Aus dem Vokabelheft

Wenn jemand sich bei einem Thema noch nicht auskenne, so müsse man ihn “aufschlauen” und er, also der Geschäftskontakt Schlaumeier, wie ich ihn hinfort zu nennen beliebe, übernehme das gerne. Ich habe keine Ahnung, wo dieses ausgesprochen häßliche Wort seinen Ursprung hat und ob meine instantane Abneigung vielleicht daran liegt, daß ich den Mann so grundunsympathisch finde, der Duden kennt es jedenfalls nicht: “Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‘aufschlauen’ keine Treffer gefunden. Oder meinten Sie: aufschlagen?”

Fast, Duden. “Zuschlagen”. Danach wäre mir gewesen.

Wetterfühlig

“Witterungsbedingt”, teilt heute eine Laufschrift unterhalb der Die-U-Bahn-kommt-gleich-Anzeige mit, “sind Rolltreppen im Zwischengeschoss im Dauerbetrieb aufwärts geschaltet.” Das heißt im Umkehrschluß: Solange es weiter so kalt bleibt, gibts keine lustigen Geschichten von der Kampfspezies der Rolltreppen-mit-wechselnder-Laufrichtung-Benutzer mehr.

Quasi Spaßbremse.

R. I. P. und Safe Travels!

Leider verpaßt habe ich die Einladung zum Double Feature von “The Man Who Fell to Earth” und “Galaxy Quest” zu Ehren von David Bowie und Alan Rickman dieses Wochenende. Die Anfahrt nach Santa Clara war einfach zu weit.

Zum Wohlsein!

Gestern mit einem Freund per SMS die Wanns und Wos unseres abendlichen Theaterbesuchs geklärt und dabei gelernt, daß in Bayern auch eine Autokorrektur Biere braut, nämlich die “Optimaler Weiße”.

Wie die wohl schmeckt?

Elefantengedächtnis

Vor lauter Windows-Security-Update-Gepatche, hatte mein Blog wieder vergessen, daß er in einer Art Deutsch geschrieben wird und jedes Wort als Fehler wahrgenommen und rot unterringelt. Vage, aber sehr vage hatte ich mich erinnert, daß ich das Problem schon einmal gelöst und darüber sogar einen Eintrag verfaßt hatte, jetzt müßte mir nur wieder einfallen, wie die Überschrift lautete?

Das zwar nicht, aber die sehr gute Suchfunktion bei wordpress hat den Blogpost aus dem Mai 2013 mit dem Stichwort “rot unterstrichen” gleich gefunden (https://flockblog.de/?p=19314) und jetzt ist diese dumme Rotstifterei wieder abgestellt. Bravo!

Cash as cash can

So isch’s no au widdr: Was hierzulande valider Bestandteil der Transaktion zwischen Verkäufer und Kunde ist, nämlich die Frage nach kleinem Münzgeld, würde ja in meinem Selbsteinenkaugummimitplastikkartenbezahlgastland als plumper Bettelversuch interpretiert werden.

(“Ham’S jetzad dia siehmundsechzig Cent bassend?” vs. “Spare some change”.)

Hoppla, jetzt kommt ein Karton!

Abschnitt 1: Der Tatsachenbericht

Es kam nicht ein Karton, und auch nicht die vier oder fünf, an die ich mich bei Annette und Otto eingelagert und im Herbst schon vorsortiert (!) gehabt zu haben erinnern konnte, es kamen 14 (in Worten: vierzehn). Voller Bücher. Gestern, von Otto kunstvoll in Annettes Kleinwagen getetrist und von Annette treulich über schneebdeckte Straßen kutschiert und von uns beiden in einer halbstündigen Schleppaktion ausgeladen und nach oben verbracht.

Abschnitt 2: Umzugsphilosophie oder Lessons learnt

Man sollte niemals davon ausgehen, daß, was einem vor über sieben Jahren wichtig war, es auch heute noch ist. Ganz und im Speziellen bei Literatur. Vielmehr sollte man Bücher wie Gäste behandeln. Man wird erfahren, daß man sich bei manchen glücklich preist, ihnen zum schnellen Kaffee noch nicht mal einen Kuchen angeboten zu haben und sie nur so kurz wie möglich mit einem verweilen, bevor sie in der U-Bahn ausgesetzt werden; mit anderen hingegen zieht man zusammen. Vielleicht sogar fürs Leben, das wird sich weisen, wie bei allem, das fürs Leben sein soll. Dazwischen gibt es, wie bei allen Gästen, von Kurz-und-intensiv bis Ich-hab-mich-so-an-dich-gewöhnt jede Variante des Zusammenseins. Und das ist gut so.

Abschnitt 3: Die Abbitte

Zuerst und allvorderst: bei Annette und Otto, die diese Kisten mehrfach mit mir hin- und hergetragen und sich damit sieben Jahre lang den Keller vollgestopft haben. Ich verspreche hoch und heilig: Das kommt nie wieder vor! Meine Bücher werden, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, durchreisende Gäste werden und von Hand zu Hand gehen, wenn ich glaube, daß noch jemand anderer an ihnen Freude haben kann.

Außerdem bei den Autorinnen und Autoren: it’s not you. It’s me. Dieser Umzug hat mich gelehrt, daß ich viel weniger brauche, als ich habe. Ich konnte drei Monate aus dem Koffer leben und komme jetzt noch in Schwierigkeiten, wenn ich was zum Anziehen aussuchen soll, das ich nicht in diesem Zeitabschnitt getragen hatte. Denn eigentlich hat diese bescheidene Auswahl gereicht (von kurzen und sehr überschaubaren “Ich-habe-nichts-anzuziehen-Anfällen” abgesehen).

Und ja, das ist nicht neu. Aber, und nun die hohe Schule der Philosophie: es gibt bekanntermaßen auch nichts Neues unter der Sonne. Manche (ich) brauchen halt nur etwas länger…

Ätsch, Paula!*

gimiiWollen hätte ich ja nicht gewollt, freitagabends noch einmal hinaus in Eiseskälte und Wind, aber mein Getränkevorrat war inzwischen sehr überschaubar, der Samstagmorgengreisentreff bei Edeka letzte Woche abschreckend genug und weit weg ist es wirklich nicht. Also warm eingepackt und meinen feuerroten Gimi (links) im Supermarkt bei den schwarzen, dunkelblauen, -braunen und beigen Einkaufstrolleys eingereiht (es gibt dort im Vorraum bei den Einkaufwägen tatsächlich eine Art Parkplatz für die Dinger). Zunächst deutsch verhalten, d. h. Einkaufswagen mit Markerl ausgelöst, Pfandflaschen zurückgebracht und dann zügig nach hinten, wo die Getränke stehen, unter beläufiger Mitnahme des un-glaub-lich reduzierten Siebenerpacks Tchibo-Kinderbiosocken (hat schon auch Vorteile, wenn man auf kleinem Fuße lebt) und gerade rechtzeitig dazugekommen, als ein Ladenschwengel sich anschickt, den ersten Sechserkarton “Grand Plaisir” seit Paulas Artikel ins Regal zu verräumen. Hab ihn gebeten, den Unfug bleiben zu lassen und den Champagner in meinen Einkaufswagen zu stellen.

Ja, die ganze Kiste! Aber hallo! Ich habe schließlich eine Einweihungsparty zu bestücken.

* s. https://flockblog.de/?p=29451

Stiefmuttersprache

Neulich, im Gespräch mit einem Freund, erzähle ich, daß ich in Kreisen* rumgerannt bin, um irgendetwas umgesetzt zu bekommen. Seine lapidare Antwort: “Du bist wieder in Deutschland. Einer langt.”

Auch schön, wenn man dabei ertappt wird, wörtlich aus der Sprache des Siebenjahregastlandes in die eigene rückzuübersetzen.

* http://bit.ly/1SWMV6M

Fishy

Groupon scheint von der Idee besessen zu sein, daß ich dringend eine Massage mit Preisnachlaß brauche und will mir heute diese verscherbeln.

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Och nö, Groupon, ich mag nicht mit kaltem totem Fisch geschlagen werden. Den esse ich lieber.