Aus dem Vokabelheft

Liebe Frau Lörchner, ich kenne das. Kaumt lebt man eine Weile im Ausland, schon verbannt das Hirn muttersprachliche Begriffe ins Hinterzimmer. Aber einen Artikel lang von “Stationen” zu schreiben, ist dann doch näher am Passionsspiel als nötig. Wir verstehen Bahnhof.

Moooooment!

Werte Wetterverantworliche!
Ich habe gestern, reichliche zwei Wochen nach dem empfohlenen Oster-“O”, in der Werkstatt meinen Sommerreifenaufziehtermin (hach, deutsche Komposita!) wahrgenommen. Dass es heute schon wieder schneit, ist eine Frechheit und wird in meinem schwarzen Buch als persönlicher Affront notiert.

Ihr schuldet mir einen verdammt langen und sehr heißen Sommer. Verdammt. Lang. Sehr. Heiß.

C-Schnipsel – Die USA-Momentaufnahme-Edition

Aus meinem Ex-Gastland erreichen mich mehr und mehr gute Nachrichten: der Präsident ist ein langweiliger kaum tweetender Normalo und es wird geimpft, was das Zeug hält. Ganz viele hatten sogar schon ihren zweiten “Shot”.

Die Dame auf dem Foto unten hat gleich zwei Botschaften für die Welt. Die Maske sagt, dass sie eine Covid-19-Infektion heil überlebt hat, der Sticker, dass sie sowas nicht noch einmal haben muss.

Courtesy of  Katy O’Neill

Aus dem Vokabelheft

In meiner Apparatur ist das Plastikstiftchen abgebrochen, das den Mechanismus des Druckknopfs betreibt, ca. eineinhalb Zentimeter lang, konisch geformt mit kleinen Einbuchtungen an den Seiten und blau (wobei ich nicht sicher bin, ob die Farbe eine Rolle spielt). Das Internet hat keine Ahnung, was zu tun sei, empfiehlt mir aber einen Laden in Solln, der dergleichen verkauft.

Hallo, da bin ich. Da. Kaputt. Und nun? In beruhigendem Ton wird mir versichert, dass man mir selbstverständlich helfen könne. Selbstverständlich. Man sei ja hier schließlich ein Fachgeschäft und außerdem angetan von Kunden, die ihr defektes Gerät zu reparieren suchen, statt es gleich wegzuschmeißen und ein neues zu kaufen.

Dann wird die Unterfachkraft ausgeschickt, allerlei Stifte heranzuschaffen, die sind dann aber zu lang, zu kurz, zu dünn, zu dick, zu wenig konisch, bis endlich einer… aber sowas von knapp nicht passt. Der, befindet die Oberfachkraft, sei jetzt mal noch ein Duttele zu mächtig, sie wisse aber nun, was gebraucht werde und sendet die Hilfsfachkraft ein letztes Mal aus. Und richtig, der nächste sitzt wie angegossen. Gelb ist ja auch eine schöne Farbe und eventuell sogar länger haltbar.

Die Maßeinheit Duttele übrigens kommt nur in der Einzahl vor sowie aus dem Grenzgebiet zwischen Bayern und Schwaben und ist seit gestern Abend fest in meinem Wortschatz verankert.

Hör’ auf deine Oma

Von meiner weisen alten Großmutter sind einige sehr weise Maximen fürs Leben überliefert, wie zum Beispiel Wer Nudeln kocht, muß keine Kartoffeln schälen. Oder auch, angesichts eines wahrscheinlich nur noch mit Müh und Not zu erreichenden Busses. Lass doch. Den nächsten kriegen wir sicher. Ganz wichtig die für heute letzte Regel: Nicht mit hungrigem Magen einkaufen gehen. (Ist vielleicht nicht originär von Oma, das macht aber nix.)

Hätte ich mal auf sie gehört. Dann hätte ich jetzt nicht mit vollem Körpereinsatz (Ausweichpirouette links, große Ausfallschritte nach hinten, zur Seite bzw. am liebsten nach oben, Rentnerumrunden für Fortgeschrittene, Ausweichpirouette rechts etc.) einen Einkaufswagen vollgepackt und anschließend mehrere riesige randvolle Tüten Lebensmittel nach Hause geschleppt, die jetzt hier oben in die Schränke und den viel zu winzigen Kühlschrank hineingetetrist werden wollen. Letztere Zuordnung basiert auf amerikanischen Maßstäben – und, auch mal so fürs Leben, so bemißt man Kühleinrichtungen. Nur so.

So viel Zeugs war selbst in der ersten Pandemiephase vor einem Jahr nicht. Und da bin ich höchstens alle zwei Wochen einkaufen gegangen.

Daher, liebe zukünftige Nachgeborene, möchte Oma Sabine die Erkenntnisse ihrer Oma Helene erweitern und euch ins Stammbuch schreiben: Geht nicht am Freitagnachmittag mit leerem Magen einkaufen. Schon gar nicht ohne Plan und Einkaufszettel. Haltet euch dran. Ihr werdet es mir danken.

Filme, die die Welt nicht braucht

Frecher kann man Kinder kaum indoktrinieren, da hinten, in der Jesus-Bucht. Man mag es kaum glauben, aber inzwischen empfiehlt mir der Streaming-Algorithmus dergleichen Dreck. Das habe ich davon, dass ich gerne über sowas blogge. Ich sollte mir wahrscheinlich in Zukunft noch nicht mal mehr die Inhaltsangaben durchlesen.

Dann blieben mir auch “Stills” wie dieser Weihrauchjunkie hier erspart: