellgefütterter Kapuze. Und wurde wieder als Mathe-Genie identifiziert, weil ich nur einen Dollar und ein paar Cents aufzahlen mußte und den Laden ohne weitere Einkäufe wieder verlassen habe. Aber ich schweife ab…)
  • “We don’t wear Prada. We wear Jack Wolfskin” (oder eben Eddie Bauer)
  • “We buy our food at Whole Foods (for our whole paychecks) or at Trader Joe’s” (kann ja nicht jeder einen Sam haben)

Dann fällt ihr noch was ein, was sie endgültig als Kalifornierin h.c. ausweist:

  • “We love Avocados!”

Bei fast allem konnte ich ihr aus vollem Herzen zustimmen. Ja, genau, so sind sie, und ein bißchen färbt das auf einen ab.

Wir mußten es allerdings einschränken: das gilt alles nur für die Guten, die Nord-Kalifornier. Southern California ist ganz anders und böse, denn die haben Hollywood und vergeuden Wasser.

Abbreviationism*

Heute in einer e-mail gelesen: “SWU”. Das hat sich mir aus dem Zusammenhang nicht erschlossen. Nachgefragt. Das stehe selbstverständlich für “seriously what’s up” und bedeute, daß das Gegenüber ernstzunehmendes Interesse am Gesundheitszustand seines Brieffreundes hat.

Ich bezweifle das. Ich kannte den Typen überhaupt nicht. Seriously what’s up with you guy?

*Abkürzeritis