Im an weiblichen Helden armen DC-Universe kannte man Harley Quinn bisher nur als von der hochintelligenten Psychaterin (Dr. Harleen Frances Quinzel) zum dümmlichen Sidekick des Superschurken Joker mutierten Frauchens. Erst Margot Robbie gab der Figur in “Suicide Squad” einen anderen Spin und der zieht sich durch die nunmehr zwei Staffeln der Zeichentrickserie und ist sehr unterhaltsam.
Die Serie kommt aus dem Hause Warner Animations, das immer schon für die anarchistischen Helden (von Bugs Bunny bis Road Runner) zuständig war und die Abteilung brave langweilige Charaktere gerne den Disney Studios überlassen hat. So ist es denn auch wenig überraschend, dass bei Protestmärschen im derzeit batmanlosen (war in der 2. Staffel verletzt und muss sich erst mal erholen) Gotham Schilder mit der Aufschrift “Make Gotham great again” und viele andere vergleichbare Gemeinheiten zu sehen sind.
Gesprochen wird sie im Original übrigens von Kaley Cuoco (die “Penny” aus “Big Bang Theory”) und der von mir sehr geschätzte Alan Tudyk leiht gleich einer ganzen Auswahl von Figuren seine Stimme.
Ein Gauklerroman. Ein Schelmenstück. Phantastisch und wortreich. Die Geschichte eines anderen Lebens im von Pest und dreißigjährigem Krieg verheerten Europa. Saftig, prall, grausam. Barock halt. Grimmelshausen dürfte mit Wohlwollen Pate gestanden haben, Opitz, Wolkenstein und Gryphius mit Freude einen Dichterkollegen in der doch so verachteten deutschen Sprache in ihren Kreis aufgenommen haben.
Ich weiß nicht, was ich absurder finden soll. Dass 45 von CNN verlangt, sich zu entschuldigen, weil sie Umfragen veröffentlichen, in denen Biden mit einer komfortablen Mehrheit vor ihm liegt oder dass der Justiziar des Senders, der dieses Ansinnen in einem öffentlich gemachten Brief abschlägig bescheidet, den wunderbaren Namen D. C. Vigilante trägt.
Schlimm genug: der Wecker rappelt um 04:28 Uhr. Da bin ich aber schon eine Weile wach, weil ich wie immer, wenn ich außergewöhnlich früh aufstehen muss, in Halbstundenabständen aufwache, damit ich nur ja nicht verschlafe.
Auch schlimm: 5 Stunden Autofahrt. Als Unterhaltungsprogramm dienen drei dicht bedruckte Seiten “Rücksprachethemen mit dem Chef” (jener im Fahrer-, ich auf dem Rücksitz, wg. Abstand und mehr Platz zum Mitschreiben).
Mittelschlimm: Nach drei Monaten Abwesenheit zum ersten Mal wieder in Dirty Dörth im Hunsrück. Mein Postfach wurde wg. Überlaufens in der Zwischenzeit ein paar Mal geleert und außer zwei hohen wackeligen Papierstapeln wartet so gut wie jede*r Kolleg*in mit irgendeinem Anliegen. Dazwischen Vorstellungsgespräche, Meetings, IT-Umstellung. Es soll ja nicht langweilig werden.
Lichtblick: Abendessen mit der Kollegin. (Im einzigen Lokal, das nicht Ruhetag hat. Emmelshausen hat sich gar kein bißchen geändert.)
Schrägschlimm: Maskiert, weil als Gast maskenpflichtig, den kurzen Weg vom Eingang zu einem der wenigen freien eng gestellten Tische im gut besetzten Lokal zurücklegen. Die maskierte Bedienung bringt den “Wer sind Sie?”-Zettel und die Speisekarten und nimmt, noch immer maskiert, die Bestellung auf. Dann kommt der joggingbehoste Wirt (reicht ihm als Virenschutz) und beugt sich quer über den Tisch, macht Small Talk und das Lämpsche an und bringt Minuten später ein Blumenväschen als Tischschmuck. Mehr unmaskierter Smalltalk. Die maskierte Bedienung bringt derweil die Getränke. Offensichtlich gilt diese Interaktion als Signal für die Demaskierung des Pesonals, denn das Servieren der Mahlzeit sowie weiterer Getränke findet mit freigelegtem Antlitz und freundlichem sichtbaren Lächeln statt. Der Wirt ist der eher Nähe suchende Typ und fragt gefühlt alle drei Minuten nach, ob man denn gerne hier sei, ob man noch was für uns tun könne, ob es schmecke, ob man noch was reichen dürfe, ob… Hauptsache, dabei immer quer über dem Tisch liegend. Beim Toilettengang und Verlassen des Etablissements gilt Maskenpflicht. Für die Gäste.
Erträglich schlimm: bei der Frau Wirtin gibt es nur ein sichtbar schnell geputztes Zimmer im 2. Stock. Hmmm. Dafür, sagt sie, darf ich mich freuen. Ab Morgen früh sei wieder Frühstücksbüffet erlaubt. Ich nehme mir vor, die Erste zu sein.
Richtig schlimm: mein Waschbeutel hat es nicht in die fix gepackte Tasche geschafft. Wird irgendwie gehen, ein paar Not-Toilettenartikel und eine Haarbürste führe ich immer in der Handtasche mit mir. Nicht aber eine Zahnbürste. Kein schönes Gefühl, so eine Nacht und noch ein Tag mit nur mit Zeigefinger und warmem Wasser gereinigten Zähnen. Das hat man nun von der Zivilisation!
Auch schlimm: Im fremden Bett schlecht schlafen, flugs (als Gast mit Maske) vom Frühstücksbüffet (juhe!) nehmen, was wenig kontaminierbar wirkt, dabei anderen unmaskierten Gästen zusehen, wie sie sich nach der Drückprobe gegen ein Brötchen entscheiden und Wurst nach Riechprobe zurücklegen. Das ist in gewöhnlichen Zeiten schon grausig, jetzt verdirbt es mir sogar den Appetit auf den Joghurt im Weckgläschen.
Wieder nur mittelschlimm, weil mans ja schon kennt: einen Achtstundentag hinter sich bringen, keine Pause, dafür noch ein paar Meetings mehr und dann aber ab ins Auto und im strömenden Regen 500 Kilometer zurückhetzen. Als Unterhaltungsprogramm gilt es dieses Mal zwischen Stauphasen, gesperrten Tunnels und Flottfahren eine Antwort auf einen unverschämten Kundenbrief formulieren, zu dem wenigsten fünf Kollegen Informationen beitragen. Anschließend ist mir schlecht.
Wenn ich nicht ohnehin am Freitag freigenommen hätte, tät ichs jetzt erst recht. Die nächste Ochsentour steht spätestens in zwei Wochen an…
Frauen sind vollbrüstig, tragen Waffen und Hosen, Männer sind gefühlige Weicheier in Petticoats und Spitzenhäubchen. Die Geschichte spielt im Wilden Westen und ist ein Comic. Das ist schon alles.
Wunderschöne Bilder und gar kein Inhalt. Das muß man so dermaßen nicht lesen, dass ich die Zeit, dich ich dafür aufgewendet habe, gerne wieder auf mein Lebenszeitkonto zurückerstattet bekäme!
45 sucht für den Rest-Wahlkampf nach einem neuen Slogan, weil er, wohl nicht zu Unrecht, fürchtet, dass “Make America great again” angesichts von mehr als 100.000 Covid-19-Toten, mehr als 40 Millionen Arbeitslosen, einer zunehmenden Zahl von Obdachlosen und Massenprotesten gegen Rassismus nicht so mehr so recht zieht. George Conway, Ehemann von Kellyanne, bis 2018 bekennender Republikaner, nunmehr “Independent” und einer der Gründer des Lincoln-Projects, das viel Geld investiert, um einen weiteren Wahlsieg Trumps zu verhindern, hat sofort die Gunst der Stunde genutzt und bei Twitter den/das Hashtag #TrumpSlogans kreiert.
Es macht sehr viel Freude zu sehen, wie kreativ die Twitter-Community beim Erfinden von Slogans ist. Wer ein paar Minuten hat, sehe sich das an.
Es passiert nicht oft, dass ich so gebannt vor dem Fernseher sitze, aber diese Produktion war ein veritable Sternstunde! Meine Herren!
Allen Beteiligten vielen Dank! (Regie: Christopher Schier, Drehbuch: Stefan Hafner und Thomas Weingartner, Kamera: Thomas W. Kiennast (Triple-Wow für diese ungewöhnliche Kameraführung!), Schauspieler: Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec, Ferdinand Hofer, Laura Tonke, Victoria Mayer, Lenn Kudrjawizki, Hans Löw und Lea Zoe Voss.)
Eigentlich spielt die Geschichte vom ermodeten dreizehnjährigen Buben aus der geldigen Vorstadt gar keine so große Rolle. Sie ist nur ein Katalysator. Es geht viel mehr um die Lebenslügen in den taubenblaugrauen seltsam unbelebt wirkenden Designerkatalogschauhäusern (selbst die Unordnung in den Kinderzimmer wirkt wie dekoriert), die ungeheure Sprachlosigkeit der farblichmit ihrem Umfeld verschmelzenden Bewohnern. Je näher die wie passend dazu designten weißhäuptigen Ermittler der Auflösung des monströsen Mordes kommen, desto kälter, grauer, nasser, abstoßender wird das vermeintliche Idyll. Jeder ist auf seine Weise entsetzlich allein.
Einzig die Mutter des Opfers trägt in diesem Unfarbbrei Orange und Schmerz. Unsäglichen Schmerz.
Hut ab! Sehr mutig. Sehr fesselnd. Sehr grausam.
Ist in der Mediathek. Anschauen! Anschauen! Anschauen! Unbedingt!
# Wie heißt diese bayerische Vorschrift: Der Teilnehmerkreis einer Zusammenkunft in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken darf nur die Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstandes umfassen. in Österreich? Eine Risikogemeinschaft. in Kanada? The Double Bubble.
# In seiner Beschreibunge dessen, dass Künstler derzeit ohne Publikum Komisches tun und sagen und wie sie damit umgehen, hat der Humorkritiker der Titanic, Hans Mentz, den treffenden Begriff “diese unlustige Seuche” gefunden.
# Einmal “Maske Ohren” googeln, ergibt 8.800.000 Resultate und viele Nähanleitungen für Ear-Saver bzw. Ohrenschoner. #Dubistnichtallein
# Man müsse auch das Positive sehen, findet USA Today: “Coronavirus has Americans picking up two new summer accessories: a mask and an alcoholic to-go drink.” Im Homeland der Puritaner war der Konsum alkoholischer Getränke an der frischen Luft vor Corona noch Teufelswerk.
# Neulich habe ich mich noch gefragt, was die Begleiterscheinigungen von Covid-19 eigentlich bei kleinen Kindern anrichtet. Die Frage nach den Langzeitfolgenden beschäftigt die Psychologie schon seit langem und trägt den Fachbegriff “Early Life Stress”. #DasDinghateinenNamen
# Inzwischen läßt sich die Parteipräferenz in den Gespaltenen Staaten von Amerika am Gesicht ablesen. Die Mehrheit der Demokraten trägt Masken, die Mehrheit der Republikaner sind Gesichtsexhibitionisten. Was folgert aus dem Bild unten für die Wall Street?