Nimmer ganz neu im Kino: The Martian*

Seit die Nerddichte um mich herum so nachgelassen hat, geht immer keiner mehr mit mir in solche Filme (ich hab ja noch nicht mal den neuen “Star Wars” gesehen…) und darum hat es ein wenig gedauert. Es fühlte sich dann aber an, als hätte ich ihn schon gesehen gehabt. Buch lesen und ein durchschnittliches Vorstellungsvermögen waren vollkommen hinreichend.

* Oder, frei nach Ridley Spielberg, “Saving Astronaut Watney”.

Tageslosung

Babysitter betrinkt sich und schlägt die Mutter

Danke, Süddeutsche Zeitung, von dir kennt man solche Überschriften sonst ja nicht so. Aber die ist gelungen.

Kuckucksnest

Gesittet-bayerisch stehen meine Mitaussteiger in dicker Winterkleidung rechts auf der nach oben rollenden Treppe, als sich ein Mann wild ellenbogenstoßend vorbeidrängt, oben angekommen nach unten blickt und uns anbrüllt “Jetzt zeigt euch der Türke bald, wo der Hammer schlägt!” Ah, ja?

Ich mache einen Rechtsschwenk zum Discounter, wo ich versuche, vorbei an einer Dame (das sag’ ich über diesen hypergepiercten Prekariatstrampel auch nur, weil ich ein höflicher Mensch bin) und ihren vier Töchtern, davon eine noch im überbreiten Kinderwagen und die Älteste höchstens sieben, zu den Einkaufswagen zu kommen. Geht aber nicht, weil die Kinder über irgendeinen Fehleinkauf der Frau Mama greinen und sie darauf mit “da tu ich alles für euch und dann scheißt ihr mir in den Hals” kontert.

Und ich dachte, ich hätte die Irren und Wirren in San Francisco zurückgelassen.

Ausstellung: Sebastião Salgado – Genesis

Grad noch rechtzeitig vor Ausstellungsende am 24. Januar haben wirs gestern Abend in die Kulturstiftung der Versicherungskammer geschafft und uns mit erstaunlich vielen anderen Besuchern große kontrastreiche Landschafts- und Tierphotographien und einige wenige Porträts von Menschen angesehen. Toll wars! Einige der Bilder sind mir ein bißchen zu pudrig, Fachleute wissen, daß der Künstler da mit besonders langen Belichtungszeiten (oder der Photoshop-Einstellung “pudrig”) gearbeitet hat, aber ich bin keine Fachfrau, ich gucke laienhaft. Mir haben seine Menschen und Menschenaffenporträts am besten gefallen, ich habe mir aber erklären lassen, dass er nach dem vielen menschlichen Elend, das er dokumentiert hat, sich daran ausgesehen und darum der Natur zugewendet hat. Ja. Verständlich. Aber trotzdem schade.

Leider haben die Ausstellungsgestalter das Glas vor den Bildern nicht entspiegelt und winzig kleine weiß-auf-schwarz gedruckte Erklärschilder viel zu tief unten angebracht; mindestens die Hälfte der Besucher war tief gebeugt und mit verkniffenen Augen damit beschäftig, neben dem Bild auch Information aufzunehmen. Das geht besser.

Wer Zeit hat, gehe dieses Wochenende noch rein. Es lohnt.

Anschließend kann man, wie wir, im Lehel gut italienisch essen (La Stanza) und sich anschließend in der Bar Roosevelt (Frank Delano, nicht Teddy) durch die sagenhaft sortierte Cocktailkarte trinken. Ich merke an solchen Abenden immer, daß ausgehen in München eigentlich Spaß macht. Das einzige, was mich davon abhält, das häufiger zu tun ist Winter und kalt und Mützeschalhandschuh und am liebsten daheim unter der Kuscheldecke liegen. Bei Frost ist Innerer, mein Schweinehund, wesentlich stärker als ich. Im Sommer kenne ich den gar nicht.

UGC (User Generated Content)

Leider, bewertet eine “enttäuschte Kundin aus dem Burgenland” müsse sie mir dringend vom Kauf des soeben von mir betrachteten Kleidungsstückes abraten. Ihres nämlich sei schon nach der ersten Wäsche vollkommen verfranzt.

Das ist hübsch. Das behalte ich.

Aus dem Vokabelheft

Gestern, nach einem langen skype-chat mit einem Freund in Kalifornien, sind wir zu dem Schluß gekommen, daß es allerhöchste Zeit für ein Wiedersehen ist. Er hat das bestärkt mit einem “Ya damn skippy, sister”, was sich ins Deutsche noch am besten übertragen läßt mit “Aber sowas von” oder “Aber Hallo!”

Im Englischen gäbe es außerdem: “Hell yea!” “Of course” oder auch “Ya betcha”.

Sockentroll

Im Gegensatz zu anderen, die zu nennen mir Höflichkeit und Freundschaft verbieten, bin ich ja eher nicht so der zwanghafte Typ. Was jetzt nicht heißt, daß ich nicht selbstverständlich jedes Kleidungsstück, bevor ich es trage, erst einmal wasche und wenn es sich, so wie neulich, um sieben Paar Sonderangebotssocken handelt, so aufhänge, wie es das Sockenaufhänggesetz seit jeher gebietet: paarweise, mit dem passenden Partner (war in diesem Fall ganz einfach, denn sie tragen die Wochentage aufgedruckt), mit der Spitze oben.

Und darum war ich jetzt gerade sehr verwundert, als ich im Waschkeller an der Leine eben meine neuen Socken zum einen verkehrtherum (mit dem Bund oben, das geht gar nicht!) und zum anderen seitenspringend (der Sonntag mit dem Mittwoch und so weiter) aufgehängt vorfand.

Echt jetzt! Wo ist die Demirsche, wenn man sie mal braucht?

Mal wieder im Metropol-Theater “Die Opferung des Gorge Mastromas”

Ja. Naa. I waaaß ned.

Ja: eine echte Schölch-Inszenierung. Ensemble-Leistung, Bühne, Kostüm, Licht (!), großartig wie immer.

Naa. I waaaß ned: Ob man heute wirklich noch das Theater zur moralischen Anstalt machen muß und zwei Stunden lang die Frage breittreten, ob der Mensch besser edel, hilfreich und gut sein soll oder doch eher auf den eigenen Vorteil bedacht?

Man muß nicht. Ja, es war sehr intensiv. Aber nein, für die Erkenntnis “Unrecht Gut gedeihet nicht” braucht man nicht extra einen Abend in Freimann zu verbringen.