Wg. Ausgewogenheit. Siehe: https://flockblog.de/?p=27610
Erst hab ich ja gedacht, ich poste nur schnell dieses unsägliche Geweihlogo und einen kurzer Absatz darüber, daß es die Redewendung vom gehörnten Gatten im Angelsächsischen nicht gibt*, aber dann habe ich das Startbild auf der Mannsollschönerwerden-Website gesehen.
Ihn. Auf Leder. Jung. Knackig. Nase. Der Single Malt doppelt so alt und die Cohiba von Fidels schönster Geliebter auf den Oberschenkeln gerollt. Ganz ganz langsam.
Er also, ich möchte ihn Juan nennen, ist der Vorzeigemann von Marina ManLand, wo die Kombination Mann & Messer nicht für Tod, sondern für Liebreiz steht. In “The Lion’s Den” (Löwenhöhle) wachsen dem “follically challenged” Mann neue Haare, in “The Bear’s Lair” (Bärenhöhle) verschwinden die alten – burn, Baby, burn – und im “Doghouse”** (Hundehütte) kriegt der Mann eins in die Fresse, ein “Free ManLand Facial” nämlich. Wessen Sinne Abercrombie&Fitches Todesschwaden überlebt haben, der genießt wahrscheinlich sogar, daß beim Straffen, Zupfen, Zerren, Füllen, Brennen der allgegenwärtige Duft von Leder und Neuwagen (“New Car Smell”) die Nasenschleimhäute betäubt, während er sich zwecks Ablenkung vom Aua dem Studium der Bademodenausgabe von “Sports Illustrated” hingibt. Wohlgemerkt: dem Film (Werkausgabe: “Behind the Scenes”). Botox ist für Mädchen. Richtige Männer füllen ihre Falten mit Zement. Nein, falsch! Mit BroTox!
Wenn diese Klischeegemengelage*** wirklich das ganz große Männerglück sein soll, dann fehlt eigentlich nur noch ein schönes kaltes Bier und daß es das nicht gibt, liegt gewiß nicht am Gründerdoktor Grant Stevens. Der hats versucht. Mehrfach. Doch bis dato verweigern die medizinischen Aufsichtsbehörden seiner Klinik die Lizenz für den Ausschank alkoholischer Getränke. Sowas von engstirnig. Dabei hätte ein Blick ins Geschichtsbuch der Werbung gereicht, wo die Madmen vorgemacht haben, wie simpel es ist, Schwerhochprozentiges unter dem Decknamen “Stärkungs”-Tonikum ganz harmlos als Muttis freundlichen “Little Helper” zu etablieren. Kleiner Tip für den Doc: nennt den Booze doch einfach nicht Bier, sondern zum Beispiel “Stierblut” oder so.
Darauf ein Stamperl Frauengold!
* Die Suche nach “gehörnt” ergab kein Ergebnis außer “horned” (das bedeutet aber bloß “mit Hörnern versehen / ausgestattet” und hat auch nichts mit “horny” zu tun). Erst der Begriff “Hahnrei” führte zum Resultat “cuckold” = man with an unfaithful wife.
** Das Idiom “To be in the doghouse” bedeutet eigentlich “In Ungnade gefallen sein” oder “In Schwierigkeiten stecken”.
*** Das gildet und gibt beim Scrabble eine Phantastillion Punkte.
