Neu im Kino: The Hateful Eight

Spoiler Alert!

Quentin Tarantinos Drehbuch besteht aus einem sehr guten ersten Drittel, einem mittelprächtigen zweiten und einem vollkommen unnötigen, dafür ausgesprochen blutigen und fürchterlich gewaltorgiastischen letzten und ist genau um das zu lang. Sein Cast ist großartig, Samuel L. Jackson suhlt sich in seinem Nigger-Major, Kurt Russell in seinem tough-tougher-toughest Kopfgeldjäger, Bruce Dern in seinem an der Demenzlinie changierenden Südstaatengeneral, Tim Roth spielt Christoph Waltz und Jennifer Jason Leigh ist übler drauf als Calamity Jane und Ma Baker zusammen. Trotzdem. Zu lang. Und auch wenn die Musik vom Altmeister Ennio Morricone ist, sie paßt nicht. Besser ist es, wenn QT wieder einen Schatz aus seinem Musikarchiv hebt: https://www.youtube.com/watch?v=YT-tFOXdwSI.

Beim nächsten Mal empfehle ich einen Wechsel des Genre (irgendwann haben die Western-Klischees einfach ausgedient) und einen Lektor fürs Drehbuch. Bis dahin schau ich mir lieber noch mal die Kill Bills an. Oder Pulp Fiction. Oder Inglourious Basterds. Aber die wegsterbenden 10 kleinen Westernhelden, die brauch ich nimmer.

Komm mit ins Abenteuerland

Oder was wollen diese Menschen mit Erfrischungsgetränk in der Hand und dem Blick starr nach links gerichtet uns sagen?

Hormonella

“Schau, Mama, da hinterm Busch versteckt es sich, das scheue Hormonderl.”

Monopoly

Auf dem Monitor, auf dem im Regionalbus die weit voneinander entfernten Haltestellen angezeigt werden, bevor sie Caroline Rrreibers Errbinnen kurz vor dem Eintreffen ansagen, läuft unten ein Nachrichtenband des Bayerischen Rundfunks in den schmucken Heimatfarben Weiß und Blau und gibt vor, die Reisenden zu informieren. Heute war der Redakteur schwer alliterativ drauf und wußte zu berichten, daß der Söder was gesagt hat und der Seehofer auch. Und zwar in dieser Reihenfolge; da hört man den fränkischen Heimatminister schon recht laut sägen, gell Horsti? Danach S-Bahn München (bleibt noch bis mindestens 2019 im Besitz der Bahn) sowie die sinkende Schneefallgrenze in Bayern.

Anschließend: Welt. Auch vier Meldungen, das muß reichen. Weil, do san mia san mia dahoam is dahoam.

Heit gemma ins Metropol

und dann schauen wir uns den “Goldenen Drachen”, weil der Opa langsam Zweifel hat, ob es eine gute Entscheidung war, dem Buben statt einer ordentlichen Ausbildung den Besuch der August-Everding-Akademie zu finanzieren.

Eineinviertelstunden später. Großvater, glauben Sie’s mir, Ihr Basti (Sebastian Griegel) war seinen Kollegen als Schauspieler (und als Sänger und als Ukulele-Spieler) weit überlegen und ich sag’s Ihnen: von dem wird man noch hören.

Das restliche Ensemble war ordentlich, und weil der Schölch inszeniert hat, wurde wieder irgendwer etwas zusammenhanglos mit Konfetti beschneit und das Stück, ja, das war schon wieder so ein Lehrstück über die Unzulänglichkeit des menschlichen Seins.

Man hätt’ auch einfach das Lied von Peachum aus der Dreigroschenoper spielen können:

Ein guter Mensch sein! Ja, wer wär’s nicht gern?
 Sein Gut den Armen geben, warum nicht?
 Wenn alle gut sind, ist Sein Reich nicht fern;
 Wer sässe nicht sehr gern in Seinem Licht?
 Ein guter Mensch sein? Ja, wer wär’s nicht gern?
 Doch leider sind auf diesem Sterne eben
 Die Mittel kärglich und die Menschen roh.
 Wer möchte nicht in Fried und Eintracht leben?
 Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so! …

Gebt dem Kaiser

Zu den Freuden des Heimkehrerlebens gehört, dass jedes Land, in dem ich 2015 gearbeitet habe, von mir Steuern will. In meinem Fall Deutschland, die USA an sich und Kalifornien sowieso. Ich kann mich wahrscheinlich glücklich schätzen, dass König Horst bis dato die göttliche Eingebung versagt blieb, den gesegneten Einwohnern seines weiß-blauen Freistaates allein fürs Da-wohnen ein extra Geld abzuverlangen.

Das Steuern zu erklären ist eine recht umfangreiche Aufgabe und so habe ich letztes Wochenende damit angefangen, meine Belege zu sortieren – noch weit vor dem amerikanischen Tax Day am 15. April. Dabei ist mir eine Restaurantrechnung in die Hände gefallen und angesichts dieses Mottos haben sie mir anschließend für ein paar Minuten wirklich gefehlt, die Amis.

inbegriffen

Mong Telefong

Ich weigere mich, dieses Ding weiterhin als Smartphone zu bezeichnen. Wer bei den “Favourites” sämtliche Namen vergißt und mich aus den nackten Telefonnummern raten läßt, wer wohl gerade anruft, der ist nicht smart, sondern doof. Hah!

Schimpfen ändert zwar nichts, tut aber gut. Wahrscheinlich wäre es erfolgsversprechender, wenn ich beim Heiligen Steve eine Fürbitte einreichte, nämlich, dass die Jungs in Cupertino das nächste Mal erst ihre Bugs fixen und dann die Kundschaft zum update zwingen…

Suche Wohnung – Biete Stilblüten

Sonntagnachmittag. Ich warte darauf, dass sich ein update installiert und blicke sinnierend aus dem Wohnzimmerfenster ins Schneetreiben (WTF?). Noch 10 Minuten. Da könnte ich doch zwecks Wartezeitvertreib mal schauen, was zur Zeit auf dem Wohnungsmarkt so inseriert wird?

Die Lage, scheint es, ist unverändert. Nach wie vor wird die (viel zu) billige Innenstadtwohnung eines Google Translate Users angeboten: Modern, komfortabel und mit viel Stil und Raum. Die Küche ist groß, ein perfekter Ort, um einige schöne meals. Please Not der Aufzug nur so hoch wie im fünften Stock vorbereiten und dann ist es notwendig, eine Treppe zu der Wohnung zu klettern. Auch die Einliegerwohnung des Alkoholikers (und Pferdesportlers?) im “zentrumsnahen Gartenviertel” fehlt nicht, Lichtblick ist die Terrasse (umzäumt mit abschließbarer Türe Richtung Wiese / Spielplatz) Hier werden Sie im Sommer gerne sitzen um ein Glas Wein zu trinken und das Frühstück zu genießen und das Highlight der “hohen Altbauwohnung” ist das Parkett. Mit Fischkrätenmuster.

Mann, bin ich froh, dass diese Sucherei hinter mir liegt und ich wohne. Und mein upgrade ist auch fertig. Back to work.

Ich möchte ein “B” kaufen

und hinfort die deutsche Sprache um das Wort “jubbeln” bereichern, dessen Doppel-B einen wesentlich freudigeren Klang hat als das langgezogene Trauer-U in “jubeln”.

Rubbellos

Als positive Nebenwirkung der Neuwortschöpfung bliebe mir mehrfach täglich die Irritation angesichts des obigen Schiefreimes auf dem Weg von und zur U-Bahn, von und zum Einkaufen sowie überhaupt erspart.

Alsdann, Duden-Redaktion: wie isset?

Organtransplantation (für Otto P. aus D.)

Nach drei Jahren im 24/7-Einsatz, 3,742 blogposts und ständigem Herumgeschleppe von Hüben nach Drüben sowie vielen Abstechern in Da und Dort, Here, There and Everywhere war mein Notebook fertig mit der Welt und sein Akku durch. Das ist verständlich, aber nicht schön. Ein neues möchte aber ich nicht, a) wg. Ökologie und b) haben wir uns über die Jahre so aneinander gewöhnt (bei Aussage b ist der Wahrheitsgehalt höher als bei a). “Isjakeinproblem”, denke ich mir noch, wider meine übliche Natur recht blauäugig, “besorge ich halt flitzeflott eine Austauschbatterie, schraube, wie von youtube gelehrt, das Ding auf, stecke die tote ab und die neue an, schraube wieder zu und gut ist.”

Von wegen “flitzeflott”. In einer Welt, in der ein drei Jahre altes Gerät in der Kategorie “Prähistorisch oder früher” eingestuft wird, ist es schon einmal mittelaufwendig, überhaupt jemanden zu finden, der noch ein Originalbauteil zu verkaufen hat, und wenn, dann verheißt der eine Lieferzeit von ca. mindestens drei Wochen und verlangt neben viel Geld auch noch ein halbes Kilo vom Kundenfleische. Alles, alles sollt ihr haben, nur damit das Maschinchen aufhört, so krank hektisch rot-grün zu blinkern. Und so ging es seinen Lauf, nach doch nur einer Woche kam der neue Akku an, ich habe noch einmal youtube-Videos studiert und bin zu dem Schluß gekommen, dass ich, statt den Eingriff selbst durchzuführen, lieber einem Meister assistiere. Was für eine weise Wahl!

Dr. Otto nahm den Patienten fürsorglich auf, und löste, genau wie die Vormacher in den Videos, die Schrauben am Gehäuse (das war im übrigen der Moment, wo ich mich selbst noch der Feigheit vor dem Gerät zieh) und dann die wesentlich kleineren und gemeineren um die Batterie herum. Alle. Bis auf eine. Die wollte nicht. Und saß fest. Und zwar genau über der Platine, wo gewaltsames Vorgehen auch den größtmöglichen Schaden anrichten hätte können. Schraubversuch, Werkzeugwechsel, weiterer Schraubversuch. Nichts. Das Ding saß fester als 5 Dosen Dreiwetter-Taft. Dammit! Ich erspare meiner Leserschaft die Schilderung (und mir das Noch-einmal-Durchleben-müssen) zweier aufregender Stunden mit Retter-reist-flugs-in-den-Baumarkt-und-feilt-das-dort-erworbene-Werkezeug-passend-zu, fräsen, saugen, tupfen, schwitzen, saugen, fluchen, mehr fräsen, mehr saugen, mehr tupfen, mehr schwitzen, noch mehr saugen, viel viel lauter fluchen; wichtig ist doch nur, was hinten rauskam: Nämlich ein Notebook mit neuem Akku, allen Schrauben wieder drin, einer beruhigend in stetigem Grün eine volle Ladung anzeigende LED und einer aktuellen Batterielaufzeit von knapp 8 Stunden.

Das haben wir alle großartig gelöst. Annette, die mit Mitgefühl und gutem Essen die Moral auf einem angemessenen Level hielt, Elena, die ihren Papa vom Vorlesen freistellte, Sabine, die auf Hinzuziehung eines Experten bestand (von wegen Feigheit),  und last, but best, Otto, der mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl und noch viel mehr Geduld den Austausch erfolgreich durchführte. Mein Dank, lieber Dr. Otto, kommt dir nun nicht mehr nur hüpfend entgegen, sondern schleicht dir vielmehr sehr erleichtert nach! Drah di ned um…