Den ich, mit bestem Dank an Herrn M. aus K., unter das Motto stellen möchte: Relax? Don’t do it.
Der Auslandskorrespondent meldet
“Es kuebelt wie aus Giessen, und dann das:
Ich für meinen Teil kenne die ganze Gegend ja aus den letzten Jahren eher staubig und vorwiegend wasser- und vor allem schneefrei und komme mehr und mehr zu der Überzeugung, dass mein Abreisezeitpunkt vor Trump und Regen nicht der schlechteste war… (Was allerdings in keiner Weise dieses Sauwetter hierzulande entschuldigt. Zefix!)
Neu im Kino: Sing
A&O, also Adipositas und Orangenhaut haben nun endlich auch im Film Einzug gehalten. Allerdings nur, wenn sie die Heldinnen in einem Animationsfim zieren, also eine Schweinin (oder heißt das dann Sau?) und eine Elefantin (ist eigentlich ein Elefantenteenie schon eine Kuh oder gibt es zwischen Kalb und Kuh noch eine Zwischenstufe und wenn ja, wie heißt diese?).
Ansonsten handelt es sich um einen weiteren Film aus der Reihe “Hollywood goes Anthropomorphismus” und nimmt sich – nach dem Privatleben von Haustieren (“Pets”) und dem Cop-“Drama” “Zootopia” – des Themas Casting-Shows an; das heißt, dass im Vergleich zu den vorgenannten Filmen mehr gesungen wird. Viel mehr.
Wer ein Kind zu bespaßen hat, möge sich den Film ansehen.
Don’t know…
Nein, schreibt mein Gewährsmann aus dem Vereinigten Königreich* unter dem Betreff “You’re German And Weird”, es handele sich hierbei nicht um Satire, sondern um ein gegen Geld verkauftes Magazin und ist an jeder Supermarktkasse direkt neben dem Fachblatt für dreiköpfige Alienbabies zu finden.
* Vereinigt? Na ja.
Trari, Trara
Großes Lob! Die Post bringt wieder Post.
Damit ist die Rückabwicklung meiner vierwöchigen Abwesenheit endgültig abgeschlossen. Dann kann ich ja demnächst mit der nächsten Runde beginnen…
Gute Vorsätze
Üblicherweise nehme ich mir, wenn eine längere Phase von freien Tagen bevorsteht, immer fürchterlich viele Dinge vor, die sonst irgendwie zu kurz kommen, von Kleiderschrank entrümpeln bis Papierkram ordnen und überhaupt. Dieses Mal nicht, weil ich hatte ja Knie. Richtiger: Knie geplant.
Weil’s aber nicht hat sollen sein, habe ich gelesen wie nicht gescheit (dazu mehr in einem der folgenden blogposts) und es ist jetzt schon ganz viel von dem fertig, vor dem ich mich sonst gerne drücke. Der richtige Ansatz für die Zukunft scheint, mir nicht mehr vorzunehmen, dass ich die Unterlagen für die Steuererklärung zusammenstelle oder mich von kalifornischen Klamotten* trenne, sondern es einfach zu machen.
Auch recht, ich war eh nie ein Fan von guten Vorsätzen.
* Der Dresscode in einem Land mit Jahreszeiten und einer davon Winter ist schon sehr sehr anders.
Alles auf Anfang
Nach dem abgesagten OP-Termin war ich noch eine Weile damit beschäftigt, alles wieder zurück zu organisieren, also zurückzumelden, Koffer wieder auszupacken, in den Waschplan einzutragen, Kühlschrank wieder zu füllen, Liefertermin fürs neue Bett zu organisieren, den Postlagerauftrag wieder zu kündigen. Ich war fix und am Nachmittag des 23. Dezember mit allem fertig.
Die Deutsche Post hingegen tut sich schwer mit dem Storno: bis heute habe ich noch nicht wieder auch nur einen lächerlichen Brief zugestellt bekommen. Bin sehr gespannt, wann’s soweit sein wird. Wetten werden noch angenommen.
Nimmer neu im Fernsehen: Parade’s End
Wem einmal neuer Sherlock nicht reicht, dem rate ich zu Cumberbatch-Festspielen mit “Parade’s End” (derzeit für umme auf Prime).
Die Serie ist im großen Britannien in den Jahren vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs angesiedelt, dann in den Gräben Flanderns und Cumberbatch spielt einen britischen Landedelmann. Er ist Statistiker (!), Offizier und Gentleman und zwischen ihm und einem glücklichen und erfüllten Leben steht sein in Stein gemeißelter Ehrbegriff. Das führt zu einer Unzahl von packenden Szenen, in denen er um Sprache ringt und immer wieder gegen die wirkliche Welt, die keine Moral und noch weniger Ehre kennt, anrennt und schließlich beinahe zerbricht. Das Ende ist mir zu zuckrig, aber das sind mir Happy Ends eh meistens und ist kein Grund, sich diese wirklich großartige Mini-Serie (6 Folgen à 45 Minuten) nicht anzusehen.
Neu im Fernsehen*: Sherlock – “The Six Thatchers”
Es ist eigentlich kaum möglich, über diese 1. Folge der 4. Staffel zu schreiben ohne dabei zu spoilern, was um so verwerflicher wäre, als sie augenscheinlich als Exposition für die kommenden beiden Teile angelegt ist. Statt des einen großen Falles löst Sherlock in dieser Episode viele kleine und Cumberbatch gibt den genialen Detektiv gewohnt schnelldenkend und -sprechend, nuanciert, aspergeresk – in einem Wort brilliant. Dennoch: nur bunt und schnell und beim Reden twitternd und beim Twittern Fälle lösend und zwischendrin begriffs- und fassungslos vor der geheimnisvollen Welt zwischenmenschlicher Interaktion und Emotion zu stehen langt alleine nicht. Es steht zu hoffen, dass man als Zuschauer am Ende der Staffel wohlwollend auf diese erste Folge zurückblickt, weil die vielen (Übersprungs-)handlungsstränge zu einem wie auch immer gearteten Ende verknüpft worden sind.
Das mag klingen, als hätte ich Sherlock meine Zuneigung entzogen. Habe ich nicht. Erstens ist das Zusammenspiel des Duos Cumberbatch (Holmes)/Freeman (Watson) nach wie vor wunderbar (Ballonszene**), zweitens ist die Erweiterung auf ein Trio mit Amanda Abbington (Mrs. Watson) gut gelungen und drittens und überhaupt gibt es wieder ein paar Szenen, bei denen ich mich wegschmissen habe. Mein absoluter Liebling ist der Holmes’sche Logikdiskurs über Ursache und Wirkung**, ganz dicht gefolgt von einer Szene, in der Lestrade (Rupert Graves) und Watson über “das Baby” lästern und Holmes mitbekommt, dass es wohl eine weitere Bedeutungsebene geben muß, sich ihm aber nicht erschließt, welche***.
Die nächste Folge kommt nächsten Sonntag, ich werde zu berichten wissen und würde mich freuen, bis dahin von jemand anderem zu hören, wie er/sie die 1. Folge fand.
* Fernsehen steht hier für Streaming auf Amazon Prime.
** Damit habe ich nichts verraten und die, die sie schon gesehen haben, wissen, was ich meine.
*** Diese Szene spielt in einem Treppenhaus und mir ist dabei zum ersten Mal aufgefallen, wie ähnlich die Namen Sherlock und Sheldon klingen.
Aus dem Vokabelheft
Bevor ich den nächsten Vielehundertseitenwälzer angehe, nehme ich mir so ein Zwischendrinbuch für einen Nachmittag vom Stapel, denn die müssen ja auch mal weggelesen werden. Es geht um Macht und politische Intrigen. Bereits auf Seite fünf beruhigt der Wahlkampfmanager seinen Kandidaten, er müsse sich keine Sorgen um die Kampagne machen, der Kriegskasten sei wohlgefüllt. Da reißt es mich zum ersten Mal. Kann es sein, dass alle deutschen Übersetzer gerade kollektiv unpäßlich sind, und der Verlag schon wieder einen Österreicher beauftragt hat? Das Ding heißt im Englischen war chest, und ja, chest bedeutet Truhe oder Kiste oder Kasten – im Deutschen jedoch spricht man in diesem Fall von der Kriegskasse. Ist vielleicht nicht schön, ist aber so.
Kurz danach geschieht der erste Mord und zum konspirativen Vertuschungsgespräch werden im Brooklyner Beisl Steaks mit gerösteten Erdäpfeln gereicht. Mir reichts auch; ich muß eh nachher noch Altpapier wegbringen.
Fragt nach beim Fachmann, Herrn M. aus K. Nicht nur bei Immobilien, auch beim Übersetzen gilt ein ehernes Gesetz: Location, Location, Location.
